Sicherheitskatastrophe Auto – Das weiß Ihr Fahrzeug über Sie!

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von Robert Sasse

Autodiebe lachen über uns. Wir fühlen uns sicher in unseren Fahrzeugen und haben auch keine Probleme damit, sie über Nacht auf der Straße stehen zu lassen. Doch ein Skandal nach dem nächsten erschüttert die Automobilindustrie. Jetzt geht es eben auch um unsere Sicherheit denn:
Millionen von Autos mit Funkfernbedienungen lassen sich von Dieben ganz leicht knacken[i]. Besonders betroffen ist Volkswagen. Die nötige Knack-Technik kostet nur um die 100€.

Das Problem: Die Automobilindustrie macht aus ihren Modellen computerisierte Fahrmaschinen. Das heißt konkret, dass es auch immer mehr Sicherheitslücken und Datenkraken gibt.

Fast alle neuen Modelle sammeln unbeschreibliche Mengen an Daten. Die Hersteller besitzen inzwischen mehr Informationen über den Fahrzeugzustand als die Fahrzeughalter. Sie erhalten Infos über Bremsbeläge, Verbrauch, Reifendruck, Geschwindigkeit, Drehzahl, Beschleunigung und Bremskraft. Sogar die Zahl der Gurtstraffungen wird überwacht, etwa aufgrund starken Bremsens[ii]. Doch nicht nur der technische Zustand wird bespitzelt. Auch wo welche Personen sitzen, was an der selbstverständlich gespeicherten Sitzposition ablesbar ist. In neuen Mercedes-Modellen wird alle zwei Minuten die GPS-Position an den Hersteller übermittelt. Zudem wird die laufende Musik im Fahrzeug analysiert. Für diese Art der Datensucht gibt es zwei Begriffe: VW, BMW und andere Unternehmen nennen es „Kundenbindung“. Verbraucherschützer nennen es Datenmissbrauch.

Noch während Sie fahren, oder spätestens in der Werkstadt, werden die Daten an verschiedene Unternehmen weitergeleitet. Und schon flattern Ihnen vielleicht seltsam passende Werbebotschaften mit bunten Angeboten ins Haus.

Was bedeutet das für den normalen Verbraucher?

Andrea Voßhoff, die Bundesbeauftragte für den Datenschutz sagt es bestehe die Gefahr einer „individuellen Verhaltenskontrolle“[iii]. Auch Bundesjustizminister Heiko Maas sagte: „Die Technik kann sich gegen die Freiheit des Nutzers wenden“[iv]. Das heißt konkret, dass im Falle eines Unfalles die Umstände genau rekonstruiert werden können. Einberechnet wird auch die bisherige Fahrqualität der Unfallbeteiligten. Auch die Versicherer haben ein großes Interesse an der Vorratsdatenspeicherung auf vier Rädern. Im noch angenehmsten Fall könnten so Garantieansprüche abgewimmelt werden. Im schlimmsten Fall jedoch, könnten die Datenbanken großer Autohersteller bald hohe Geld- oder sogar Gefängnisstrafen in Unfall-Gerichtsprozessen herbeiführen.

Automobile-Vorratsdatenspeicherung, mit dem Segen der Regierung.

Das am Anfang genannte Beispiel der gehackten Autoschlüssel zeigt ganz klar, dass es die Konzerne mit Datenschutz und Sicherheit nicht wirklich ernst meinen. Das führt zu erschreckenden Szenarien, einige davon sind bereits Realität. Wer die Raten für den neuen Renault Zoe nicht bezahlen kann, wird an Ladestationen vom Computer abgewiesen[v]! So wird das Fahrzeug einfach direkt vom Hersteller stillgelegt. Renault macht daraus kein Geheimnis. Was aber, wenn solche Möglichkeiten missbraucht werden?

Die Folgen sind im Moment fast unabsehbar.

Fakt ist allerdings, dass wir, die normalen Bürger, komplett gläsern werden. An die Überwachbarkeit von Internetseiten und der Telefone haben wir uns ja schon zum Glück fast gewöhnt. Die totale Überwachung dringt immer weiter in unseren Alltag ein und die Meisten laufen händeklatschend mit.

In einem anderen Artikel von watergate.tv über die neue BND-Gesetzgebung und Merkels Jagdhunde haben wir bereits über die kommende Totalüberwachung in der BRD geschrieben. Wie können wir die in Deutschland hart erkämpfte, heutige Freiheit, die den Kampf gegen die Moderne verliert, erhalten?

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[i] http://www.focus.de/auto/news/gravierende-sicherheitsluecke-millionen-autos-mit-funkfernbedienung-lassen-sich-knacken_id_5813584.html

[ii] http://www.zeit.de/mobilitaet/2016-02/datenschutz-autos-adac-aufklaerung-transparenz

[iii] http://www.zeit.de/mobilitaet/2015-05/datenschutz-glaeserne-auto/seite-2

[iv] http://www.heise.de/newsticker/meldung/Safer-Internet-Day-Datensouveraenitaet-im-vernetzten-Auto-2545422.html

[v] https://www.adac.de/infotestrat/adac-im-einsatz/motorwelt/datenkrake_auto.aspx