UNFASSBAR: EU regelt PLASTIKVERBRAUCH zu TODE – und ein junger Mann zeigt die Rettung der Ozeane

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Die Ozeane ertrinken im Plastik und die EU gibt lächerliche Ziele vor: Jeder Bürger müsste demnach 2019 nur 90 Mülltüten jährlich „verbrauchen“. 2025 sollte der Verbrauch auf 40 Tüten sinken. Während Deutschland das Ziel angeblich jetzt schon erreicht hat, hinkt ganz Südeuropa weit hinterher. Zudem sind die angebotenen Alternativen – Papiertüten – in der Herstellung viel zu aufwendig. Ein junger Mann macht vor, wie es gehen könnte. Was die EU und ihre Monsterbürokratie einfach unterstützen sollten. Damit ein unsichtbares Problem endlich gelöst wird. Ein Bericht.

Wie Plastikmüll unsere Ozeane erstickt

…und wie ein 17-jähriger das größte Ocean Cleanup Projekt der Welt gestartet hat

Ein Schüler will die Weltmeere retten

Der Niederländer Boyan Slat ist heute 22 Jahre alt. Als 16-jähriger Schüler verbrachte Boyan Slat seine Ferien auf einer Insel in Griechenland. Bei seinen Tauchgängen stellt er fest, dass das Meer voll mit Plastikmüll ist. Er fragte sich, warum niemand den Müll beseitigt. Diese Frage hat ihn nicht wieder losgelassen.

 

Millionen Tonnen Plastikmüll gelangen jährlich in die Meere

Die Weltmeere sind heutzutage voll mit Millionen Tonnen Plastikmüll. Jährlich landen rund weitere 30 Millionen Tonnen Müll in den Ozeanen. Ein Großteil des Mülls hat sich an der Wasseroberfläche und den Metern darunter in riesigen Strömungsstrudeln in fünf verschiedenen Meeren angesammelt. Die Strudel sind inzwischen so groß wie Länder. Im Norden des Pazifiks hat sich der größte Plastikkontinent gebildet. Zwischen Nordamerika, Hawaii und Asien wirbeln hunderte tausend Tonnen Müll im Meer. In den letzten 40 Jahren hat sich der Plastikstrudel um das Hundertfache vergrößert. Er hat mittlerweile die Größe von Frankreich (http://bit.ly/2sa1R9d).

 

Plastikmüll tötet Meeresbewohner – Strände versinken in Müll

Viele Plastikteile landen auch an allen Stränden der Welt. Ganze Strände unbewohnter kleiner Insel versinken geradezu im Müll. Immer mehr Seevögel und Meeresbewohner wie Fische, Delfine, Wale und Schildkröten verenden qualvoll daran. Denn mit der Zeit zerfällt das Plastik in kleinere und kleinste Teile. Meerestiere verwechseln die Plastikteile mit Futter und nehmen diese auf.

Dabei werden auch größere Teile verschluckt, die mit der Verdauung nicht mehr ausgeschieden werden können. Immer größere Mengen sammeln sich im Magen-Darm-Trakt an und führen schließlich zum qualvollen Tod der Tiere. Aber nicht nur größere Meeresbewohner nehmen Plastik auf. Auch Kleinstlebewesen wie Plankton, Muscheln und Garnelen nehmen Mikro-Plastikpartikel auf, die über Fische und schließlich auch direkt in unserer Nahrungskette und damit in unserem Körper ankommen.

Meeresschildkröten, die sich vorwiegend von Quallen ernähren, verwechseln diese mit im Wasser treibenden Plastiktüten. Auch in Walen und anderen Meeressäugern wurden ganze Mägen voll mit Plastikmüll gefunden. Auch immer mehr verloren gegangene und marode Fischernetze, Kabel und Drähte treiben in den Meeren, in denen sich Fische und Meeressäuger verfangen und schließlich verenden.

Mikroplastik gelangt in unsere Nahrungskette

Plastik zerfällt zwar im Laufe von Jahren, aber wird nicht vollständig zersetzt, so wie organisches Material. Es bleibt in der Umwelt, gelangt in den Ökokreislauf und in die Nahrungskette. Mikro-Plastikpartikel landen also auch in unseren Körpern und reichern sich – schlimmstenfalls – dort an. Und es ist noch nicht vollständig erforscht, welchen Schaden Plastikpartikel im menschlichen Körper anrichten. Fest steht allerdings, dass Plastik Giftstoffe enthält, die den Menschen krank machen können, wie z. B. gefährliche Weichmacher, Farbstoffe und Flammschutzmittel.

Wie gelangt Plastikmüll ins Meer?

Plastikmüll landet auf unterschiedlichen Wegen in Gewässern und Meeren. Viele Kosmetikprodukte wie z. B. Zahnpasta und Duschgel enthalten Mikroplastikpartikel. Sie sollen den Reinigungseffekt verstärken. Durch das Abwasser landen sie ungehindert in Gewässer und Meere. Auch Waschmaschinen erzeugen Mikropartikel: Fleecepullover oder andere Kunstfasertextilien geben beim Waschen kleinste Faserteile ab, die ebenfalls mit dem Abwasser ins Meer gespült werden. Strände und Gewässer, vor allem häufig in Entwicklungsländern werden oft als Müllkippe verwendet. Aber auch in Industrieländern landet Müll in Gewässern. Am schlimmsten treiben es Ozeanriesen. Obwohl die Müllentsorgung auf See verboten ist, entsorgt doch ein Großteil der Schiffe ihren Müll einfach ins Meer. Viele Schiffe verlieren auch einfach Teile ihrer Ladung. Durch die exzessive Hochseefischerei, die zudem die Fischbestände vernichtet, gelangen immer mehr Netze in die Meere, in denen sich Tiere verfangen.

Menschen starten weltweit Säuberungsaktionen an Stränden

An vielen Stränden weltweit haben die ansässigen Bewohner, aber auch Touristen angefangen, Müll in Gemeinschaftsaktionen regelmäßig einzusammeln. Zwar gehört Deutschland zu den Ländern, die wenig Plastikmüll in Gewässer und Meere abgeben. Und wie nur wenige weitere Länder hat Deutschland ein funktionierendes Müll-Recyclingsystem eingeführt. Trotzdem fallen jährlich immer mehr Tonnen Plastikmüll an. Denn immer mehr Lebensmittel werden in Wegwerfverpackungen verkauft.

Das Problem ist eben global. Der Müll von anderen Ländern verteilt sich in allen Weltmeeren und gelangt so an alle Strände der Welt. Nur durch ein gewaltiges Umdenken und eine nachhaltige Verhaltensveränderung kann die Müllproduktion verringert werden. Jeder kann selbst etwas dazu beitragen, indem er den Kauf von Wegwerfartikel reduziert, Plastikverpackungen und Plastiktüten vermeidet. Auch Kosmetika mit Mikroplastikkügelchen sollten vermieden werden. Hier können Sie sehen, welche Produkte Plastikpartikel enthalten: http://bit.ly/2gVJvDi.

Boyan Slat nimmt das Problem selbst in die Hand

Doch zurück zu Boyan Slat. Ihn hat vielmehr die Frage beschäftigt, wie man die Ozeane von den gewaltigen Müllmengen säubern kann. Bei seinen Recherchen stieß er zunächst immer wieder auf das gleiche Problem. Viele Umweltschutzorganisationen waren sich zwar des Problems bewusst, konnten aber bisher keinen Weg finden, das Müllproblem in den Ozeanen zu lösen. Er hörte immer wieder, dass man zwar daran arbeiten könne, die Müllproduktion zu reduzieren. Jedoch sei dies ein globales Problem und viele Länder hätten weder das Geld noch die notwendige Infrastruktur und Technik, Plastikmüll zu vermeiden oder ein Recyclingsystem einzuführen. Um diese Länder dabei zu unterstützen, seien Unsummen an Geldern notwendig, die nicht aufzubringen seien. Umweltorganisationen hätten nicht genug finanzielle Mittel, um die Meere vom Müll zu reinigen.

The Ocean Cleanup Project

Mit diesen Antworten wollte sich der Schüler Boyan Slat nicht zufriedengeben. Er schmiss schließlich sein Studium in Delft hin, um sich ganz seinem Projekt Ocean Cleanup zu widmen (https://www.theoceancleanup.com/), das er vor vier Jahren als 18-jähriger gegründet hat. Sein Ziel ist es, die Ozeane vom Plastikmüll zu befreien! Um das zu finanzieren, hat er bereits mit 17 Jahren eine Crowdfunding-Kampagne für das Ocean Cleanup Projekt gestartet. Mittlerweile hat Boyan Slat über 60 Mitarbeiter für sein Projekt gewinnen können (http://bit.ly/1huAQoY).

Gemeinsam arbeiten er und sein Forschungsteam seit vier Jahren daran, eine Technik zur Meeressäuberung zu entwickeln. Um den größtmöglichen Säuberungseffekt zu erzielen und die Kosten niedrig zu halten, entwickelte das Team eine innovative Idee. Anstatt wie bisher mit Schiffen durch die Meere zu fahren und mit Netzen den Müll herauszufischen, will man sich die natürlichen Meeresströmungen zu Nutze machen. Dabei sollen schwimmende Barrieren im Meer wie riesige Fangarme, unter der das Wasser hindurchströmen kann, den an der Oberfläche schwimmenden Müll einsammeln und durch die Strömung in einem riesigen Auffangtrichter sammeln. Für Tiere sei die Konstruktion keine Gefahr, da sie unter den Barrieren hindurchschwimmen könnten (http://bit.ly/2r1eeX4).

Projekt startet schon früher als vorgesehen

Ursprünglich sollte das Projekt erst 2020 umgesetzt werden. Nun sieht es aber so aus, als ob damit schon 2018 begonnen werden kann. Natürlich gibt es auch viele Zweifler und Kritiker an dem Projekt. Alle Müllprobleme der Ozeane wird Slat damit nicht lösen können. Doch es ist ein Anfang und wenn sein Vorhaben gelingt, wird er damit sehr viel erwirken können.

Die Welt braucht solche Menschen

Wir sind der Meinung, dass die Welt genau solche Menschen braucht. Menschen, die nicht darauf hoffen und warten, dass Regierungen oder Organisationen unsere Probleme lösen, sondern Eigeninitiative ergreifen und selbst Lösungen anbieten. Wir finden Boyan Slats Leistung geradezu unglaublich herausragend und ungemein vorbildhaft für eine ganze Nachwuchsgeneration. Boyan Slat ist ein junger Mensch, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Probleme zu beseitigen, die nicht seine Generation, sondern die vor ihm verursacht haben. Das finden wir sehr ermutigend und haben deswegen gerne sein Projekt vorgestellt.

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