Sterbe ich wenn der Notfall kommt?

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von Volker Hahn

Mancher wird jetzt denken: Wieso, Trump ist doch schon Präsident geworden! Manch Älterer wird an die Zeit der Angst vor einem Angriff durch den Warschauer Pakt oder an einen Atomkrieg denken. Zumindest das letztgenannte Beispiel ist nach wie vor aktuell – vielleicht sogar aktueller denn je, weil im Weißen Haus jetzt ein Präsident mit dem Geheimkoffer für den Atomwaffenangriff rumläuft, der einen ausgewiesenen Kriegstreiber zum engsten Berater zählt.

Es gibt viele weitere Gründe, warum in Deutschland aktuell nicht nur Behörden sich wieder verstärkt um Notfallvorsorge und Notfallpläne kümmern. Dazu zählen nicht zuletzt die Veränderungen durch den Klimawandel mit immer stärkeren Umwelt- und Wetterkatastrophen. Deshalb frage ich Sie heute: Sind Sie auf den Ernstfall auch vorbereitet?

Vorsorge für den Katastrophenfall

Das ist nicht etwa der Titel einer reißerischen Mediengeschichte, sondern zu lesen auf der offiziellen Website des Bonner Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Die recht lange in einem Beamtendornröschenschlaf vor sich hin dösende Behörde erlebt gerade ihren zweiten Frühling und gibt Tipps in (fast) allen Lebenslagen. Wörtlich heißt es da mahnend: „Ist ein Notfall erst eingetreten, ist es für Vorsorgemaßnahmen meist zu spät. Wenn es brennt, müssen Sie sofort reagieren. Wenn Sie und Ihre Familie evakuiert werden müssen, können Sie nicht erst beginnen, Ihr Notgepäck zu packen. Wenn der Strom für Tage ausfällt, sollten Sie einen Notvorrat im Haus haben.“(1)

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Dann folgen in einem Ratgeber Informationen zu allen möglichen Themen, damit Sie für den Notfall bestens gerüstet sind: Vom Lebensmittelvorrat über das Notgepäck bis hin zu Hinweisen, wie Sie in der Katastrophe auf dem Laufenden bleiben. Das wirft die Frage auf: Werden Schnappschüsse und Selfies aus der Hölle dann der Renner im Katastrophenfall? Im Ernst: Kennen Sie nicht auch viel zu viele Menschen, für die das Smartphone das wichtigste Überlebensmittel ist – während sie in einer ernsten Lage ohne das Ding völlig hilflos wären?

Der Bund rüstet auf

Solche Sorgen stehen bei der Bundesregierung nicht im Vordergrund. Der Bund weist dafür darauf hin, dass in einem Ernstfall die Wehrpflicht keinesfalls abgeschafft ist, sondern sie ist nur ausgesetzt und kann jederzeit wieder aktiviert werden. (2)

Der Verteidigungsfall als Katastrophe, das wäre in der Tat beängstigend. Und zwar aus zwei Gründen: Zum einen ist die Wahrscheinlichkeit mit dem Ukraine-Krieg auch für Deutschland und Europa wieder deutlich angestiegen. Und es gibt bislang keine Anzeichen, dass hier eine dauerhafte politische Lösung gefunden werden könnte. Zum anderen erscheint die Verteidigungsfähigkeit der NATO unter US-Präsident Trump als ausgewiesenem NATO-Kritiker unsicherer denn je.

Schutzräume und Notvorräte

Das schon genannte Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe rät ebenso zu Notvorräten wie das Technische Hilfswerk (THW) und die Regierung. Besorgt fragen sich viele Menschen: Tue ich genug? Werden die Vorräte reichen? Kanzlerin Merkel als oberste Krisenbeauftragte der deutschen Bundesregierung hat zwar noch keine Einkaufsliste getippt, aber es gibt eine Faustregel, die da lautet, „dass die privaten Lebensmittelvorräte für zehn und die Wasservorräte für fünf Tage ausreichen sollten.“ (3)

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Sie haben allerdings sicher auch schon Berichte im Fernsehen gesehen, wo sich Menschen mit Nahrungsmitteln und sonstigen Notvorräten geradezu eingebunkert haben. Selbstverteidigungskurse blühen (nicht nur wegen der Silvesternacht in Köln) und ich möchte nicht wissen, welcher harmlose Familienvater nicht mindestens mit dem Gedanken schon mal gespielt hat, sich eine Waffe für den Ernstfall zuzulegen, um das Einfamilienhaus und die Familie zu schützen.

7 TAGE NAHRUNGS-RATION

Wahrscheinlich zu Recht! Die Zeiten werden immer rauer.

Vollgetankte Hubschrauber

Den Vogel haben mal wieder die Amis abgeschossen, denn aus dem Silicon Valley und den anderen Brutstätten einer wunderbaren neuen Welt erreichen uns vermehrt Nachrichten, dass die Reichen und Mächtigen sich mit vollgetankten Hubschraubern im Ernstfall auf einsame Inseln zurückziehen werden, wo auch genügend Vorräte für den gewohnten Lebensstil bereitstehen.

Berichte, wonach es ernst zu nehmende Bemühungen gerade dieser mächtigen Leute gibt, diese Welt besser und sicherer zu machen, habe ich dagegen leider noch nicht gelesen – vielleicht nimmt das Geldscheffeln ja einfach zu viel Zeit in Anspruch.

Klimawandel und Co.

Dabei gäbe es genug zu tun. Für uns in Deutschland ganz naheliegend und doch fast unerreichbar: Die belgischen Katastrophenreaktoren in Tihange oder Doel, die nach übereinstimmenden wissenschaftlichen Erkenntnissen im Ernstfall Deutschland nicht nur in Nordrhein-Westfalen verseuchen könnten. (4)

ARMEE-KOMPASS

Und wenn man nicht gerade US-Präsident Trump heißt, dann weiß man auch, dass der Klimawandel eine unfassbar große und äußerst konkrete Bedrohung der ganzen Menschheit ist – da hilft kein America First. In Deutschland prallt der Klimawandel zudem mit dem demografischen Wandel in absehbarer Zeit zusammen. (5)

Fazit: Wenn Sie sich auf den Ernstfall vorbereiten wollen, dann sind Sie mit den Informationen der offiziellen Behörden gut bedient. Wichtiger aber erscheint die goldene Regel eines erfolgreichen Krisenmanagements: Krisenvorsorge ist der beste Krisenschutz. Da tun die offiziellen Stellen auf der ganzen Welt zu wenig. Zeit, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen – und sich einzumischen. Der Ernstfall ist da.

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