Schon gewusst? – Ihr Geld ist „nichts“ wert

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von Dr. Michael Grandt

Geld existiert als Zahlungsmittel nur durch das Vertrauen in staatliche Institutionen und Zentralbanken. Doch in Wirklichkeit ist es nicht einmal das Papier wert, auf dem es gedruckt wird.

Geheimaktion: Über Nacht sind 86 Prozent des Geldes ungültig!

Indien, die „größte“ Demokratie der Welt. Indien, das China beim Wirtschaftswachstum abhängt. Indien, in dem 95 Prozent der Bezahlvorgänge mit Bargeld abgewickelt werden. Indien, das am 9. November 2016 in einer Geheimaktion die beiden größten Geldscheine, den 500-Rupien- und der 1.000-Rupien-Schein (7 bzw. 14 €) quasi über Nacht für ungültig erklärte und das Land ins Chaos stürzte.

Mit dieser drastischen Bargeldreform wurden von der Regierung – ohne Vorwarnung – 85 Prozent der umlaufenden Banknoten eliminiert. Umgerechnet rund 265 Milliarden Dollar zirkulierten bis zu jener Nacht in der indischen Wirtschaft. 212 Milliarden davon wurden urplötzlich für ungültig erklärt.

Viele haben hierbei Verluste erlitten. Das Vertrauen in die Regierung und die „Geldwirtschaft“ und den „Wert“ des Geldes ist buchstäblich in einer Nacht zerstört worden.

Ihr Geld ist nichts wert!

Das Indien-Beispiel zeigt: Geld ist nichts, aber auch gar nichts wert. Auch Ihr Geld nicht!

Sie haben richtig gelesen. Geld wird nur durch die Vergabe von Krediten geschaffen, also durch Schulden. Die „wundersame“ Geldschöpfung erfolgt durch Kreditaufnahme von Privatpersonen bei Banken, Unternehmen bei Geschäftsbanken, Geschäftsbanken bei der Zentralbank und Geschäftsbanken untereinander (Interbankenkredite).

Schon in Goethes Klassiker „Faust“ macht nur die Unterschrift des Kaisers einfaches Papier zu einem Zahlungsmittel. Eine wertlose Substanz wird so in eine wertvolle verwandelt und zwar nur durch das Vertrauen in den Kaiser. Genauso ist es mit „Ihrem“ Geld: Es existiert als Zahlungsmittel nur durch Vertrauen in die EU und in die Zentralbank und zwar ohne Gegendeckung.

Was aber, wenn es keine EU und keine Zentralbank mehr gibt? – Richtig, dann wird Geld wieder zu dem was es schon vorher war: Zum Nichts!

Ihre Bank verleiht Ihnen nur Luft, ein paar Zahlen auf dem Bildschirm!

Dieses „Illusionsgeld“, das Sie als „Buch“- oder „Giralgeld“ kennen, existiert nicht physisch, sondern nur virtuell auf Ihrem Bankkonto. Als Schecks, Überweisungen und Kreditkartenabbuchungen wandert es von Bank zu Bank. Aus der ursprünglichen Summe wird immer mehr.

Jedes Mal wenn „Ihr“ Geld auf einer anderen Bank landet, geht aus ihm ein weiterer Kredit hervor. So ist das Geld im eigentlichen Sinne nichts wert, da es sich genau genommen um Forderungen handelt. Scheine und Münzen sind kein Geld, sondern nur ein Symbol, das vom Staat als Zahlungsmittel garantiert wird. Nur das Vertrauen in den Staat legitimiert das Geld. So wie das Vertrauen in den Kaiser in Goethes Faust, Papier zu Geld macht. Es ist eigentlich nur eine „Ware“. Nicht mehr und nicht weniger.

Sachwerte schützen vor dem „Nichts“

Sie sehen also, dass „Ihr“ Geld eine ziemlich unsichere Sache ist. „Sachwerte“ wie Aktien, Edelmetalle und Immobilieninvestments gewinnen hingegen an Wert. Sowieso in den Krisenzeiten, wie Sie sie jetzt gerade erleben.

Wandeln Sie Ihre Ersparnisse und Ihr Vermögen also in Werte um, die nichts mit Papieren zu tun haben. Denn alles, was auf Papieren gedruckt steht, ist ein Versprechen. Und Versprechen können gebrochen werden. Gleichgültig, ob Sparbücher, Geldscheine oder Lebensversicherungen.

Außerdem muss dieses Papierversprechen irgendwo anerkannt, archiviert und dokumentiert sein, damit es nicht gefälscht werden kann. Es hinterlässt eine Aktenspur. Dadurch findet es aber auch der Staat. Er kann es beschlagnahmen oder für wertlos/ungültig erklären – und das war’s dann. Indien lässt grüßen.

 

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http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/Indien/Wirtschaft_node.html

http://www.bpb.de/internationales/asien/indien/44512/ueberblick-wirtschaft

http://www.goldseiten.de/artikel/309800–Der-Stinkefinger-Trade.html

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/bargeld-teilabschaffung-in-indien-sorgt-fuer-chaos-14526318.html

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/konfliktpotential-indiens-regierung-will-elektronischen-zahlungsverkehr-foerdern-14550471.html

Hans Christoph Binswanger: Geld und Magie. Eine ökonomische Deutung von Goethes Faust, Hamburg 2005, S. 23