+++ Zentralbanken riskieren neue Finanzkrise +++

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Watergate Redaktion 21.9.2017

Seit 2016 wächst die Weltwirtschaft langsam wieder. Die Wachstumsraten steigen weltweit. Doch die Inflationsrate steigt nicht, wie erwartet. Denn die Zentralbanken halten an ihrem niedrigen Inflationsziel fest und setzen die lockere Zinspolitik der Niedrig- bis Nullleitzinsen fort. Damit riskieren sie neue Spekulationsblasen und eine neue Finanzkrise.

Vor allem in Europa, den USA und Japan wird die Wirtschaftswachstumsrate durch die Niedrigzinspolitik angeheizt. Diese Geldpolitik bedingt eine höhere Nachfrage sowie wachsende Zuversicht bei Unternehmen und Verbrauchern. Da eine größere Nachfrage die Produkt- und Arbeitsmärkte anspannt, sollte das Wirtschaftswachstum zu einer höheren Inflation führen. Die Inflation in den USA ist jedoch gefallen, in Europa und Japan bleibt sie weiterhin niedrig.

Diesen Effekt können sich Volkswirtschaftler kaum erklären. Eine mögliche Erklärung sehen Wirtschaftsexperten in dem Überangebot an Billigwaren und Dienstleistungen aus China und anderen Schwellenländern durch die Globalisierung. Niedrige Arbeitslöhne erzeugen kaum Lohninflation. Öl- und Rohstoffpreise bleiben weiter niedrig, der Boom des Internets senkt Kosten von Waren und Dienstleistungen.

Die Geldpolitik muss sich nach solchen Überangeboten richten. Gehen diese aufgrund von zunehmender Anspannung der Produkt- und Arbeitsmärkte durch das Wirtschaftwachstum zurück, können Zentralbanken ihre Geldpolitik normalisieren und die Leitzinsen anheben. Sollte dieser Effekt jedoch ausbleiben, müssen die Zentralbanken die lockere Zinspolitik weiterführen, da das Inflationsziel ansonsten nie erreicht wird.

 

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