Monsanto für den Tod von Millionen Menschen verantwortlich?

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von Volker Hahn

Das klingt zunächst einmal ganz schön weit hergeholt, aber am Ende dieses Artikels denken Sie möglicherweise anders darüber. Aber der Reihe nach: Beginnen wir bei der Verurteilung des US-Konzerns Monsanto durch ein französisches Landgericht im Jahre 2012. Denn dieses Urteil könnte wegweisend sein. Richter befanden Monsanto für schuldig, einen französischen Bauern mit einem ihrer Pflanzenschutzmittel vergiftet zu haben und dafür Entschädigung zahlen zu müssen. Es dauerte zwar rund fünf Jahre von der Einleitung des Verfahrens bis zu diesem Urteil, aber immerhin. Der betroffene Bauer hatte 2004 das Monsanto-Unkrautvernichtungsmittel Lasso bei Arbeiten eingeatmet und ist seitdem schwer krank. Die Gefährlichkeit von Lasso ist übrigens nach Angaben seines Anwalts bereits seit den achtziger Jahren bekannt. (1)

Der US-Riese firmiert in der Diskussion aber nicht erst seit dieser Zeit unter denkbar schlechtem Image. Er ist ein weltweit operierender Agrochemiekonzern und zugleich der weltgrößte Saatguthersteller, wird oft auch als Agrar-Multi bezeichnet oder ganz einfach als Symbol des Bösen gesehen, denn

„Monsanto steht immer wieder wegen seiner aggressiven Geschäftspraktiken und seiner gentechnisch veränderten Produkte in der Kritik.“ (2)

Und nicht nur wegen des mittlerweile gerade auch in der deutschen Öffentlichkeit hoch umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat, der im dringenden Tatverdacht steht, Krebs zu verursachen. Doch zurück zu Lasso und dem französischen Bauern. Der kann seit dem Kontakt mit dem Unkrautvernichtungsmittel von Monsanto nur noch halbtags arbeiten Außerdem litt bzw. leidet er unter schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen wie Gedächtnisverlust, Stottern oder starken Kopfschmerzen.

Die Gifte des Super-Konzerns

Der Lasso-Wirkstoff Alachlor, also jenes Monsanto-Gift, das den Bauern so nachhaltig geschädigt hat, ist aber munter weiter im Einsatz. Bis heute, obwohl sogar die US-amerikanische Umweltschutzbehörde EPA vor ihm warnt:

„Doch trotz aller Beweise, dass Alachlor das hormonelle Gleichgewicht stören und Probleme bei der Fortpflanzung und in der Entwicklung hervorrufen sowie Krebs verursachen kann, wird diese chemische Substanz bis zum heutigen Tage noch immer in der konventionellen Landwirtschaft in vielen anderen Ländern der Welt – einschliesslich den USA – eingesetzt.“(3)

Es geht eben bei diesem Geschäft um sehr, sehr viel Geld und das ist ja wohl auch der Grund, warum der deutsche Bayer-Konzern sich um eine Übernahme von Monsanto bemüht. Es ist äußerst fraglich, ob er sich damit einen Gefallen tut. Zumal wissenschaftlich nachgewiesen ist, dass Bio-Landwirtschaft, kleine Familien-Betriebe und Nachhaltigkeit weit bessere Ergebnisse liefern als die Agrochemie.

„Ein Bericht der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) bestätigt, dass es genug oder sogar mehr als genug Nahrung geben wird, um das Bedürfnis weltweit sogar noch nach 2030 zu befriedigen. In dieser Einschätzung sind mögliche Verbesserungen der Erträge durch gentechnisch manipuliertes Saatgut nicht berücksichtigt“ (4) – was dann auch die These stärken dürfte, dass Gentechnik tatsächlich Armut und Hunger fördert!

Insofern wäre Monsanto zumindest aus diesem Blickwinkel und mit Aussicht auf die künftige Entwicklung der Welternährung und der globalen Agrarwirtschaft in der Tat für das Elend und den Tod von Menschen verantwortlich. Da nützt es wenig, dass der Konzernriese werbewirksam das Gegenteil glauben machen will und sich als der Gralshüter einer gesicherten Welternährung darstellt.

Monsanto und der Krieg

Aber es kommt noch weit schlimmer und dazu müssen wir gar nicht so weit in die Zukunft blicken. Wir können in der jüngeren Vergangenheit anfangen und den Bogen bis in die unmittelbare Gegenwart ziehen. So sieht die Bilanz von Greenpeace aus:

„Der Monsanto-Konzern blickt auf eine lange Skandalchronik zurück, von Agent Orange über PCB bis zum Dioxin. Derzeit stammen 90 Prozent aller weltweit angebauten Gen-Pflanzen von Monsanto. Das global agierende Unternehmen verfolgt ein atemberaubendes Ziel: Es will die globale Landwirtschaft vollständig unter seine Kontrolle bringen.“ (5)

Die tödlichen Gefahren von Agent Orange sind aus dem Vietnamkrieg hinreichend und leider auch optisch deutlich bekannt. Über PCB und Dioxin muss kein Leser in diesem Zusammenhang noch einmal gesondert informiert werden. Diese Liste alleine reicht schon aus, um die obige Ausgangsthese weiter zu stützen.

Aber der sorglose Umgang mit dem Leben von Menschen, Tieren, der Pflanzen und unserer Umwelt – unter dem Deckmantel der Welternährung – passt nur zu gut zu einem Konzern, der alles daran setzt seine Geschäfte als Monopolist brutal und gegen alle Widerstände durchzusetzen.

Diese Geschäfte werden wie ein Krieg generalstabsmäßig geplant und umgesetzt. Ob es sich dabei um die gezielte Infiltration der Politik handelt, um aggressive Mittel auf dem Markt, die Kontrolle von Geschäftspartnern oder die Verseuchung unserer Erde – alle Mittel werden um des Profits willen geheiligt. Sogar die Gefahren von PCB, von Dioxin oder von Agent Orange wurden aus diesem Grund einfach geleugnet! (6)

Diese aggressive Politik bringt dem Konzernmonster beste Ergebnisse und Millionen Gewinne. Was bringt Monsanto Millionen Menschen? Beantworten Sie diese Frage für sich selbst und ziehen Sie Ihre Schlüsse und Konsequenzen.

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