+++ Wissenschaftliche Studie: CDU, CSU und SPD haben in der „Mitte“ verloren, nicht „rechts“ +++

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Watergate Redaktion 6.10.2017

Das Märchen von den „rechten Wählern“ oder von den „rechtsextremen Wählern“ in Deutschland ist wohl vorbei. CDU, CSU und SPD haben vor allem in der sogenannten „bürgerlichen Mitte“ Wähler verloren. Die Bertelsmann-Stiftung aus Gütersloh hat jetzt eine Studie vorgestellt, die unter dem Namen „Populäre Wahl“ die Wahlergebnisse eingehend erforscht hat.

Gleich 40 % der Wahlberechtigten aus der „bürgerlichen Mitte“ haben die AfD gewählt oder sind überhaupt nicht zur Wahl gegangen. So verlor die Union in dieser „Mitte“ etwa 15 Prozentpunkte. Die AfD hat genau so viele Stimmen aus diesem Bereich dazugewonnen. Das bedeutet vielerlei:

Die Studie errechnet, dass eine Koalition wie bislang (GroKo) in der bürgerlichen Mitte nur noch 42 % aller Wählerstimmen auf sich vereinen könnte. Das sogenannte „Jamaika-Bündnis“, Union, Bündnisgrüne und FDP, kommen in diesem Bereich nur noch auf 39 % der Zustimmung. Mit anderen Worten: In der „bürgerlichen Mitte“ ist die Mehrheit der Wähler nicht bereit, den etablierten Kräften ihre Stimme zu geben.

Watergate.TV meint:

Dies bedeutet allerdings auch, dass die Deutungshoheit in den Massenmedien über die „bürgerliche Mitte“ verloren geht. In vielen Talkshows war zu sehen und zu hören, dass vor „Links“ und „Rechts“ gewarnt wurde, während die „Mitte“ ausdünne. Die Frage ist: was ist die „Mitte“. Sind es diejenigen, die gewählt werden – also die Parteien. Diese wären demnach in dieser Wahl aus Versehen nicht gewählt worden. Ein Unfall. Oder sind des diejenigen, die „wählen“. Und repräsentieren die Etablierten einfach nicht mehr die Mitte. Dann allerdings müssten die Etablierten sich warm anziehen. Denn Massenmedien und auch führende Politiker wollen dieser „Mitte“ in ihren Talkshowvorträgen und in diversen Zeitungskommentaren stets erzählen, was das Richtige ist.

Dies war nicht nur in der „Flüchtlingspolitik“ zu bewundern, sondern auch in der so „harmlosen“ Internet-Kommunikation. Da wird der „bürgerlichen Mitte“ per Netzwerkdurchsetzungsgesetz mal eben das Mikrofon entzogen.

Entfernt sich also die bürgerliche Mitte von den Etablierten oder entfernen sich die Etablierten von der bürgerlichen Mitte. Vieles spricht für das Letztere. Fraglich ist, welche Instrumente sich die Etablierten gegen ihre „bürgerliche Mitte“ noch einfallen lassen. Sind Wahlen überhaupt noch nötig?

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