+++ ARD-Wahlarena: Merkel muss sich vor Azubi rechtfertigen +++

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Watergate Redaktion 12.9.2017

Bei der ARD-Wahlarena gestern Abend hatten Bürger die Möglichkeit, Bundeskanzlerin Merkel direkt Fragen zu stellen. Ein junger Mann, der Auszubildender im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege ist, konfrontierte Merkel mit der traurigen und prekären Situation, die in vielen Alten- und Pflegeheimen herrscht. Er warf Merkel vor, dass sich in ihren zwölf Jahren Amtszeit nichts in diesem Bereich verbessert hätte.

Er erlebe seit einem Jahr tausendfach in Altenheimen und Krankenhäusern, wie die Würde von Menschen verletzt werde. Dieser Zustand sei nicht haltbar. Menschen, die Deutschland nach dem Krieg aufgebaut hätten, würden jetzt stundenlang in ihren eigenen Ausscheidungen liegen. Menschen, die dafür gesorgt hätten, dass Deutschland zu seinem heutigen Wohlstand gelangt ist.

Die Pflege sei völlig überlastet, bei manchen Schichten müsste sich sogar ein Pfleger um 20 Menschen kümmern. Seine Frage: Warum wird in Pflegeheimen nicht auch eine Quote von Pflegern eingeführt? Das müsse in einem Land wie Deutschland möglich sein. Merkels Antwort fiel recht inhaltsleer wie immer aus. Man arbeite bereits an den Mindeststandards in der Pflege. Ab 2018 soll es einen Mindeststandard in Krankenhäusern geben. Dennoch könne Merkel keine Besserung versprechen, hoffe aber darauf, dass die Situation in zwei Jahren besser sei.

Der junge Auszubildende gab sich mit Merkels nichtssagenden Antwort nicht zufrieden und hakte nach, wie sie das in zwei Jahren schaffen wolle. Es fehlten rund 100.000 Pflegekräfte in Deutschland und der Altersdurchschnitt der Pflegekräfte in Deutschland liege mit 45 Jahren schon viel zu hoch. Merkel antwortete, nötigenfalls mehr Personal aus osteuropäischen Ländern holen zu wollen und die Bezahlung in der Branche zu verbessern.

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