Atom-Lobby: Profit ist wichtiger als die Umwelt!

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von Volker Hahn

Der Reaktorunfall im japanischen Fukushima hat 2011 nicht nur das fernöstliche Land erschreckt, sondern die ganze Welt. Zumindest eine Zeit lang. Aber mit den täglichen Nachrichten vom Ort der Katastrophe verschwanden nach und nach auch die Bedenken und Sorgen der Menschen vor den Bildschirmen. Ein fataler Fehler, denn in Japan hatte man weder die Katastrophe im Griff, noch jetzt die Folgen. Ganz im Gegenteil: Die Folgen gefährden die gesamte Menschheit!
Bereits durch Tschernobyl waren Millionen Menschen in Europa von einem Unfall in einem Atomkraftwerk betroffen und werden es weiter sein, aber die Katastrophe in Fukushima setzt dem in jeder Hinsicht die Krone auf. Zunächst einmal geht es um die Folgen der Freisetzung ganz erheblicher Mengen von radioaktivem Material, das nach unabhängigen Schätzungen nicht nur die unmittelbare Umgebung sondern die ganze Welt etwa so stark kontaminiert hat wie 580 Atombomben damals über Hiroshima im Zweiten Weltkrieg.

Die Radioaktivität breitet sich stetig weiter aus

Dazu kommt, dass niemand genau weiß, was in den zerstörten Reaktoren noch für Probleme warten, denn niemand war bisher da drin und niemand weiß, was man genau tun muss. Klar ist dagegen, dass nach wie vor täglich rund 300 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser in den Pazifik strömen. Und der ist nur sehr theoretisch weit weg: Die Radioaktivität gelangt über das Wasser und das Plankton in Fische und die gesamte Nahrungskette – und zwar rund um den Pazifik und auch weltweit. Diese ökologische Katastrophe gefährdet alleine dadurch die Menschheit insgesamt.

Das ist keine wahnwitzige Übertreibung irgendwelcher Ökofreaks, das ist die Meinung unabhängiger Experten und kritischer Stimmen, die der Atomlobby nicht auf den Leim gehen: So sprach der ehemalige japanische Botschafter in der Schweiz ganz offen von der Gefahr einer weltweiten Zerstörung unserer Umwelt und unserer Zivilisation!(1)
Trotz dieser Probleme und Gefahren macht die internationale Atom-Lobby genau da weiter, wo sie während der Katastrophe aufgehört hat: Verschleiern und Vertuschen scheinen die liebsten Kinder der mächtigen Energie-Bosse zu sein. Denn es geht bei dem Geschäft nicht um Menschenleben, sondern um knallharte Geschäfte und um Milliarden-Gewinne. Was kümmert es einen Manager da schon, das ein paar Kinder in Japan sterben oder die Umwelt verseucht wird?

Das einzige was zählt ist der Profit!

Während wir uns Sorgen um die Zukunft der Menschheit machen, kümmern sich die Verantwortlichen weiter um ihren Profit. An der Spitze steht nach wie vor die höchst umstrittene Betreiberfirma Tepco, die erst vor kurzem – ganze fünf Jahre nach der Katastrophe – zugegeben hat, die Öffentlichkeit viel zu spät über die tatsächliche Kernschmelze in Kenntnis gesetzt zu haben. Das ist wohl kaum Zufall gewesen, wie sich unabhängige Beobachter einig sind und dem windigen Betreiber harte Vorwürfe wegen Verschleierung machen, denn schon kurz nach dem Unfall vermuteten viele Experten eine Kernschmelze, den größten anzunehmenden Atomunfall. Aber die ersten Reaktoren in Japan laufen bereits wieder und bringen Profite.(2)
Medien aber enthüllen immer mehr unangenehme Wahrheiten über den Unfall und die globalen Folgen des Super-Gau. Dabei geht es immer wieder um zwei Punkte. Das Fehlverhalten des Betreibers und der Atomlobby auf der einen Seite und die katastrophalen Auswirkungen auf Menschheit und Umwelt auf der anderen Seite.
Das Erstgenannte begann damit, dass nicht nur der Betreiber Tepco, sondern mit ihm auch die japanische Atom-Aufsicht (!) und die japanische Regierung sehr lange versucht haben, Ausmaß und Ursachen des atomaren Unfalls zu vertuschen.

War es etwa doch eine nukleare Explosion?

Selbst bei Tschernobyl und der miserablen Informationspolitik seinerzeit durch die UdSSR war es fast besser. Viele Beobachter vermuten System hinter diesen Vertuschungen und glauben, dass bis heute nicht die ganze Wahrheit ans Licht gekommen ist. Das echte Ausmaß der Katastrophe könnte mithin noch viel größer sein als bislang schon bekannt. Vor allem wird von internationalen Experten vermutet, dass es nicht nur zu einer Kernschmelze gekommen ist, sondern sogar zu einer nuklearen Explosion, wie zum Beispiel Prof. Yukio Yamaguchi von der Universität in Tokio glaubt.(3)

Sollte dem so sein, dann wäre noch sehr viel mehr Radioaktivität schon während der akuten Phase des Unfalls freigesetzt worden, als wir bislang wissen. Und zwar in ganz Japan. Natürlich bestreitet die Betreiberfirma Tepco das genauso wie sie das zunächst bei der Kernschmelze getan hat und erhält dabei Unterstützung von der mächtigen Atom-Lobby. Es ist schon lange bekannt, dass die Verbindungen zwischen der Atom-Industrie, den Atom-Aufsichtsbehörden und der Politik in Japan ganz besonders eng sind. Deshalb tut man heute auch so, als habe man die Lage im Griff und alles sei unter Kontrolle. Die Wahrheit ist:

Nichts ist unter Kontrolle!

Wohlgemerkt: Wir sprechen nicht nur über eine verschleiernde Informationspolitik, die vertuscht statt aufzuklären, wir sprechen hier über Manipulationen in der Region, wir sprechen über eine gezielte Verharmlosung der gesundheitlichen Folgen für die Menschen in ganz Japan, im Pazifik und auf der ganzen Welt!
Alleine in der Präfektur Fukushima selbst sind rund 1,6 Millionen Menschen so stark von den Folgen des Nuklear-Unfalls betroffen, dass man ernste gesundheitliche Schäden befürchten muss, darunter sind 360.000 Kinder. Kritische Berichterstatter sprechen deshalb bereits von Menschenversuchen mit radioaktiver Strahlung und werfen den Verantwortlichen systematische Verharmlosung der Situation vor.(4)
Das größte Problem ist dabei vielleicht der direkte Nachweis einer Erkrankung durch eben den Atom-Unfall, zumal die Folgen zum Teil erst in vielen Jahren nach und nach sichtbar werden. So wie auch heute noch unzählige Menschen in Japan an den Folgen der Atombombenabwürfe im Zweiten Weltkrieg leiden. Betreiber, Atom-Lobby, Aufsichtsbehörden und Regierung scheinen sich dagegen darauf verständigt zu haben, die Gesundheit der Menschen und den Schutz der Umwelt ganz hinten anzustellen. Profit und Gewinnmaximierung sind wohl wichtiger.

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