Krebs-Kleidung! Ein Skandal der Modeindustrie!

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von Robert Sasse

Wir fühlen uns wohl und geborgen in ihr, sie ist unsere zweite Haut, Schutzschirm gegen übles Wetter, wir kleiden unsere Kinder darin ein und kuscheln unsere Babys mit ihr in den Schlaf: Kleidung. Doch es gibt eine dunkle Seite unseres täglichen Begleiters, von dem die meisten Menschen nichts ahnen: Krebs und andere hoch gefährliche Krankheiten lauern in unserer Kleidung!

Diese Erkenntnis ist eigentlich nicht neu und doch erschreckt sie jeden Menschen, wenn er sich erst einmal richtig damit beschäftigt. Hoffentlich nicht dann, wenn es schon zu spät ist und eine Erkrankung mutmaßlich auf den schädlichen Einfluss von Textilien oder anderen Bekleidungsutensilien zurückzuführen ist. Wobei das große Problem darin besteht, dass eine solche direkte Verbindung kaum nachweisbar sein wird. Deshalb sind Aufklärung und ein vorsorgendes Verhalten besonders wichtig – gerade dann, wenn es um unsere Kinder geht.

Mehr als 700 Gifte in unserer Kleidung

Wir alle haben schon von den berüchtigten Weichmachern in Kinderspielzeug gehört und uns darüber erschreckt. Aber es gibt noch ganz andere Gefahren, die vor allem in Textilien und Bekleidungsstücken lauern. Denn wenn unsere Kleidung sehr schöne Farben trägt, der Stoff sich besonders glatt und angenehm anfühlt oder die Outdoor-Kleidung wind- und wetterfest ist, dann liegt das leider oft schlicht an Chemie. Auch knitterfrei, leicht zu bügeln oder hochgradig formbeständig sind für uns Verbraucher angenehm, und doch oft genug gefährlich.

Das Problem: Nur sehr selten verursachen die mehr als 700 Gifte in unserer Kleidung direkt Beschwerden oder machen sofort krank. Die so genannten „Textilhilfsmittel“ wirken eher langfristig. Sie sammeln sich in unserem Körper an, bevor sie schädlich wirken und im schlimmsten Fall tödlich krank machen. Noch schlimmer: Ein direkter Nachweis zwischen Ursache und Wirkung ist nahezu unmöglich.

Wasserabweisende krebsfördernde Nervengifte

Dabei sollte einige dieser textilen Helferlein bei uns sämtliche Alarmglocken angehen lassen. So können Azofarben Krebs erzeugen, Trichlorbenzol ist ein Nervengift, PFOA wirkt nicht nur wasserabweisend sondern auch krebsfördernd, und Biozide begünstigen im Abwasser die Bildung resistenter Bakterien … Die Liste ließe sich fast beliebig verlängern und doch ist das Fazit ein ernüchterndes. Weil unsere Kleidung meist im Ausland hergestellt wird, sind deutsche Grenzwerte oft nur das berühmte Deckmäntelchen über einer grausigen und gefährlichen Realität. (1)

Und die ist nicht nur für uns Verbraucher der blanke Horror, sondern vor allem auch für die billigen Arbeitskräfte in den Herstellungsfabriken überall auf der Welt und für unsere Umwelt. Die Bekleidungsindustrie vor allem in Asien ist nicht nur durch völlig menschenunwürdige Arbeitsbedingungen gekennzeichnet. Sie macht ihre Arbeiter vielfach krank, während viele (westliche) Produzenten sich mit dem Hinweis auf Zwischenhändler vor der Verantwortung drücken. Außerdem gelangt die giftige Chemiebrühe in die Umwelt und vergiftet dort wie hier unser Leben. (2)

Die Chemikalien gelangen auch in unser Wasser!

In den Herstellerländern gelangen – wen wundert es noch – die Gifte direkt aus der Produktion in die Umwelt. Diese verseuchen dort über das Wasser die Nahrungskette, aber auch bei uns hier finden wir die Schadstoffe in Gewässern, weil sie mit dem Waschen dorthin freigesetzt werden. In unseren Kläranlagen wird leider nicht alles herausgefiltert, sondern manches Gift einfach nur umgewandelt. Und das ist dann in der Folge sogar noch gefährlicher als ursprünglich.

Auf diese Weise gefährden wir uns gleich mehrfach durch den Import kontaminierter Kleidung. Experten warnen daher schon lange vor diesen Praktiken und Verbraucherschützer fordern ein Umdenken hin zu unbelasteter Bekleidung. Dieses Umdenken muss bei den Konzernen und Firmen beginnen, denn für den einzelnen Verbraucher ist es extrem schwierig, Herstellung und Gefahren von Bekleidung zu erkennen und entsprechend zu handeln.

Modemarken weigern sich umzusteuern

Außerdem weigern sich viele Modemarken immer noch standhaft, umzusteuern und leben weiter auf Kosten billiger Arbeitskräfte, einer vergifteten Umwelt und von gefährdeten Verbrauchern. Greenpeace hat das Verhalten solcher Marken längst untersucht und die schwarzen Schafe angeprangert. Im Fazit von Umwelt- und Verbraucherschützern ist es schon längst bewiesen, dass es schadstofffreie und menschenwürdige Produktionsmöglichkeiten im Bekleidungssektor für Unternehmen jeder Größenordnung gibt – und doch folgen längst nicht alle Firmen dem Weg der Vernunft. (3)

Im Ergebnis ist es auch heute noch so, dass so manches T-Shirt genauso viel wiegt wie die Chemie in ihm drin. Und wir reden hier immerhin über eine Gesamtmenge von rund 80 Milliarden Kleidungsstücken weltweit. Die werden aus Natur- und aus Chemiefasern hergestellt – was für die Giftbilanz leider unerheblich ist. Während das Etikett lediglich Auskunft über die Art der Fasern gibt, verschweigt es die beim Produktionsprozess verwendeten Giftstoffe gezielt. Das können Alkylphenole sein, die berüchtigten Weichmacher, unzählige Farbstoffe, Flammschutzmittel, zinnorganische Verbindungen, Tenside, Aldehyde, Triclosan, Schwermetalle … die unsere Gesundheit akut gefährden und unsere Umwelt vergiften. (4)

Textilchemikalien vergiften unseren Nachwuchs!

Verbraucher und vor allem die Modeunternehmen und Kleidungsproduzenten müssen dringend umdenken, wenn wir diesen Wahnsinn beenden wollen. Dabei sind es im Übrigen interessanterweise keinesfalls vor allem die Billiganbieter, die Probleme verursachen. Gerade Luxusmarken verhalten sich oft besonders schändlich. Die Verursacher scheint es auch kaum zu kümmern, dass sich belastete Kleidung gerade auf unsere Kinder besonders gefährlich auswirken kann. Textilchemikalien können bei unserem Nachwuchs nicht nur ernsthafte Krankheiten, sondern auch gefährliche Hirnentwicklungsstörungen auslösen, wie Wissenschaftler inzwischen bestätigt haben. (5)

Wir sollten auf unbelastete Kleidung umsteigen und entsprechend einkaufen, soweit das möglich ist. Ansonsten gilt: Riechen Sie an der Kleidung und waschen Sie diese unbedingt vor dem ersten Tragen!

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