Die Allergie-Falle! So macht uns Gentechnik lebensunfähig!

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von Volker Hahn

„40 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland leiden ein- oder mehrmals im Laufe ihres Lebens an einer allergischen Erkrankung, das heißt jeder zweite bis dritte Erwachsene.“ (1)

In solch schwindelerregenden Höhen bewegen sich die Zahlen bereits. Und es werden jährlich mehr. Allein in den 90iger Jahren ist der Anteil der Erkrankungen an Heuschnupfen um ca. 70 Prozent gestiegen. Das ist riesig. Laut einer Studie des Robert-Koch Instituts zur Häufigkeit allergischer Erkrankungen (2) in Deutschland leiden etwa 14,6 % aller Erwachsenen zwischen 18 – 79 Jahren an Heuschnupfen, das sind derzeit etwa 9,95 Mio. Menschen. Doch dabei bleibt es bei vielen nicht. Bei beinahe einem Drittel der Betroffenen endet der Heuschnupfen in einem Bronchialasthma. „Etagenwechsel“ heißt das unter Fachleuten: Die Erkrankung verschiebt sich vom Nasenraum in die Bronchien. (3) Auch die Zahlen der anderen häufigsten Krankheitsbilder wie Asthma oder Neurodermitis ist rapide gestiegen. In Deutschland haben derzeit etwa 2,3 Mio. Menschen mit Neurodermitis zu kämpfen und auch die Asthmaprävalenz ist von 5,7 % auf 8,6 % gestiegen. Vor allem die Industrienationen zeigten sich davon betroffen. Beachtlich war dabei folgende Entdeckung: Die Studie des Robert-Koch Institut enthüllte, dass bei den Frauen mit ca. 60 Prozent öfter signifikant allergische Erkrankungen festgestellt worden, als bei den Männern.

Doch wie hängt eine Allergie mit der Gentechnik zusammen?

Wird eine Pflanze gentechnisch verändert, um sie beispielsweise resistenter gegen Trockenheit oder Krankheiten zu machen, so verändert man sich in der Pflanze befindliche Proteine und tauscht sie gegen neue aus oder kombiniert sie zu neuartigen Proteinen. Nehmen Menschen jetzt diese genveränderten Pflanzen zu sich, so muss sich das menschliche Immunsystem auf einmal mit gänzlich unbekannten Stoffen auseinandersetzen. Das Immunsystem richtet dann alle seine Waffen auf eigentlich ungefährliche Substanzen, Nahrungsmittel und andere Umwelteinflüsse. „Der Körper entwickelt eine Überreaktion, die sich als Heuschnupfen, Asthma bronchiale, Neurodermitis oder Nahrungsmittelallergie zeigen kann.“ (4)

Bei stark veränderten Proteinen kann der Körper dann übermäßig heftig reagieren – bis hin zum anaphylaktischer Schock (allergischen Schock), der durchaus lebensbedrohlich sein kann. Ein weiterer unerwünschter Nebeneffekt kann die Beeinträchtigung  von Antibiotika sein. „Diese Übertragung von Antibiotika-Resistenzgenen aus Pflanzen auf humanpathogene Bakterien im Dickdarm könnte dazu führen, daß ein bestimmtes Antibiotikum gegen diese Bakterien nicht mehr wirkt“, so führt das Deutsche Ärzteblatt es bereits früh aus. (5)

Die Folgen von solchen Resistenzen sind brachial, vor allem, wenn man bedenkt, wie lange die Entwicklung eines neuen Antibiotikums dauern kann. Wenn man die Situation mit den Amerikanern vergleicht, dann kann man durchaus sagen, die Deutschen sind ein eher zurückhaltendes Völkchen, was den Einsatz von genveränderten Pflanzen und Stoffen angeht. In den Vereinigten Staaten sind gentechnisch veränderte Pflanzen quasi alltäglich: 70-80% aller dort verkauften Produkte enthalten gentechnisch veränderte DNA. (6)

Alleine Monsanto, der Saatgut-Gigant, setzt ca. 10 Milliarden Dollar mit Saatgut und Gentechnik um. (7)

So können die genveränderten Produkte nach Deutschland gelangen

Es geht also um gewaltige Summen Geld. Schlagen wir den Bogen zurück nach Deutschland. Der Gesetzgeber hat die sich aus der Gentechnik ergebenden Gefahren durchaus erkannt und einen recht weitrechenden gesetzlichen Schutz gegen genveränderte Pflanzen errichtet. Beispielsweise dürfen nach § 8 des Gentechnikgesetzes (kurz: GenTG) gentechnische Arbeiten nur in Anlagen mit einer hohen Sicherheitsstufe durchgeführt werden. Wer gentechnisch veränderte Organismen freisetzen will, bedarf dafür einer gesonderten Genehmigung (§ 14 GenTG). Und auch allein der Anbau von solcherlei Pflanzen ist für den Bauern mit Risiko behaftet, da das Gesetz einfach vermutet, dass seine Pflanzen dafür verantwortlich sind, wenn beim Nachbarbauern die Biopflanzen nicht mehr ganz rein sind und somit das Haftungsrisiko entsprechend verschiebt (§ 32 – 34 GenTG).

Doch der Gesetzgeber konnte nicht alle Lücken schließen (oder hat sie übersehen?). Der Import aus anderen Ländern könnte den Deutschen da einen Strich durch die Rechnung machen. Es werden jährlich Waren im Wert von zig Milliarden Euro importiert: 2015 wurden in  Deutschland Futter für Nutztiere im Wert von über 700 Millionen Euro importiert, Stärke und Stärkeerzeugnisse (wohl aus Mais) im Wert von 973 Millionen Euro, Teigwaren im Wert von über 360 Millionen Euro. Die Liste lässt sich ellenlang fortführen. (8)

Das unbekannte Risiko

Ich zumindest habe nicht mehr das Gefühl zu wissen, was ein Rind, Schwein oder Huhn so alles zu fressen bekommen hat und welche Auswirkungen das hat. Greenpeace gibt sich in dieser Hinsicht schon länger große Mühe und veröffentlicht Listen mit genveränderten Lebensmitteln. Auch ganz profane Dinge wie einfacher Zucker lässt sich dort finden. (9)

Die Vereinigten Staaten waren 2015 mit einem Handelsvolumen von insgesamt 173,2 Milliarden Euro der wichtigste Handelspartner Deutschlands. (10) Tatsächlich testen die Hersteller ihre Produkte selbst, bevor sie auf den Markt kommen. Ein übliches Vorgehen in dieser Sparte ist der Test an Tieren, mehrheitlich Mäusen und Ratten. Problematisch ist natürlich: Die Ergebnisse lassen sich nur äußerst begrenzt auf den Menschen übertragen. Zudem müssen die Testreihen laut EU-Richtlinien nur 90 Tage lang sein. (11) So darf man bezweifeln, wie seriös die Ergebnisse der Studien helfen, Gefahren vom Menschen abzuwenden. Am Menschen werden die Produkte demnach nur ohne seine vorherige Einwilligung getestet: Nämlich nachdem sie auf den Markt gelangt sind.

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(1): http://dgk.de/gesundheit/allergie-haut/allergien/situation-in-deutschland.html

(2): http://edoc.rki.de/oa/articles/reSp8JYqnpVo/PDF/20xkoi9E0FU4w.pdf

(3): http://www.stern.de/gesundheit/allergie/erkrankungen/heuschnupfen–symptome-und-medikamente-3353214.html

(4): http://dgk.de/gesundheit/allergie-haut/allergien/situation-in-deutschland.html

(5): http://www.aerzteblatt.de/archiv/10208

(6): http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-02/gentechnik-usa-kennzeichnung-lebensmittel

(7): http://de.statista.com/themen/1690/monsanto/

(8): http://de.statista.com/statistik/daten/studie/321632/umfrage/import-von-nahrungsmitteln-nach-deutschland-nach-warengruppen/

(9): https://www.greenpeace.de/themen/gentechnik/gen-alarm-liste-gekennzeichneter-lebensmittel-0

(10):https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2016/03/PD16_070_51.html

(11): http://www.efsa.europa.eu/de/press/news/111207

Bildquelle: GRÜNE Baden-Württemberg (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Demo_gegen_Gentechnik_in_Ulm.jpg), „Demo gegen Gentechnik in Ulm“, Zuschnitt von Watergate.tv, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/legalcode