Der EXIT vom BREXIT (2)

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von Guido Grandt

„NS-Vergleiche, Beschimpfungen & die Stunde der Verschwörungstheoretiker“

Dieser Artikel ist Teil einer Serie. Klicken Sie HIER um zu Teil 1 zu gelangen!

 Knapp aber mehrheitlich stimmten die Briten für den Austritt aus der EU. Seitdem versucht das europäische Establishment alles, um einen Exit vom Brexit zu erreichen. Im 1. Teil dieser Content-Reihe habe ich Ihnen aufgezeigt, dass dafür keine Tricks zu schade sind – und seien sie noch so „schmutzig“.

Tatsächlich scheint es, als ob es für einen Teil der EU-Verantwortlichen bereits feststeht, dass die Briten letztlich doch nicht aus der Union austreten. Nachfolgend möchte ich Ihnen zwei davon aufzeigen.

 „Trotz Brexit – die Briten werden bleiben!“

Hans Jörg Schelling, der österreichische Finanzminister, verkündete klipp und klar, dass Großbritannien auch in Zukunft Mitglied in der Europäischen Union bleiben wird. Und das trotz seiner Idee eines „Teil-Brexit“, bei dem Schottland und Nordirland in der EU verbleiben, England aber austritt.

Auch Klaus Regling, der Chef des europäischen Rettungsschirms ESM, scheint gleichwohl davon überzeugt. „Schauen wir, ob der Brexit überhaupt kommt“, meinte er zuversichtlich. Denn es könnte noch „viel passieren“.

Damit hat Regling sicher recht. Wie viel hinter den Kulissen geschehen und was noch geplant ist, lesen Sie hier.

Der plötzliche Rücktritt der Brexit-Führer

Boris Johnson, ehemaliger Bürgermeister von London und Nigel Farage, Ex-Vorsitzender der EU-kritischen UKIP-Partei sind die personifizierten Galionsfiguren des Brexit. Ohne ihr unermüdliches Engagement hätte es weder das Referendum noch die Entscheidung für den Austritt gegeben. Mit ihrem „Wahlkampf“ haben sie das Abstimmungsverhalten der Briten maßgeblich beeinflusst.

Umso erstaunlicher für die europäische Öffentlichkeit, dass beide Brexit-Galionsfiguren kurz nach dem Sieg von der Bühne verschwinden. Johnson verzichtete sogar auf die Option, dem scheidenden britischen Regierungschef David Cameron in die Downing Street 10 zu folgen.

Noch am Tag des erfolgreichen Referendums zeigte sich Nigel Farage absolut kämpferisch. Kurz darauf trat er völlig überraschend vom Vorsitz seiner Partei zurück. Er will jedoch weiterhin Mitglied des Europaparlaments bleiben.

Wie kann das sein? Gibt es vielleicht etwas im Hintergrund, was gemeinhin verschwiegen wird? Etwas, das unmittelbar mit dem jähen Abgang der führenden Brexit-Befürwortern zu tun hat?

Und wenn ja, was?

„Feige, verantwortungslos, von Eitelkeit getrieben“ – So beschimpften die Eurokraten die Brexit-Befürworter

Bevor ich näher auf diese Hintergründe eingehe, möchte ich einige Reaktionen von Europa-Politikern auf den plötzlichen Abgang der Brexit-Führer erläutern.

Manfred Weber (CSU), Fraktionsvorsitzender der konservativen Europäischen Volkspartei, sprach beispielsweise von einem „feigen und verantwortungslosen“ Verhalten von Johnson und Farage. Elmar Brok (CDU), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Europäischen Parlaments, warf den beiden Brexit-Politikern Verantwortungslosigkeit vor. Sie seien „Zerstörer“, von „Eitelkeit getrieben“, die ihrem Land schaden würden, um sich selbst zu profilieren.

Der allwissende Außenminister Luxemburgs, Jean Asselborn, bezeichnete Farages Verhalten als „sehr feige“. EU-Kommissions-Präsident Jean-Claude Juncker philosophierte darüber, dass die „strahlenden Brexit-Helden von gestern“ nun die „traurigen Helden von heute“ seien.

Skandalöser NS-Vergleich von Brexit-Befürwortern mit „Ratten“!

Am schlimmsten allerdings trieb es der Vorsitzende der liberalen Fraktion, Guy Verhofstadt. Er verlautbarte, dass die „Ratten“ nun das sinkende Schiff verlassen würden.

Dass das EU-Establishment die Rücktritte spöttisch kommentiert ist die eine Sache. Eine andere jedoch, wenn Menschen beleidigt und als „Ratten“ denunziert werden, weil sie auf der anderen politischen Seite stehen.

Dieses rassistische Hetz-Vokabular benutzten bereits die Nazis in ihrem widerwärtigen Propagandafilm Der ewige Jude, in dem gerade jene mit „Ratten“ assoziiert wurden. Mit der gleichnishaften Darstellung von wandernden Ratten mit Juden wurde der Grundstein für den späteren Völkermord gelegt, bei dem über 6 Millionen Menschen ums Leben kamen.

Brexit-Befürworter mit „Ungeziefer“ zu vergleichen ist für einen führenden EU-Politiker mehr als inakzeptabel. Mehr noch: Ein politischer Skandal! Er zeigt aber auch, wie tief die politische und moralische Hemmschwelle bei den Eurokraten bereits gesunken ist.

Die Stunde der Verschwörungstheoretiker

In der Tat mutet der Rücktritt der Brexit-Vorkämpfer nicht nur auf den ersten, sondern auch auf den zweiten Blick völlig unverständlich an. Normalerweise feiern Sieger und machen keinen Abgang.

Im World Wide Web kursieren bereits Gerüchte, dass Farage und Johnson bewusst aus dem Verkehr gezogen wurden. Nur angeblich sollen sie freiwillig gegangen sein. Tatsächlich wurde es ihnen nahegelegt. Anlass für diese Spekulationen sehen die „Verschwörungstheoretiker“ in der Tatsache, dass sich vor allem die Banken vehement gegen einen Ausritt der Briten aus der EU ausgesprochen haben.

Vielleicht wurden Farage und Johnson erpresst? Vielleicht gab es „Todesschwadronen der Finanzindustrie“, die nicht lange fackeln? Jedenfalls soll an den Brexit-Befürwortern ein Exempel statuiert worden sein, so der weitere Tenor im Internet.

Es geht um das „große Ganze“

Angefeuert werden diese „Verschwörungstheorien“ auch von solchen Äußerungen wie die von Jean Asselborn. Diese sollen belegen, was mit all jenen geschieht, die nicht mehr auf Linie, sprich nicht mehr „EU-konform“ sind. Der Luxemburger Außenminister sagte diesbezüglich: „Ich hoffe, dies (der Rücktritt der Brexit-Führer)/GG) dürfte eine Lehre sein, dass man politischen Opportunisten wie der AfD in Deutschland oder Geert Wilders in den Niederlanden nicht auf den Leim gehen darf!“

Geht es letztlich als um genau das? Um das große Ganze? Um den weiteren Erfolg von Populisten und Anti-Eurokraten zu verhindern? Tatsächlich steigt mit dem Brexit die Gefahr, dass andere Mitgliedstaaten ebenfalls Referenden anstreben könnten. Denn die Unzufriedenheit mit der Brüsseler „Zentralregierung“, die sie so gerne sein möchte, ist überall groß. Das zeigen die verschiedenen Wahlergebnisse quer in Europa, die sich vor allem gegen die etablierten „EU-freundlichen“ Volksparteien richten.

Der Brexit – Ein Sieg für „alle“ Europäer?

Nigel Farage erklärte, dass die Brexit-Befürworter gegen die multinationalen Konzerne gekämpft hätten. Gegen die großen Banken, die große Politik und gegen Lügen und Korruption. Dass sie gesiegt hätten, ohne dass ein Schuss abgefeuert wurde. Und dass dieser Sieg für alle Europäer errungen wurde, die an ein „Europa der Nationalstaaten“ glaubten.

Mit Grausen denken EU-Politiker auch an Farages Aufforderung, die EU-Flaggen einzuholen, die Hymne zu verbannen und „alles, was so unsäglich falsch war.“ Damit sprach er sicher Millionen Europäern, die von Brüssel die Nase voll haben, direkt aus dem Herzen.

Und das ist gefährlich. Äußerst gefährlich!

Im 3. Teil verrate ich Ihnen, was hinter den plötzlichen Rücktritten der Brexit-Führen tatsächlich stecken könnte. Dabei geht es um Morde, Drohungen und vieles mehr…

Lesen Sie weiter in: Der Exit vom Brexit (3): „Morde, Drohungen, Geheimdienste – Wie weit geht das EU-Establishment?“

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