Airline-Skandal: Pestizideinsätze in voll bemannten Flugzeugen!

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von Robert Sasse

Stellen Sie sich vor, Sie befinden auf dem Rückflug von Indien nach Deutschland. Sie sind froh, endlich den Heimweg anzutreten. Kaum haben alle Passagiere im Flugzeug Platz genommen, kommen mehrere Stewardessen mit Sprühdosen zurück und beginnen, das gesamte Flugzeug einzunebeln. „Machen Sie sich keine Sorgen“ sagt eine der Stewardessen, „das ist völlig unbedenklich.“ Ihnen wird ein bisschen schummrig, sie denken sich jedoch nichts dabei, schließlich fliegen sie sowieso nicht so gerne.

Jahre später: Sie fangen immer häufiger unkontrolliert an zu zittern, gehen zum Arzt. Dieser diagnostiziert Parkinson. Sie fallen aus allen Wolken. Woher? Wieso ich? Er fragt sie, ob sie beruflich im Agrarbereich tätig sind oder sonst oft mit Pestiziden oder ähnlichem Kontakt hatten. Nein, sie arbeiten bei einer Bank, sind öfter auf Geschäftsterminen im Ausland gewesen, sonst eigentlich nichts.

So könnte eine Geschichte unter fielen lauten. Auf bestimmten Flugstrecken schreiben einige Staaten eine Desinfektion der Flugzeugkabine vor. Gerade die USA sind dort ganz vorne mit dabei und empfehlen das sogar weiter und propagieren dabei ironischerweise den Schutz der öffentlichen Gesundheit.(1) Das ist jedoch lange nicht so ungefährlich, wie man den Passagieren, die man mit der Chemiekeule behandelt, weismachen will.

Dort werden, je nach Vorschrift, Insektizide per Spraydose auf alle anwesenden Passagiere gesprüht. Ziel der ganzen Aktion ist es, die Ausbreitung und Einschleppung von krankheitsübertragenden Insekten, sogenannten Vektoren, zu verhindern. Grundlage dieser Praxis ist eine Empfehlung der WHO (WHO recommendations on the disinsecting of aircraft. Weekly Epide-miological Record, 1998).(2) Dass durch dieses so genanntes „in-flight-spraying“ sowohl die Passagiere als auch die Crew ernsthaft mit Schädlingsbekämpfungsmitteln belastet werden können, wurde und wird dabei von den Airlines als auch von der WHO lange Zeit überspielt und als ungefährlich abgetan.

WHO tut Sprays als ungefährlich ab – Studie beweist Gefährlichkeit

Das Bundesamt für Risikobewertung hat bereits vor Jahren, wenn auch zögerlich, auf die Problematiken aufmerksam gemacht.(3) Infolgedessen wurde das Verfahren bei vielen Airlines geändert und angepasst. Statt Aerosole einfach in die Kabine zu sprühen werden inzwischen oft auch Insektizide auf die Sitze und alle anderen gut erreichbaren Flächen gesprüht. Kommen beispielsweise von den Passagieren eingeschleppte Mücken in Kontakt mit dem Nervengift, sterben sie schlicht und einfach. Was für den Menschen in geringer Konzentration ungefährlich ist, kann sich aber schnell zu besorgniserregenden Mengen addieren.

Die in den Desinfektionsmitteln enthaltenen Wirkstoffe sind meist Pyrethrum (Pyrethrine), Resmethrin, Bioresmethrin, d-Phenothrin oder Permethrin.

Einer US-amerikanischen Studie zufolge stehen Pestizide in Verdacht, die Erkrankung an Parkinson zu begünstigen. Dort wurden an Parkinson erkrankte Menschen und gesunde Menschen zu ihrer beruflichen Vorgeschichte und ihrer toxikologischen Exposition befragt. 88,5 % der in der Studie befragten Parkinson Patienten gaben an, in ihrem Beruf mit Pestiziden in Kontakt gekommen zu sein. Bei den Vergleichspersonen waren es lediglich etwa 5,3 %. Aus dieser überwältigenden Zahl folgerten die Wissenschaftler: Menschen, die in ihrem Beruf häufig mit toxischen Substanzen wie Pestiziden und Insektiziden in Kontakt kommen, haben ein erhöhtes Risiko, an Parkinson zu erkranken. Bei dem Wirkstoff Permethin war das Parkinson-Risiko sogar dreimal so hoch.(4)

Nervengift fördert Parkinson!

Doch die Pestizide und Insektizide begünstigen nicht nur Parkinson. Viele der Stewardessen, Piloten, Wartungsmitarbeiter und Vielflieger, die oft oder sogar mehrmals täglich mit dem Nervengift in Kontakt kamen klagten über Gelenk- und Kopfschmerzen oder zum Teil taube Finger oder Zehen. Häufiger noch waren Rötungen der Haut, Jucken und Atemwegsbeschwerden.(5) Gerade für Kinder kann das unter Umständen schwere allergische Reaktionen auslösen und sich generell negativ auf deren Entwicklung auswirken.

Kann ich mich dagegen wehren?

Das wirft natürlich die Frage auf: Kann ich etwas gegen die Chemiebombe tun? Die Antwort ist relativ ernüchternd: Nein, da muss man im Zweifelsfall aufs Fliegen verzichten. Durch den Kauf der Flugtickets willigt man im Zweifelsfall quasi im Kleingedruckten ein, dass man mit der Desinfektion einverstanden ist. Weigert man sich ausdrücklich dagegen, wird man im wahrscheinlich nicht mitfliegen dürfen.

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(1): http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/jonathan-landsman/us-regierung-raet-airlines-passagiere-mit-pestiziden-zu-bespruehen.html;jsessionid=51600B2C3BF84FE6A184489B6F4A7142

(2):http://www.bfr.bund.de/cm/343/neues_verfahren_zur_flugzeugdesinsektion_schont_passagiere_und_besatzung.pdf

(3):http://www.bfr.bund.de/cm/343/neues_verfahren_zur_flugzeugdesinsektion_schont_passagiere_und_besatzung.pdf

(4):http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/gehirn/news/nervenleiden-pestizide-foerdern-parkinson_aid_435975.html

(5): https://www.allum.de/stoffe-und-ausloeser/pyrethroide/gesundheitsrisiken