Verhindert die Weißkittel-Mafia die Krebsheilung?

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von Robert Sasse

Das könnte die Überschrift einer hübschen Verschwörungstheorie sein, und doch ist sie bittere und durch seriöse Quellen belegte Realität in einem der reichsten Länder dieser Welt: in Deutschland!

Aus Raffgier und Profitsucht wird mit dem Leid schwerstkranker Menschen übelstes Schindluder getrieben. Und das ausgerechnet von der Weißkittel-Mafia ausKrebs-Ärzten, Apothekern und der Pharma-Industrie!

Bei letztgenannter haben wir uns an das miese Image ja bereits quasi gewöhnt, aber hätten Sie gedacht, dass Onkologen und Apotheker mit dem Leid ihrer Patienten dicke Geschäfte machen? Nein? Haben Sie aber, wie das renommierte Hamburger Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL treffend beschreibt:

„Nur 400 Apotheken in Deutschland dürfen Chemotherapie-Infusionen zubereiten. Viele werden offenbar seit Jahren von Pharmafirmen geschmiert, damit sie deren Präparate bevorzugen. Die Kassen müssen deshalb Höchstpreise für Medikamente zahlen.“ (1)

Und die Erklärung, warum das so ist und wir als Steuerzahler für den gnadenlosen Profit einiger Weniger bluten müssen, ist sehr naheliegend: Es geht um enorm viel Geld. Denn nirgendwo geht es um mehr Honorare, Marktanteile und Schmiergelder wie bei der Krebs-Mafia. DER SPIEGEL berichtet weiter:

„Rund 2,5 Milliarden Euro gaben die Krankenkassen 2010 für Krebs-Chemotherapien aus. Durch strengere Rabattregeln könnten sie mindestens 200 Millionen Euro einsparen.“ (2)

Aber was uns allen als Steuerzahlern durch die Lappen geht und hinterher fehlt ist die eine Sache, und die ist schon schlimm genug. Aber den Krebs-Patienten werden durch diese Profitgier der Weißkittel-Mafia sogar wertvolle Ressourcen für deren so dringend benötigte Behandlung genommen! Im Klartext heißt das für mich:

Die Weißkittel-Mafia verdient nicht nur am Leid der Krebs-Kranken, sie verhindert damit sogar deren Heilung!

Dass die Pharma-Industrie durch überhöhte Preise massivst an diesem traurigen Geschäftsmodell auf dem Rücken von Todkranken verdient, ist unmittelbar klar.   Und das schöne Leben im lukrativen Krebs-Markt geht bis heute munter weiter,  denn der jährliche Umsatz bei Krebs-Medikamenten steigt weiter an und liegt heute schon bei rund 3 Milliarden Euro:

„Die Krebsbranche ist besonders anfällig für Korruption. Denn weil die Zusammensetzung der Chemotherapien so komplex ist,  ist die Apothekenwahl ganz offiziell Sache des Arztes. Dies erleichtert finanzielle Absprachen zwischen Arzt und Apotheker.“ (3)

Die Geschäftemacherei mit dem Leid ist auch durch Recherchen der Polit-Magazine „Panorama“ und „Stern“ öffentlich geworden, die bei verdeckten Aufnahmen gezielte Absprachen der Weißkittel-Mafia aufdecken konnten. (4)

Und auch die Politik lässt dieses Geschäft nicht kalt: Die bayerische Justiz musste sich bereits mehrfach mit den Machenschaften der Herren im weißen Kittel und den maßgeschneiderten Anzügen beschäftigten.

Das Handelsblatt hatte 2014 einen Skandal aufgedeckt, bei dem es sogar um ein regelrechtes Kartell ging und der die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses  zur Folge hatte:

„Der beschäftigt sich mit der Frage, warum die bayerischen Strafverfolgungsbehörden 2009 ein mutmaßliches Kartell von 10.000 betrügerischen Ärzten unbehelligt ließ.“ (5)

Damals ging es um Labormedizin und den goldenen Schnitt für alle Beteiligten. Am meisten wird in dieser Hinsicht aber bei der Krebs-Mafia verdient, wo die Kassen bis heute nicht genau wissen, was Ihnen (und damit uns allen) an Geldern entgeht. DER SPIEGEL sagt ganz richtig:

„Von solchen Margen können selbst Drogenhändler nur träumen.“ (6)

Am schwersten wiegt wahrscheinlich noch, dass ausgerechnet Ärzte offenbar munter und eher flächendeckend bei diesem System mitgemacht haben. Ihre Freunde von der Pharma-Industrie haben angesichts drohender gesetzlicher Konsequenzen aber immer wieder versichert, dass Ärzte als Freiberufler eigentlich gar nicht bestechlich sein können!

Das sehen zum Glück nicht alle Beteiligten so, und die Krankenkassen erst Recht nicht, denn denen geht es nicht zuletzt um die Versichertenbeiträge. Ein weiteres Zitat aus dem SPIEGEL:

„Experten der AOK gehen davon aus, dass sich allein bei den Chemo-Infusionen mindestens 200 Millionen Euro im Jahr einsparen lassen. Die Versorgung der Krebspatienten könnte man damit einen großen Schritt nach vorn bringen, sagt Wolf-Dieter Ludwig, einer der angesehensten Krebsärzte der Republik.“ (7)

Mittlerweile hat sich auch die Politik aufgemacht, um die Korruption im Gesundheits-Wesen zu beenden. Zumindest kündigt sie das mit einem Gesetz zur Bekämpfung derselben an, für das sie Jahre gebraucht hat, um es überhaupt vorzulegen.

Da werden doch nicht etwa unsere Freunde aus der Weißkittel-Mafia dran gedreht haben, dass das so lange gedauert hat? Sie wissen schon: Die, die eigentlich gar nicht bestechlich sein können bzw. nie bestechen würden!

Nur schade, dass den Krebspatienten hierzulande eine solch schlagkräftige Lobby fehlt! Wie war das noch gleich mit dem Eid des Hippokrates? Vielleicht ist der ja schon längst durch den geheimen Schwur auf die Wall Street ersetzt worden.

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(1) Quelle / Zitat: DER SPIEGEL
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-84789680.html(2) Quelle / Zitat: DER SPIEGEL
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-84789680.html

(3) Quelle / Zitat: Das Erste
http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2016/Die-Krebsmafia-Korruption-bei-Chemotherapie,antikorruptionsgesetz100.html

(4) Quelle: Das Erste
http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2016/Die-Krebsmafia-Korruption-bei-Chemotherapie,antikorruptionsgesetz100.html

(5) Quelle / Zitat: Handelsblatt
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/dienstleister/labor-skandal-schottdorf-hat-das-bett-bereitgestellt-in-das-sich-der-arzt-hat-reinlegen-koennen/11482812.html

(6) Quelle / Zitat: DER SPIEGEL
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-84789680.html

(7) Quelle / Zitat: DER SPIEGEL
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-84789680.html