+++ Goldgrube Patient – Wie Ärzte illegal Vorteile rausschlagen +++

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Watergate Redaktion 4.10.2017

Obwohl Ärzte offiziell keinen wirtschaftlichen Vorteil an Privatpatienten ziehen dürfen, sieht die Realität anders aus. Denn viele Ärzte überweisen ihre Patienten gezielt an Kollegen, die Vorschriften werden unterlaufen, berichtet Spiegel Online. In vielen Praxen haben Kassenpatienten mittlerweile keinen Zugang mehr. Privatpraxen verbreiten sich immer mehr. Spiegel Online berichtet über den Fall eines Arztes, der in einer angemieteten Praxis ebenfalls teure Kernspinn- und Röntgengeräte anmietet.

Die Miete für die teuren Geräte muss der Arzt monatlich an eine Orthopädenfirma überweisen. Ein „normaler“ Radiologe kann für die Kernspinuntersuchung eines Kassenpatienten um die 80 Euro abrechnen. Für die gleiche Untersuchung können Ärzte bei Privatpatienten zwischen 300 und 800 Euro abrechnen. Deshalb ist Ärzten viel daran gelegen, so viele Privatpatienten wie möglich zu haben, da diese die Gewinne der Praxis steigern.

Eine Praxis, die nur Privatpatienten behandelt, ist sogar eine regelrechte Goldgrube. Denn eine Privatpraxis braucht nur rund 15 Patienten am Tag zu behandeln um jährliche Einnahmen von rund 1 Million jährlich zu erzielen. Bei „normalen“ Radiologen, die nur Kassenpatienten behandeln, kommen dagegen jährliche Einnahmen von nur rund 300.000 Euro zusammen.

Laut Paragraf 31 der Ärztekammer ist es Ärzten in Baden-Württemberg nicht erlaubt, Vorteile durch die Überweisung von Patienten durch andere Kollegen zu erzielen. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ärzte bei Privatpatienten mehr Untersuchungen vornehmen, als notwendig, sehr hoch.

 

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