ENTHÜLLT: EU muss Genehmigung von krebsverdächtigem GLYPHOSAT vorerst stoppen

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STOPP Glyphosat: Nach massiven Protesten – EU kann das Gift nicht mehr einfach „durchwinken“

US-Anwälte fordern EU-Kommission auf, Glyphosat zu verbieten

Im Kampf gegen das krebserregende Pflanzengift Glyphosat hat eine Bürgerinitiative jetzt einen ersten wichtigen Teilerfolg errungen. Die Bürgerinitiative „Stopp Glyphosat“ (https://stopglyphosate.org/de/ ) hat EU-weit über eine Million gültige Unterschriften für ein Verbot des Pflanzengiftes gesammelt. Dies bestätigte die EU-Kommission der Deutschen Presse Agentur am Freitag.

Erstmals im EU-Parlament: Monsanto Lobbyisten wird Zutritt entzogen

Erst vor rund einer Woche machte das Europäische Parlament Schlagzeilen im Zusammenhang mit dem Glyphosat Hersteller Monsanto. Monsanto wurde vom Europäischen Parlament zu einer Anhörung zum Thema Glyphosat vorgeladen. Der US-amerikanische Agrochemie-Konzern hatte die Vorladung schlicht ignoriert. Denn Medien hatten aufgedeckt, dass die Studie darüber, ob das Pestizid krebserregend ist oder nicht, von Monsanto selbst geschrieben wurde.

Die EU-Kommission hatte die Studie allerdings als ihre eigene ausgegeben, was den Medienskandal ausgelöst hat. Der Vorsitzende der im EU-Parlament vertretenen Fraktionen hatte daraufhin den Lobbyisten von Monsanto mit sofortiger Wirkung den Zutritt zum EU-Parlament und entzogen. Die Ausweise wurden eingezogen.

Es war das erste Mal in der Geschichte des EU-Parlaments, dass Lobbyisten die Ausweise und der Zutritt entzogen wurde. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im EU-Parlament, Philippe Lambert sagte, „Wer demokratische Spielregeln ignoriert, verliert auch sein Recht als Lobbyist im Europäischen Parlament“.

Watergate hatte darüber laufend berichtet: http://www.watergate.tv/2017/09/19/unfassbarer-giftskandal-schreibt-monsanto-das-glyphosat-gutachten-des-bundesinstituts-selbst/

http://www.watergate.tv/2017/09/29/erster-erfolg-gegen-monsanto-der-gift-konzern-verliert-zutritt-zum-eu-parlament/

EU-Kommission muss Petition nun prüfen

Die EU-Kommission ist aufgrund der von über einer Million gesammelten Unterschriften rechtlich gezwungen, die Organisatoren der Bürgerinitiative im EU-Parlament anzuhören. Außerdem muss die EU-Kommission zu den Vorwürfen Stellung nehmen. Die Bürgerinitiative „Stopp Glyphosat“ fordert nicht nur ein sofortiges Verbot des Giftes, sondern eine umfassende EU-weite Reform der Genehmigungsverfahren für Pestizide.

Die Bürgerinitiative fordert außerdem, dass Studien, die von Herstellern aus der Pestizidindustrie selbst erstellt wurden, nicht mehr als Basis für Genehmigungsverfahren herangezogen werden dürfen. Studien müssten absolut unabhängig erstellt werden. Die Petition für den Stopp des Pflanzengiftes wurde bereits im Juli dieses Jahres in Brüssel eingereicht. Alleine aus Deutschland stammen rund 700.000 Unterschriften.

Die EU-Kommission prüfte seitdem, ob die Voraussetzungen erfüllt sind. Da über eine Million Unterschriften aus mindestens sieben Mitgliedstaaten vorliegen müssen, ist die EU-Kommission verpflichtet, das Anliegen der Bürgerinitiative zu prüfen, dem EU-Parlament vorzulegen und dazu Stellung zu nehmen.

Bürger gehen auf die Barrikaden, als EU Glyphosat verlängern will

Die Bürgerinitiative kam zustande, als die EU-Kommission plante, Glyphosat nach Auslaufen der Einsatzgenehmigung des Pflanzengiftes 2017 die Zulassung für weitere zehn Jahre zu genehmigen. Die Genehmigung war zwar noch nicht erteilt, die EU-Kommission stützte aber ihre Entscheidung auf die von Monsanto selbst geschriebene Studie. Die zu befürchtende Verlängerung der Zulassung des Giftes und der Skandal über die Studie hatten den Kampf gegen das krebserregende Pestizid stark vorangetrieben.

Kalifornien stuft Glyphosat offiziell als krebserregend ein

Kalifornien hatte das Pestizid Glyphosat bereits im Juli 2017 auf die schwarze Liste der krebserregenden Substanzen gesetzt. US-amerikanische Forscher hatten bewiesen, dass Glyphosat krebserregend ist.

Auch US-Anwälte hatten das Europäische Parlament dazu aufgefordert, Untersuchungen über die manipulativen Praktiken von Monsanto einzuleiten. Die US-Anwälte agierten im Auftrag von amerikanischen Krebspatienten, die im Streit um die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat in der EU ausdrücklich vor dem Unkrautvernichtungsmittel „Roundup“ gewarnt haben.

US-Farmer erkranken an Krebs

Ein US-Farmer berichtete, er sei an Krebs erkrankt, nachdem er über 30 Jahre Roundup verwendet habe. Die Witwe des inzwischen verstorbenen Farmers berichtete, dass sie und ihr Mann Monsanto verklagt hätten. Der Prozess laufe aktuell noch. Die Anwälte der amerikanischen Krebspatienten enthüllten anhand von Dokumenten, dass Monsanto über den Zusammenhang von Krebs und Glyposat wisse. Die Anwälte enthüllten weiter, die Dokumente seien nur die „Spitze eines gigantischen Eisberges“.

Bislang hat die Europäische Kommission ein Treffen mit den US-Anwälten verweigert. Die Anwälte wollen sich auch mit der Europäischen Agentur für Lebensmittelsicherheit EFSA treffen. Doch bislang hat weder ein Informationsaustausch noch ein Treffen stattgefunden. Denn die EFSA hatte sich für eine Verlängerung von Glyphosat ausgesprochen, da die Europäische Chemikalienagentur ECHA zu der Auffassung gelangt war, dass es keinen Grund gebe, Glyphosat als krebserregend einzustufen.

Watergate.tv hatte darüber berichtet, dass Monsanto die Agenturen allerdings maßgeblich beeinflusst hat, um zu diesem Schluss zu kommen  http://www.watergate.tv/2017/06/27/skandal-um-glyphosat-und-die-eu-kommission/ .

Watergate.tv bleibt am Fall Glyphosat dran.

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