+++ EZB hält an Nullzinspolitik fest ++

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Watergate Redaktion 8.9.2017

Die EZB bestätigte gestern in einer Pressekonferenz ihren bisherigen Kurs und will bis mindestens Ende Dezember 2017 monatlich 60 Milliarden in Staats- und Unternehmensanleihen investieren, berichtet Welt online. Journalisten fragten Notenbankchef Draghi, warum er aktuell eine lockerere Zinspolitik als in der Finanzkrise vertrete, denn der europäischen Wirtschaft gehe es doch so gut wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Draghi nannte als primäres Ziel der EZB Preisstabilität. Die Zentralbank habe sich daher das Inflationsziel von knapp 2 % gesetzt. Die EZB habe aber dieses Ziel noch nicht erreicht. Die geldpolitische Unterstützung sei weiterhin notwendig. Die EZB hält also vorerst an der Nullzinspolitik und dem Anleihekaufprogramm fest und hat den Ausstieg aus der lockeren Zinspolitik weiter verschoben. Draghi gab sogar zu, dass die EZB noch keinen Ausstiegsplan habe.

Draghi gab in Aussicht, dass die EZB möglicherweise im Oktober mehr zum Ausstieg aus der Nullzinspolitik sagen könne. Auf einen Termin werde er sich aber auch dann nicht festlegen. Damit ist auch auf absehbare Zeit nicht mit einer Zinserhöhung zu rechnen. Zuerst müsse das Anleihekaufprogramm beendet sein, bevor man den Leitzins wieder anheben könne, so Draghi.

Die Märkte reagierten prompt; Händler rechnen frühestens ab 2020 mit einer Zinserhöhung: Die Renditen der Staatsanleihen verloren kräftig an Wert.

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