Genfood – Früchte des Todes?

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von Volker Hahn

Sie kennen das: Am Supermarktregal kommt die Qual der Wahl. Aber nicht nur die Frage nach dem Geschmack und dem Preis spielen eine Rolle. Viele Verbraucher schauen auch zunehmend auf die Qualität ihrer Lebensmittel. Diese positive Entwicklung soll jetzt im Keim erstickt werden. Sie gefährdet die Interessen großer Lebensmittelkonzerne, von denen nur 10 an der Zahl den ganzen Weltmarkt beherrschen. Billige Helfer dieser infamen Strategie gegen unsere Gesundheit: Die US-Regierung und die EU!

Es kommt noch schlimmer: Geheimpläne der USA sollen uns jetzt via EU dazu zwingen, gefährliches Genfood zu essen!

Dabei suchen wir Verbraucher krampfhaft nach Möglichkeiten, mit denen wir im Gewirr des riesigen Lebensmittelangebots gutes und günstiges Essen schnell erkennen können. Diese verzweifelten Versuche machen sich viele Siegel zu Nutze, die uns Gesundheit und Unbedenklichkeit suggerieren sollen. Dabei sind sie oft genug von der Industrie selbst erfunden worden oder werden von ihr gelenkt.

Zu der Verbraucherverwirrung trägt auch noch bei, dass die weltbeherrschenden 10 großen Lebensmittelkonzerne zahlreiche Marken für ihre Produkte unter einem Dach vereinen. So täuschen sie eine größere Vielfalt vor, die es gar nicht gibt!

Der Krone setzt aber die riesige US-Lebensmittelindustrie auf, die uns mit Hilfe des Freihandelsabkommens TTIP zu Versuchskaninchen für ihr Genfood machen will:  Das beweisen jetzt ein durchgesickerter Textentwurf des streng geheimen TTIP und eine Äußerung von US-Chefunterhändler Dan Mullaney zum Thema Verbot von Genfood. Der kommentierte dazu, dies sei „schwer vereinbar mit den Verpflichtungen der Europäischen Union und dem Anspruch eines nahtlosen Binnenmarktes.

Mullaney bezog sich dabei auf die Entscheidung der EU-Kommission, eine Zulassung oder ein Verbot von Genfood in Zukunft allein den einzelnen Mitgliedsstaaten zu überlassen. Klingt zunächst gut, hat aber einen Haken: Verbote wird es so wohl kaum geben. In der Realität wird uns die USA mit ihrem Genfood überschwemmen und wir als Verbraucher können nichts daran ändern.

Wir werden mit TTIP zu Versuchskaninchen der großen US-Lebensmittelkonzerne!

Dass es in der EU oder durch die Bundesregierung wohl kaum Genfood-Verbote geben wird, zeigt schon die aktuelle Situation. In Europa werden genmanipulierte Organismen oft gegen den Willen der Mitgliedsstaaten zugelassen. Nur weil keine ausreichende Mehrheit dagegen ist! Und die EU-Kommission will für weitere genmanipulierte Lebens- und Futtermittelpflanzen grünes Licht geben! (3)

Wir Verbraucher werden gezielt getäuscht und können uns kaum wehren!

TTIP wird – genau wie das bereits fertig verhandelte Abkommen CETA mit Kanada – den Verbraucherschutz noch weiter absenken. Das ist auch das Ergebnis einer aktuellen Studie:
„Das Institut für unabhängige Folgenabschätzung in der Biotechnologie kommt in einer Untersuchung zu dem Ergebnis, dass mit dem Vertrag gentechnisch veränderte Organismen ohne die in der EU vorgeschriebene Risikofolgenabschätzung auf den europäischen Markt gelangen könnten.“ (4)

Freuen Sie sich auch schon auf die berühmten Chlorhühnchen oder auf verseuchtes Rindfleisch, auf Genmais, genveränderte Futtermittel, Fleisch von Klontieren oder künstliche Lebensmittel? Herrlich! Und guten Appetit …

In den USA gelten andere Regeln als bei uns, und deshalb sollen wir jetzt unter dem Deckmantel der Freiheit gezwungen werden, Genfood zu essen: Wenn also künftig zum Beispiel von Genpflanzen nach US-Vorbild keine nachgewiesene Gefahr ausgeht, dann landen sie auch ruckzuck auf ihrem Teller!

Sie denken, dass können Sie verhindern, indem Sie genau schauen, was Sie da einkaufen? Können Sie eben nicht, denn wir werden konsequent für dumm verkauft! Das fängt bei den zig Lebensmittel-Markennamen an, die doch nur zu einem Konzern gehören. Es geht weiter mit den falschen Lebensmittel-Siegeln der Industrie zur angeblichen Sicherheit für uns Verbraucher und endet jetzt mit TTIP bei einer Überschwemmung unserer Geschäfte mit Genfood, das wir als solches gar nicht erkennen können!

Denn es gibt in den USA eben keine Kennzeichnungspflicht für Genfood und das wird uns jetzt übergestülpt. Ein Mehr an Verbraucherschutz ist deshalb als glatte Lüge der europäischen Politik jetzt entlarvt!

Lange werden die US-Monsterkonzerne im Übrigen auch ohne TTIP nicht mehr stillhalten:
„Würde ein großer Biotech-Konzern wie Monsanto die Europäische Union wegen des Einfuhrstopps für ein genverändertes Nahrungsmittel oder eines Anbauverbots vor der Welthandelsorganisation (WTO) verklagen, würde er vermutlich gewinnen.“ (5)

Fazit: Ob mit oder ohne TTIP und CETA – die großen US-Lebensmittelkonzerne werden uns auf jeden Fall mit ihrem Gen-Dreck überschwemmen. Und wir werden noch nicht einmal die Chance haben, diese falschen Lebensmittel als das zu erkennen, was sie sind. Ob auf dem Klagewege mit Hilfe der WTO oder über Abkommen wie TTIP und CETA: Diesen Konzernen ist alles Recht, was Profit bringt. Auch wenn uns das zu Versuchskaninchen für gefährliche Experimente mit unserer Gesundheit macht!

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(1) Quelle: Entwicklungshilfeorganisation Oxfam in HÖRZU
(2) Zitat: Badische Zeitung http://www.badische-zeitung.de/wirtschaft-3/muessen-die-europaeer-genfood-essen–106642519.html
(3) Quelle: Handelsblatt http://www.handelsblatt.com/politik/international/gentechnik-lebensmittel-eu-will-nationale-genfood-verbote-erlauben/11673916.html
(4) Zitat: Frankfurter Rundschau http://www.fr-online.de/wirtschaft/ttip-genfood-standards-nicht-haltbar,1472780,29533644.html
(5) Zitat: Badische Zeitung http://www.badische-zeitung.de/wirtschaft-3/muessen-die-europaeer-genfood-essen–106642519.html