+++ Glyphosat – EU muss sich entscheiden – Monsanto droht mit Klagen +++

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Watergate Redaktion 21.10.2017

Am 25. Oktober 2017 wird die EU-Kommission die Regierungen nochmal versammeln, um über die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat zu beraten. Die Kontroversen über die Risiken und Auswirkungen des Pestizids spitzen sich weltweit zu. Die EU-Kommission will dann über eine erneute Zulassung des Pflanzengifts entscheiden, denn die vorläufige Genehmigung läuft zum Ende dieses Jahres aus.

Eine Einigung ist bislang außer Sichtweite geraten, denn die Proteste einer Bürgerinitiative mit über einer Million Unterzeichner gegen Glyphosat waren EU-weit massiv geworden. Immer mehr Enthüllungen unabhängiger Experten über die Giftigkeit des Pestizids sind publiziert worden.

Zuletzt machte der Skandal die Runde in den Medien, dass die Studie, auf die sich die EU-Kommission bei ihrer Entscheidungsfindung gestützt hatte, nicht unabhängig, sondern von dem Hersteller von Glyphosat, Monsanto, selbst geschrieben worden war.

Monsanto hat für den Fall eines Verbots innerhalb der EU schon zwei Großklagen angekündigt. Verständlich, dass die EU-Kommission sich vor dieser weitreichenden Entscheidung eines Glyphosat Verbots in Europa schwer tut. Denn Monsanto ist ein mächtiger Konzern und einfluss- und finanzstarker Lobbyist.

Die nächste schwierige Frage für die EU ist die Zukunft der konventionellen Landwirtschaft. Wie soll die Landwirtschaft ohne Pestizide künftig aussehen? Auch die Landwirtschaftslobby in Berlin ist sehr mächtig. Die Verluste der großen industrie-ähnlichen Landwirtschaftsbetriebe werden groß sein. Dementsprechend wird auch hier mit großem Widerstand zu rechnen sein.

Der EU steht eine schwierige Entscheidung mit weitreichenden Folgen an – egal wofür sie sich entscheiden wird.

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