Welthunger vereint Scheinheiligkeit und Profitgier

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von Norbert Zerr

So sind sie eben, die scheinheiligen profitgierigen  Machtmenschen. Sie operieren mit Emotionen, kassieren ab und inszenieren unbemerkt sogar ihre eigene PR-Show.

Es ist Schande genug, wenn so ein Elend geduldet wird obwohl man effektiv dagegen ankämpfen könnte. Das Welthungerdrama beschert allerdings gewissen Sparten lukrative Profite.

Die Mechanismen, die Vernetzungen und die Profiteure wollen möglichst nur positiv auffallen. Negatives sollte so gut es geht im Verborgenen bleiben. Diesen verborgenen Seiten sind wir hier auf die Spur gegangen.

Das Gesicht des Welthungers

 Sind Sie einmal ehrlich zu sich selbst. Wenn Sie wie ich das große Glück gehabt haben und in einer Zeit geboren wurden, wo sich Deutschland zu einer wohlstandsverwöhnten Industriemacht entwickelt hat, kennt man das Gefühl  quälenden Hungers nicht.

Hunger heißt für mich nicht, wenn wir zum Beispiel Stress hatten und deshalb keine Zeit zum Essen gefunden haben. Irgendwann überkommt uns dann ein Hungergefühl, das nicht vergleichbar mit dem von richtig hungernden Menschen ist. Diese Menschen kommen überwiegend aus der dritten Welt.

Wir haben jederzeit die Möglichkeit an Essen zukommen. Diese Menschen nicht. Um uns herum sind wir zugepflastert mit Fressmeilen. Und wenn uns etwas nicht schmeckt, werfen wir es weg.  Ausgehend von einer WWF-Studie vom letzten Jahr werfen wir Deutsche pro Sekunde 313 kg Lebensmittel weg. Das sind Millionen Tonnen von Lebensmitteln die verschwenderisch und gedankenlos jährlich im Müll landen. Täglich verwandeln wir so tausende von Tonnen genießbare Lebensmittel zu Müll.

Von den knapp 7,5 Milliarden Menschen auf der Welt hungert täglich fast eine Milliarde. Theoretisch gesehen müsste die weltweite Lebensmittelproduktion aber ausreichen, um niemanden mehr auf der Welt hungern zu lassen. (1)

Hunger gehört außerdem zum größten Gesundheitsrisiko weltweit, noch vor vielen anderen Krankheiten und Epidemien, die wir so kennen oder von denen wir als Nichtbetroffene schon gehört haben.

Jährlich sterben fast 9 Millionen Menschen an Hunger. (2)

Profit, Lobbyismus oder Gier nehmen keine Rücksicht auf Hunger

Die Fleischproduzenten dürfen zweifelsfrei zu den Profiteuren des Hungerdramas gehören.

Für die Produktion von Fleisch wird Getreide als Futtermittel für die nachher zur Schlachtung vorgesehenen Tiere verwendet. Damit könnte man Menschen ernähren und nicht Schlachtvieh füttern. In Europa werden ca. 60% des wertvollen  angebauten Getreides an Tiere verfüttert. In Amerika sind es sogar über 90%.

Kurz gesagt, Fleisch wird für wenige produziert und  nimmt dafür viele Hungernde in Kauf. Die Verantwortlichen hören das nicht gern und vermarkten die Fleischproduktion natürlich unter ganz anderen Gesichtspunkten. Dabei ist jedes Mittel recht, um profitable Fleischproduktionen an den Abnehmer zu bringen. (3)

Wie die Praxis dazu mit den vielen Fastfood-Ketten, den vollen Kühlregalen den angebotsreichen Supermärkten der westlichen Welt aussieht,  muss in diesem Zusammenhang bestimmt nicht mehr extra erläutert werden.

Die Agrarwirtschaft tut ihr Übriges dazu. Mit Agrarrohstoffen wird spekuliert und es sollen möglichst hohe Gewinne erzielt werden. Der Trend nach oben hält an und der Markt gibt es her, so dass Rohstoffe zur Nahrungsgewinnung für Spekulanten  nach wie vor interessant bleiben dürften.

Die vermeintlich frohe Botschaft

Der Globalplayer und Genriese Monsanto hat behauptet, dass mit genmanipuliertem Getreide die Ernährung der Weltbevölkerung gewährleistet werden kann. Zahlreiche Studien sind allerdings zu einem gegenteiligen Ergebnis gekommen. Obendrein können genmanipulierte Lebensmittel gesundheitsschädlich sein.

Bill Gates, einer der reichsten Männer der Welt, fördert mit seiner Stiftung in dreistelliger Millionenhöhe gewisse Abläufe in der Agrarwirtschaft, um damit gegen Hunger und Armut anzukämpfen.  Diese Gates-Fördermittel kommen allerdings auch Monsanto für die Produktion von Genmais zugute. Da ist schon die Frage berechtigt, wer oder was soll hier wohltätig gefördert werden. Menschen die hungern oder Konzerne wie Monsanto?

Kein Wunder wird das Misstrauen gegenüber den Mächtigen der Welt, die sich allzu gern als Wohltäter präsentieren und Millionen aus ihrer Portokasse dorthin spenden, wo diese Finanzmittel bestimmt nicht so dringend wie für Hungernde benötigt werden. In der Form gibt es noch genügend ähnliche Beispiele. (4)

Spiel mit den Emotionen

Zahlreiche Stars und Prominente haben ein Herz für hungernde Menschen. Fraglich ist, wer von ihnen auch ohne Medienrummel und Einschaltquoten etwas gegen den Welthunger unternimmt?

Wer kennt sie nicht, Stars wie Bono von U2 oder Bob Geldof. Wer die genauen Hintergründe nicht kennt, geht davon aus, dass einer wie Bono nur noch eine Mission kennt; den Armen und Hungernden zu helfen. Dabei nützt er seine Prominenz aus, was grundsätzlich als gut befunden werden kann.  Auch bei Pop- und Rockstars laufen die Geschäfte nicht immer nur in der Erfolgsspur. Ohne dabei gleich etwas unterstellen zu wollen, doch ein bisschen Unterstützung durch medienwirksame wohltätige Aktionen schadet der eigenen Karriere bestimmt nicht. Menschen wie Bono können über den Äther Millionen ansprechen, beeindrucken und zu Spenden bewegen. Wenn man damit Emotionen weckt und alles an die richtigen Stellen kommt ist dagegen auch nichts einzuwenden.

Doch was man dabei nicht richtig versteht, dass jemand wie Bono, und schon sind wir wieder beim Thema, sich mit Monsanto verbrüdert hat. Monsanto wiederum wird vorgeworfen, Afrikas Landwirtschaft mit GMOs (genetically modified organism) zerstören zu wollen. Genau dagegen wehrt sich aber Afrika. Und dabei fällt Bono als  Monsantogehilfe oder wenn man so will als Botschafter auf. Ist er hier versehentlich auf die falsche Seite gerutscht? (4)

Wir dürfen also weiter gespannt sein, wie das Spiel mit dem Profit weitergetrieben wird. Der Welthunger ist allerdings noch lange nicht besiegt. Wenn der Profit weiterhin im Vordergrund steht, wird sich daran nicht so schnell etwas ändern.

 

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(1)

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/wwf-studie-millionen-tonnen-lebensmittel-landen-im-muell-a-1039485.html

 

 

(2)

http://de.wfp.org/hunger/hunger-statistik

https://de.wikipedia.org/wiki/Welthunger

 

(3)

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/ia-fleischlobby-und-welthunger.html

 

(4)

Die Gier nach Profit macht auch nicht vor dem WELTHUNGER halt! – Wohltat mit Profit?

 

https://bit.ly/2f89I09