+++ Merkel sucht nach Trumps Absage neue Handelspartner +++

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Watergate Redaktion 30.5.2017

Merkel empfängt heute in Berlin den indischen Premierminister Modi zu den traditionell zweijährigen Gesprächen der beiden Länder. Im Vordergrund der Gespräche stehen die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Indien. Vor allem die Themen Wirtschaft, Wissenschaft, Technologie, Klimapolitik und Entwicklungspolitik sollen Gegenstand der Verhandlungen sein. Um die Zusammenarbeit weiter auszubauen, sollen zahlreiche Abkommen unterzeichnet werden.

Nach dem als gescheitert bezeichneten G7 Gipfel vergangenes Wochenende auf Sizilien und Trumps Absage an eine Freihandelspolitik mit Europa sucht man verstärkt nach neuen Partnern für freien Handel. Zuletzt hatte Merkel das Freihandelsabkommen JEFTA mit Japan vorangetrieben. Diese Woche wird auch Chinas Ministerpräsident Li Kequiang in Berlin erwartet. Diese beiden so kurz aufeinanderfolgenden Treffen dürften kein Zufall sein, denn China und Indien sind wichtige Handelspartner deutscher Firmen. Doch die Handelsbeziehungen mit China gelten als nicht einfach.

Zuletzt versuchte Gabriel vergeblich, China zu einer stärkeren Kooperation zu bewegen. Wenn China ungehindert deutsche Firmen kaufen könnten, müsse man im Gegenzug deutschen Firmen gestatten, sich in China zu etablieren. Auch Indien gilt nicht als zuverlässiger Handelspartner. Justiz und Verwaltung arbeiteten nicht so, wie man es von der Zusammenarbeit mit den USA gewohnt sei.

Merkel scheint in ihrem Wahlkampf nichts unversucht zu lassen, um bei den Wählern zu punkten. Da sie bei Trump nicht punkten kann, sucht sie nun krampfhaft nach neuen Partnern, um sich als erfolgreiche Kanzlerin, die unabhängig von den USA agieren kann, zu präsentieren. Ob der Plan aufgeht?

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