Geheime Mächte – Atlantik-Brücke: Lenken sie die BRD?

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von Volker Hahn

Natürlich nicht, würde man als Brückenbauer wahrscheinlich empört antworten, wir sind doch schließlich eine Demokratie! Aber als Demokratie bezeichnen sich auch die Türkei, und da wissen Sie und ich längst, dass das nicht die Wahrheit ist.

Deshalb lohnt es sich, auch vor der eigenen Haustür zu kehren und herauszufinden, wie demokratieförderlich die Atlantik-Brücke wirklich ist. Dazu sollte man einen Blick zunächst auf die Gründungsgeschichte werfen, denn vielen Menschen ist diese Organisation unbekannt.

Die Anfänge

In einer Kurzdarstellung bei Lobbypedia firmiert die Atlantik-Brücke als Verein, der 1952 von den Bankiers Eric Warburg und Gotthard von Falkenhausen, den ZEIT-Journalisten Marion Gräfin Dönhoff und Ernst Friedländer sowie den Unternehmern Eric Blumenfeld und Hans-Karl von Borries gegründet wurde. (1)

Demnach geht es um die deutsch-amerikanische Freundschaft und die gegenseitige Verständigung. Was könnte es Schöneres geben, fragt man sich da, vor allem jetzt in den Zeiten eines offenbar durchgeknallten US-Präsidenten Trump, der ganz offen von Handelskriegen faselt.

Wirft man allerdings einen genaueren Blick auf die Gründung der Atlantik-Brücke, dann entstehen Zweifel an der Legende eines rein menschenfreundlichen Vereins von wahren Demokraten: Die deutsche Seite war offenbar schon damals vor allem sehr an Kontakten zur US-Oligarchie interessiert, während die amerikanischen Eliten im Gegenzug ihre Pendants auf der anderen Seite des Atlantiks gezielt zu Förderern der US-Interessen in Übersee machen wollten. (2)

Mangelnde Transparenz – fehlende Kritik

Schaut man sich die Mitgliederliste der Atlantik-Brücke genauer an, dann wundert es einen nicht, warum der Verein kaum öffentlich kritisiert wird. Denn unter der bewusst exklusiven Mitgliederschar sind alle Eliten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Medien vertreten. Wer also von Gewicht sollte da öffentlich Kritik üben und für Transparenz sorgen?

Auch wenn keine strikte Geheimhaltung herrscht – eine Mitgliederliste gibt es sogar auf Wikipedia (3) – und es sogar Jahresberichte des Vereins gibt, deutet schon die bewusste Beschränkung der Mitgliederzahl und das Auswahlverfahren durch den Vorstand auf die bewusste Exklusivität zum Schutz der gezielten Netzwerkarbeit hin.

Die Stoßrichtung ist dabei klar: So wurde und wird das transatlantische Freihandels-Abkommen TTIP von der Atlantik-Brücke entschieden befürwortet: Business first!

Was die TTIP – Befürworter verrät

Angeblich geht es ja bei der Atlantik-Brücke um Völkerverständigung und um die Förderung von Demokratie und Austausch zwischen Deutschland und den USA. Im Falle von TTIP macht die vehemente Unterstützung des jetzt ausgerechnet von Donald Trump endgültig zu Fall gebrachten Freihandelsabkommens aber klar, was darunter im eigentlichen Sinne verstanden wird: Die Förderung der Interessen weniger Eliten auf Kosten der großen dummen Masse der Bevölkerung.

Denn TTIP hätte uns zu Geiseln einiger weniger großer Konzerne gemacht. In ein paar klaren Worten hat das der unabhängige Ökonomie-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz schon vor einiger Zeit auf den Punkt gebracht: „Ich glaube, die Gefahren von TTIP werden in Deutschland nicht übertrieben, sie werden unterschätzt. Der Nutzen für den Handel wäre nicht wirklich groß, der Schaden für Verbraucherschutz und Demokratie aber schon.“ (4)

Wohlgemerkt: Überflüssig und gefährlich ist ein solches Abkommen „nur“ für die Konsumenten und die Demokratie – nicht jedoch für ein paar Konzerne und die Nutznießer in den Eliten hüben und drüben. Darum verrät die vehemente TTIP-Unterstützung durch die Atlantik-Brücke, welch Geistes Kind deren Mitglieder in Wahrheit sind: Außen Demokraten, innen Oligarchen.

Die Oligarchen

Das gesamte Verhandlungsverfahren zu TTIP – Sie erinnern sich – war von Anfang an undemokratisch, weil es faktisch ohne demokratische Kontrolle stattfand. Zugang zu den streng geheimen Verhandlungen hatten neben den Verhandlungsführern selbst allerdings – Industrielobbyisten!

Dieses Exklusivitätsmuster ist genau nach dem Geschmack der Atlantik-Brückler, so wie es schon von Anfang an die Bestrebung vor allem der amerikanischen Seite war, für so viel Oligarchie wie möglich zu sorgen.

Die Herrschaft einer kleinen Gruppe selbst ernannter Elite ist schon in der Gründung der Atlantik-Brücke angelegt. Es geht um Geld und Profit, wie bei TTIP zu sehen. Die Nähe zum amerikanischen Geheimdienst CIA wurde dabei im Übrigen keinesfalls verhehlt, sondern vielmehr gefeiert. (5)

Fazit: Wenn eine Organisation wie die Atlantik-Brücke öffentlich von Demokratie und Freiheit redet, von ihrer Gründung und Struktur her aber einer Oligarchie Vorschub leistet, dann ist extreme Vorsicht geboten. Unsere Demokratie ist wertvoller als die Interessen einer sich selbst als Elite verstehenden Oberschicht. Wie bei TTIP schon, gilt auch hier: Es wird Zeit, dass wir unsere Demokratie verteidigen. Nicht nur gegen islamistische Terroristen, sondern auch gegen alle anderen Feinde!

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