Pflegekräfte sind unterbezahlt. Doch die Regierung interessiert das nicht!

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von Volker Hahn

Das Pflegepersonal in Deutschland ist eine der Stützen der Gesellschaft – und chronisch überbeschäftigt und unterbezahlt. Im Schnitt hält sich ein Beschäftigter im Pflegebereich lediglich acht Jahre, dann verlassen viele den Beruf und widmen sich anderen Tätigkeiten oder sind psychisch einfach ausgebrannt. Die Regierung will mit zwei Gesetzen die Situation entschärfen und verkennt dabei aber das grundlegende Problem: Personalmangel.

Eine der geplanten Erneuerungen ist, dass die bisherigen drei Pflegestufen durch fünf Pflegegrade abgelöst werden. Zudem für den Pflegegrad anhand einer ellenlangen Liste (diese beinhaltet 77 mit einzuberechnende Aktivitäten) festgestellt werden, wie lange ein Pfleger tatsächlich für die Erfüllung seiner Aufgaben braucht. Wichtige Erneuerung ist dabei, dass künftig auch Kriterien für Demenzkranke zur Feststellung der Pflegestufe einbezogen werden. Bei etwa 1,6 Millionen Demenzkranken in Deutschland eine sehr wichtige Tatsache, wenn dies auch etwas spät kommt. Schließlich sind die Demenzkranken nicht aus dem Nichts aufgetaucht.

 

Doch grundlegend ändert das nichts an der Situation derer, die eigentlich in die Röhre schauen – die Pflegekräfte. Ein Pfleger in Deutschland verdient etwa 2200,- Euro, in Ostdeutschland in der Regel weniger. Dazu kommen Arbeitsschichten von gerne einmal zwölf Stunden am Stück. Da ist es kein Wunder, dass in Deutschland trotz hoher Arbeitslosenquoten händeringend qualifiziertes Personal gesucht wird. (1)

Bis 2050 erhöht sich Zahl der Pflegebedürftigen um 72 %

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe DBfK e.V prognostiziert für Deutschland ein erstaunliches Szenario: „Bis 2050 wird sich die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland im Vergleich zu 2012 um 72% erhöht haben. Derzeit gehen Prognosen von 4,21 Mio. Menschen aus, die dann auf Pflegeleistungen angewiesen sein werden, 2012 waren es noch 2,45 Mio. Leistungsempfänger. Für die nächsten Jahrzehnte ist mit einem kontinuierlichen Anstieg zu rechnen. Bereits 2020 werden 2,78 Mio. Pflegebedürftige erwartet. Das entspricht einem Wachstum um mehr als 13 % in nur acht Jahren.“ (2)

In den nächsten Jahren wird sich die Situation in Sachen Personalmangel voraussichtlich dramatisch verschlimmern. Bereits jetzt schon ist der Job beliebe kein Zuckerschlecken.

Eine Pflegefachkraft betreut dabei je nach Schwere 12,5 – 30 Patienten in einer Schicht. Da wird jedem schnell klar: Es bleibt wenig Zeit, mit einem Patienten noch in irgendeiner Weise zwischenmenschlich zu interagieren. Im Prinzip wird am Akkord gearbeitet. (3)

14 Tage am Stück ohne freien Tag dazwischen ist für viele Pfleger keine Seltenheit. Hinzu kommen noch rasche Schichtwechsel zwischen Früh- und Spätschicht, welche dem Körper ebenfalls einiges abverlangen.

Die Krankenhäuser versuchen auch günstiger Ärzte einzustellen. Leider sind viele der eingestellten Mediziner der deutschen Sprache dann nicht zu 100 Prozent mächtig und dann werden die Pfleger natürlich als Dolmetscher herangezogen. Das sorgt für zusätzliche Arbeit in nicht unerheblichem Ausmaß. (4)

Stress macht Pfleger krank

Für viele der jungen Pfleger hat dieser Schwall an Arbeit, für die man oft auch nicht ausgebildet wurde, eine geradezu erdrückende Wirkung. Man macht Jahrelang eine Ausbildung, wird dann schlecht bezahlt und von der Arbeit so eingenommen, dass das Sozialleben komplett auf der Strecke bleibt? Für viele ein Albtraum, der sie schnell den Beruf wechseln lässt.

Andere Arbeitskräfte macht der ständige Druck psychisch und physisch krank. Laut dem Gesundheitsreport der DAK waren die Branchen „Verkehr, Lagerei und Kurierdienste“ und „Gesundheitswesen“ mit einem Krankenstandswert von 4,7 Prozent unangefochten an der Spitze und deutlich über dem Mittelwert aller Branchen. (5)

Dabei ist auch dem Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland enorm, bei den Ostdeutschen lag der Krankenstand mit 5 Prozent, während es im Westen „lediglich“ 4 Prozent waren.

Zu beobachten ist zudem ein Trend, der sich in den letzten Jahren herauskristallisiert hat: Im Jahre 2010 lag der durchschnittliche Krankenwert noch bei 3,7 Prozent, jetzt, sechs Jahre später sind es bereits 4,1 Prozent.

Bei der Hälfte aller solcherart wegen Überbelastung Erkrankten äußert sich die Symptome in Form von Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, Erkrankungen des Atmungssystems sowie psychischen Erkrankungen. (6)

Insgesamt besteht hier eindeutig Handlungsbedarf. Die Regierung setzt Pilotenstreiks höher in der Agenda, als sich um die Leute zu kümmern, die täglich mit den Auswirkungen von schlechter Politik zu kämpfen haben.

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(1): https://www.compact-online.de/pflegekraefte-in-deutschland-unterbezahlt-und-psychisch-zermuerbt/

(2): https://www.dbfk.de/media/docs/download/Allgemein/Zahlen-Daten-Fakten-Pflege-2015-03.pdf

(3): https://www.compact-online.de/pflegekraefte-in-deutschland-unterbezahlt-und-psychisch-zermuerbt/

http://www.derwesten.de/region/rhein-und-ruhr/personalmangel-in-der-pflege-knochenjob-am-patientenbett-id7641405.html

(4): http://www.derwesten.de/region/rhein-und-ruhr/personalmangel-in-der-pflege-knochenjob-am-patientenbett-id7641405.html

(5): https://www.dak.de/dak/download/Gesundheitsreport_2016_-_Warum_Frauen_und_Maenner_anders_krank_sind-1782660.pdf

(6): https://www.dak.de/dak/download/Gesundheitsreport_2016_-_Warum_Frauen_und_Maenner_anders_krank_sind-1782660.pdf