Aufgedeckt: Frankreich hat ausgemerkelt!

Auf Facebook liken

Watergate.TV war vor Ort. Mitten in Paris. Direkt auf der Ésplanade du Louvre, vor der Glaspyramide, der Kulisse für die beeindruckenden Jubelbilder, die weltweit den Sieg von Präsidentschaftskandidat Macron zeigten. Die Entscheidung war mit mehr als 65 % Stimmenanteil für Macron eindeutig. Le Pen gab vor Ort noch ihre Niederlage zu und will nunmehr in der eigenen Partei aufräumen. Zunächst fällt der Name: Front National. Was allerdings deutsche Medien daraus gemacht haben, ist falsch. Die Euro-Jubelfeier war inszeniert. Watergate.TV war vor Ort.

Der Morgen in Paris

Paris gibt sich in Volksfeststimmung, alle Geschäfte sind geöffnet, die Franzosen sind gut gelaunt am heutigen Wahlsonntag. Man geht frühstücken, einkaufen und genießt den freien Tag. In der Stadt und vor dem Élysée-Palast die Ruhe vor dem Sturm. Großräumig abgesperrt, überall schwerbewaffnete Polizei und Militär. Nur wenige Touristen und ein, zwei Fernsehteams verirren sich hierher. Keine Franzosen. Man geht in seinem Quartier wählen – wenn überhaupt. Die Franzosen sind mehrheitlich uninteressiert. Eine Wahl zwischen Pest und Cholera oder um Schlimmeres zu verhindern, wie sich später beim Stimmenfang unter den Parisern herausgestellte.

20 Uhr – das Wahlergebnis steht fest

Watergate.TV ist am altehrwürdigen Louvre, der Ésplanade du Louvre, dem Platz an der Glaspyramide, die Präsident („Le Roi“) Mitterrand 1989 hatte erbauen lassen. Der Platz, an dem Dan Browns „Da Vinci Code“ gedreht wurde. Tausende Franzosen strömen mit Frankreich Fahnen auf den Platz. Polizeihundertschaften, mit Rüstungen gepanzert und Maschinengewehren bewaffnet regeln den Verkehr und sichern den Platz mit zahlreichen massiven Kontrollen großräumig ab – der Platz, der noch am Nachmittag aufgrund eines Sicherheitsalarms evakuiert worden war und nun Schauplatz einer großen Frankreich-EU-Inszenierung, vor allem für die Auslandsmedien geworden ist.

Ein Fahnenmeer: Die Täuschung der Medien

Wir standen drin im Meer aus französischen Fahnen. Die konnte jeder umsonst für die Jubelfeier haben und damit das bunte Bild noch etwas verschönern. Es sei allen gegönnt, die sich vor Ort wirklich gefreut haben.

Nur: Unsere Schätzungen ergaben, dass von 1.000 Fahnen maximal 1 einzige EU-Fahne gewesen ist. Watergate.TV wechselte den Standort. Hielt sich hinten auf. Vorne, an der Seite links, an der Seite rechts. Überall dasselbe Bild. Kostenfreie Frankreich-Fahnen und keine EU-Bilder. Sehr, sehr wenige angemalte Gesichter in Landesfarben.

Italien, Frankreich, Deutschland … und die EU. Eine Gruppe von drei(!) Männern wurde zum dankbaren Objekt der Medien. Ein Einziger schwenkte die EU-Flagge. Ein Anderer, mit Deutschland-Farben im Gesicht, ließ sich interviewen – ausgerechnet von der ARD. Die genau dieses Bild „von den feiernden Menschen“ suchte.

Der junge Mann freute sich – möglicherweise tatsächlich – über diese „Wahl gegen den Hass“ und schwadronierte von Europa und Freiheit. Stimmen, die im Staatsfernsehen Deutschlands natürlich gerne aufgenommen werden. Watergate.TV folgte dem „Originalton-Team“ – minutenlang kam kein weiteres Interview zustande.

Lagebesprechung: Zurück zur Gruppe von drei (!) jungen Männern, die schon lange andere Interviewpartner gefunden hatten und in bester Kirchentagsstimmung ihre Parolen abgeben konnten. Die Gruppe tanzte und schwenkte. Ihre einzige(!) Europa-Flagge. Zugegeben, im Laufe des Abends fanden sich sehr wenige weitere EU-Flaggen. Dennoch: Die Gruppe blieb für viele der suchenden Fernseh- und Radioteams eine der wenigen Interview-Anlaufstellen.

 Wahl, um Schlimmeres zu verhindern

Watergate.TV hörte sich um. Tatsächlich waren die Menschen vor Ort ohne Frage erleichtert. Erleichtert, weil Le Pen in Frankreich als die denkbar schlechteste Wahl galt. Natürlich fanden sich bei der Feier vor dem Louvre in erster Linie Macron-Fans, dennoch verhieß auch die Stimmung in Kneipen und Restaurants dasselbe – keine Wahl für Macron, sondern gegen Le Pen.

Le Pen ist bei der Mehrheit der Franzosen unbeliebter als Macron. Aber ist Macron beliebt? Vor Ort fanden sich die Wenigsten, die in ihm „ihren“ neuen Präsidenten sahen. In den Kneipen und Restaurants blieb der Jubel verhalten. Im Intellektuellen- und Künstlerviertel Montmartre überwog das Desinteresse. Wer auf die Bildschirme starrte, lachte abfällig. Man wollte mit der Wahl ‚für‘ Macron Schlimmeres verhindern – verhindern, dass Frankreich mit Le Pen in einer ‚Katastrophe endet‘, so der O-Ton unter den Franzosen.

Macron: ehemaliger Rothschild-Bankmanager – der Aufstieg des „Unbekannten“

Die Wahlbeteiligung lag dieses Jahr sogar noch deutlicher unter der Wahl von 2012. Mit 65 % Wahlbeteiligung zeigten die Franzosen, dass keiner der beiden Kandidaten wählbar ist. Zudem machten viele Bürger ihrem Unmut Luft, in dem sie nicht ausgefüllte oder ungültig gemachte Stimmzettel abgaben und so ihrem Protest Ausdruck zu verliehen.

Hier hatte man sich einen anderen Kandidaten gewünscht als Macron, den ehemaligen Rothschild-Bankmanager. Einen Mann, den eigentlich niemand richtig kennt und die Franzosen sind selbst ein wenig erstaunt über den kometenhaften Aufstieg dieses Unbekannten. Erstaunt auch darüber, dass die großen Volksparteien keine Mehrheit erlangen konnten. Ein Gesichtsloser und wie auch der „Spiegel“ bemerkte, sprach er nach seiner Wahl im Fernsehen „wie ein Roboter“. Er las ab – wie von einem vorgefertigten Script.

„In jedem Fall wird eine Frau die Wahl gewinnen“

So sagte Le Pen noch am Vorabend. „Entweder gewinne ich oder Merkel“. Denn Macron steht wie Merkel für die EU. Mit seiner Bewegung „En Marche“ hatte Macron damit geworben, die Europäische Union zu stärken, die Euro-Zone zu einem Kerneuropa aufzubauen und die Zusammenarbeit mit Deutschland noch deutlich zu intensivieren. Er kündigte zudem an, deutlich mehr Investitionen von Deutschland in Frankreich und für die EU zu erwarten.

„Vive la France“

So die Ausrufe auf der Ésplanade du Louvre. Die Franzosen feierten mehrheitlich sich selbst und „La Grande Nation“. Die Marseillaise wurde gesungen, Frankreich Fahnen geschwenkt – Frankreich will La Grande Nation bleiben und sucht zwischen Rechtsradikalismus und Pro-EU Meinungsmache seine Identität und will an die großen Erfolge der Vergangenheit anknüpfen, die in diesen Zeiten verloren gegangen zu sein scheinen.

Fazit: Die Stimmung in Frankreich war nur „erleichtert“, aber nicht ausgelassen. Die große Mehrheit ist seit Jahrzehnten längst an den Zuzug aus den ehemaligen arabischen und afrikanischen Kolonien gewöhnt. Deshalb hatte Le Pen hier tatsächlich nicht ausreichend Zugkraft.

Die große Wahlverweigerung (mit vielen ungültigen Stimmzetteln, die niemand zählt), zeigt aber, dass die Franzosen der EU misstrauen. Sie wissen, dass sie sich vermerkelt haben. Der Ausverkauf an die EU hat begonnen. Rothschild sei Dank.

Auf Facebook liken