Der Krieg zwischen den Supermächten droht zu eskalieren!

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von Volker Hahn

Die Situation in Syrien wird immer katastrophaler, vor allem für die Menschen in Aleppo und anderen heftig umkämpften Orten und Gegenden in dem zerrütteten Land. Doch jetzt droht sogar die Ausweitung des Konflikts bis hin zu einem Dritten Weltkrieg. Und zwar durch einen Krieg mit Russland.
Diese Gefahr zeichnet sich immer stärker ab und sie wird immer konkreter und bedrohlicher. Denn in den USA und anderenorts wird mittlerweile offen über eine Flugverbotszone zum Schutz der Bevölkerung diskutiert, um das Morden effektiv zu verhindern.

Der Anfang vom Ende jeder Diplomatie zwischen USA und Russland

Das klingt gut und ist auch in sich logisch und richtig. Aber:
Eine solche Flugverbotszone müsste dann allerdings auch militärisch durchgesetzt werden. Im Endeffekt müssten damit nicht nur syrische Flugzeuge, sondern vor allem auch russische Kampfjets abgeschossen werden. Der Anfang vom Ende jeder Diplomatie zwischen den beiden Supermächten, die schon jetzt auf mehr als wackligen Beinen steht und doch die einzige Hoffnung ist.

Nun konnte man erwarten, dass sich der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump mit seinen markigen Sprüchen und flachen Ideen natürlich positiv zu jeder militärischen Lösung äußert. Wirklich interessant und gleichermaßen bedrohlich erscheint es allerdings, wenn auch die demokratische Kandidatin um das Amt an der Spitze der nuklearen Supermacht USA sich offenbar seit längerer Zeit mehr oder minder unverblümt ihre Gedanken um militärische Interventionen als Problemlösung im Nahen Osten macht und so faktisch weiter Öl ins Feuer gießt. Einen Weltbrand nicht ausgeschlossen. (1)

Verletzungen der Waffenruhe

Doch der Reihe nach: Die aktuelle Lage in Syrien ist erschreckender und gefährlicher denn je. Russland unterstellte den USA eine bewusste Verletzung der faktisch bereits gescheiterten Waffenruhe bei einem US-Luftangriff auf syrische Regierungstruppen, der nach Darstellung der Vereinigten Staaten dem terroristischen IS gegolten hat. Man sei irrtümlich davon ausgegangen, dass es sich um einen Stützpunkt des Islamischen Staates gehandelt habe. (2)

Auch Russland betont immer wieder seine friedlichen Absichten und dass es nur gegen Terroristen vorgehe, wenn es wieder mal Bombenangriffe gibt, die zivile Ziele zerstören und wieder viele Menschenleben unter der Zivilbevölkerung kosten.

Nichts anderes als ein unaufhaltbarer Massenmord

Der Angriff auf einen UN-Hilfskonvoi gehört zu den unrühmlichen Höhepunkten dieser Entwicklung und es fällt schwer, hier so nüchtern über etwas zu schreiben, das im Grunde nichts weiter als ein Massenmord ist, den niemand aufzuhalten in der Lage zu sein scheint. Die Vereinten Nationen jedenfalls erweisen sich bislang als absolut unfähig dazu.
Die UN-Konvois stehen hilflos vor den Toren der umkämpften Orte wie Aleppo und können doch nichts weiter tun als warten. (3)
Vielleicht wird deshalb jetzt der Ton gerade gegenüber Russland immer schärfer. Die Kritik aus dem Westen wird deutlicher, auch aus den Reihen der EU. Der britische Außenminister Boris Johnson sprach bereits von möglichen Kriegsverbrechen. (4)

Ausgerechnet Johnson, denkt da vielleicht so mancher, der den Blondschopf vor allem als Scharfmacher in der Brexit-Debatte in Großbritannien erlebt hat. Und dieser Gedanke hat in der Tat etwas Beängstigendes an sich. Wenn gerade solche Politiker jetzt mit kühlem Kopf nach Lösungen in einer mehr als verfahrenen Lage suchen sollen. Da erscheint es auch wenig hilfreich, dass sich der türkische Autokrat und Staatspräsident Erdogan schon vor längerer Zeit besorgt über die russischen Luftschläge in Syrien geäußert hat. (5) Schließlich unternimmt die Türkei längst ihre ganz eigenen militärischen Operationen dort.

Hillary Clinton wollte Krieg in Syrien!

In Syrien wird Machtpolitik pur exerziert und wer dabei am allerwenigsten interessiert sind die Menschen dort. Das ist auf Seiten Russlands so, aber auch westliche Politiker spielen mit dem Feuer, wenn sie wie Hillary Clinton über militärische Lösungen im Nahen Osten nachdenken (die bereits unter Bush grandios gescheitert sind!).
Im Falle der möglichen nächsten US-Präsidentin gab es bereits vor mehreren Jahren das Gedankenspiel eines Krieges gegen Syrien, wie erst jetzt herausgekommen ist. Wikileaks hat eine der zahlreichen berüchtigten Mails von Hillary Clinton öffentlich gemacht. Laut diesen hat die Demokratin bereits 2012 Luftangriffe gegen das syrische Regime um Machthaber Assad empfohlen. Offenbar in der irrwitzigen Kalkulation, dass dies eine tolle Lösung sei, solange Russland nicht eingreife (was wohl ebenfalls so kalkuliert wurde). (6)

Zur Erinnerung: Hillary Clinton war zu dieser Zeit US-Außenministerin! Nicht nur die Tatsache, dass sie solche Mails bekanntermaßen und zum blanken Entsetzen nicht nur der eigenen Sicherheitsorgane über ihren privaten Server laufen ließ, macht den neutralen Beobachter fassungslos. Auch die Pokerspieler-Mentalität, die sich darin äußert, besorgt zutiefst. Denn es geht bei einem solchen Szenario um nichts weiter als den Weltfrieden, wenn Russland anders reagiert als geplant. Und dass Russland durchaus aktiv und aggressiv seine politischen Ziele bereit ist durchzusetzen, hat nicht nur die Krim-Krise eindeutig gezeigt. Clintons damaliges Kalkül, ein Krieg gegen Syrien reduziere das Risiko eines größeren Krieges, erscheint vor diesem Hintergrund geradezu absurd. (7)

Führt der Syrien-Konflikt zum Dritten Weltkrieg?

Mit dieser Denke werden wir alle direkt in einen Dritten Weltkrieg hineingezogen. Eine solche Strategie ist nur verständlich, wenn man sich vor Augen hält, dass Hillary Clinton von jeher als eiskalter Machtmensch gilt. Ein Falke wie ihr Konkurrent Donald Trump auch. Dabei brauchen wir gerade in der aktuellen weltpolitischen Lage mehr denn je besonnene Politiker – nicht nur, um einen aus dem Syrien-Konflikt resultierenden Dritten Weltkrieg abzuwenden.

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