+++ Martin‘s Rentenkonzept +++

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Watergate Redaktion 8.6.2017

Gestern stellten SPD Kanzlerkandidat Martin Schulz und Arbeitsministerin Andrea Nahles das neue Rentenkonzept der SPD vor. Konkret versprach die SPD eine „verlässliche Rente“. Die „solidarische Rente“ solle sicherstellen, dass Menschen, die ein Leben lang gearbeitet hätten, im Alter nicht in Armut leben müssten. Schulz selbst bezeichnet sich selbst als Kämpfer für „die hart arbeitenden Menschen“. Dabei vergisst er, dass Langzeitarbeitslose im Alter auch von Armut bedroht sind.

 

Das neue Rentenkonzept sieht dabei vier Punkte vor: Das Rentenniveau soll auf 48 Prozent eines Durchschnittslohns gehalten werden. Zweitens soll der Beitragssatz bis 2030 nicht über 22 Prozent steigen. Um das zu finanzieren, sollen drei Millionen Selbständige in die gesetzliche Rentenversicherung aufgenommen werden. Drittens sollen Menschen mit einer geringen Rente eine Solidarrente erhalten. Wer 35 Jahre in die Rentenversicherung einbezahlt hat, soll eine Rente von mindestens 10 Prozent über der Grundsicherung erhalten. Viertens soll das Renteneintrittsalter bei 67 bleiben.

 

Die Linken kritisierten das Rentenkonzept der SPD. Der rentenpolitische Sprecher der Linken Birkwald sagte: „Wenn die SPD die Grundsicherung im Alter nur für diejenigen um zehn Prozent anheben will, die 35 Jahre lang hart gearbeitet haben, heißt das konkret, dass einer Rentnerin in Thüringen gerade einmal 761,20 Euro Rente im Monat zustehen würden und einer Hamburgerin 963,60 Euro.“ Der Geschäftsführer des Arbeitgeberverbands BDA Kampeter sagte, das Konzept sei „kurzsichtig“ – die Finanzierung bis 2030 sei unklar.

 

Sahra Wagenknecht kommentierte auf Facebook: „Traurig! Statt sich erneut mit einem derart mutlosen Vorschlag zu blamieren, hätte Martin Schulz lieber mal nach Österreich fahren und das dortige Rentensystem studieren sollen. Dort wurde statt auf privatisierte Betrugsrenten à la Riester und Nahles auf eine Stärkung der gesetzlichen Rente gesetzt. Im Ergebnis bekommt ein Durchschnittsrentner 800 Euro mehr im Monat als in Deutschland, die Mindestrente liegt bei 1030 Euro. Wann wird die SPD begreifen, dass soziale Gerechtigkeit heißt: Abkehr von der bisherigen Politik – und nicht weiter so?“

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