+++ EU-Steuerparadies: Mord an Enthüllungsjournalistin und Bloggerin +++

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Watergate Redaktion 17.10.2017

Die auf Malta bekannteste Journalistin Daphne Caruna Galizia ist gestern Nachmittag durch eine Bombe in ihrem Auto getötet worden. Galizia hatte einen Blog, auf dem sie laufend Korruptionsfälle auf der maltesischen Insel aufgedeckt hatte. Zudem war sie an der Veröffentlichung der sogenannten Malta Files beteiligt. Ein internationales investigatives Projekt, das aufdeckte, wie der kleinste EU-Staat als illegales Steuerparadies innerhalb der EU agierte.

Maltas Regierungschef Muscat verurteilte den Mordanschlag als barbarischen Angriff auf die Pressefreiheit. Pikant, dass Galizia auchVorwürfe gegen Muscats Ehefrau erhob. Sie soll im großen Stil Gelder über eine Firma in Panama veruntreut haben. Galizia hatte jüngst auch einige Politiker ins Visier genommen. Erst vor zwei Wochen hatte die Journalistin Anzeige bei der Polizei wegen Morddrohungen erstattet. EU-Politiker sollen mit Entsetzen auf den Mord reagiert haben. EU-Parlamentspräsident Tajani soll getwittert haben: „Tragisches Beispiel einer Journalistin, die ihr Leben geopfert hat, um die Wahrheit ans Licht zu bringen“.

Watergate.tv hatte ebenfalls über Malta als dubioses Steuerparadies berichtet. Zahlreiche multinationale Großkonzerne halten dort Tochterfirmen, um Steuern im großen Stil zu sparen. Auch viele deutsche Firmen haben Ableger auf Malta. Der kleinste EU-Staat lockt auch kriminelle Steuerflüchtlinge an.

Das Recherche Netzwerk European Investigative Collaboration hat tausende Dokumente gesammelt, die belegen, welche europäischen Konzerne Tochterfirmen auf Malta dazu nutzen, Milliarden Steuern innerhalb der EU zu sparen. Am Wochenende haben Medien damit begonnen, die „Malta-Files“ zu veröffentlichen.  So sollen deutsche Firmen wie BMW, BASF oder die Deutsche Bank Tochterfirmen im Steuerparadies haben.

Zudem gebe es zahlreiche eindeutige Steuerflüchtlinge, darunter Politiker, Manager und einige Mafiosi. Ausländische Firmen müssen ihre auf Malta anfallenden Gewinne mit nur 5% versteuern.

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