Der Krankenhausskandal: Operation ohne Anlass – die GELDQUELLE

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Eine Umfrage in Krankenhäusern bei deutschen Ärzten brachte an den Tag, dass in Krankenhäuser auch aus Sicht der Ärzte „nur das Geld“ zählt“ (vgl. http://bit.ly/2h8AWWy). Die Krankenhäuser operieren viele Patienten, ohne dass eine medizinische Veranlassung bestünde, bestätigte nun ein Mitarbeiter der Uni Bremen. Dieses Problem existiere sogar bundesweit, hieß es. Das zugrundeliegende „System“ würde auf Kosten von Patienten und auch zu Ungunsten der Medizin funktionieren. Denn das Personal in den Krankenhäusern sehe sich so massiven Belastungen ausgesetzt.

Der Studienleiter, Karl-Heinz Wehkamp und sein Kollege Heinz Naegler haben dafür mehr als 60 Ärzte sowie auch die Geschäftsleitung in den Krankenhäusern interviewt. Die Umfrage umfasst immerhin 12 Bundesländer. Die Ergebnisse dieser Studie sollen in gut einem Monat in Buchform erscheinen.

Umsatz ist wichtig

Im Ergebnis seien die Entscheidungen durch die Ärzteschaft vor allem durch die betriebswirtschaftlichen Rahmen- und Zielbedingungen vorgegeben, so die Ergebnisse der Studie. Der Kostendruck beeinflusse dabei sowohl die Aufnahme, die Form der Behandlung und schließlich die Entlassung der Patienten. Dabei räumten die Befragten ein, dass die jeweilige Entscheidung in vielen Fällen ohne den betriebswirtschaftlichen Druck anders ausfiele.

Der Einfluss reicht soweit, dass sogar Patienten im Krankenhaus landen (die Studienleitung spricht von „aufnehmen“, andere Studien zeigen jedoch, dass schon die Überweisung häufig auf betriebswirtschaftliche Beeinflussung hin stattfindet), die nicht dort sein müssten. Wer einmal im Krankenhaus liegt, muss demnach auch damit rechnen, operiert zu werden, wenn sich dahinter lediglich wirtschaftliche Entscheidungen verbergen würden. Das wiederum heißt in der Konsequenz, dass die Mediziner sogar gegen ihre Berufsethik auf jeden Fall die Gesundheit der Patienten beeinflussten.

Politik sieht weg

Dabei sieht die Politik weg, so das Ergebnis der Studie. Die Krankenhäuser müssten mit „strukturellen Steuerungsschwächen“, wie es heißt sowie einigen „Fehlanreizen“ umgehen. Das heißt übersetzt: Die Krankenhäuser müssen Gewinne erwirtschaften oder – sofern in staatlicher Hand – zumindest kostendeckend arbeiten, erhalten allerdings aus den Krankenkassen zu wenig Geld für ihre Arbeit. Die Fehlanreize wiederum bestehen in diesem System darin, dass dann die betriebswirtschaftlich interessanteren Methoden angewandt werden.

Dieser Eindruck entspricht dem, was Watergate.TV schon an anderer Stelle aufdeckte (vgl. http://www.watergate.tv/2017/06/04/aufgedeckt-das-skandaloese-operationsgeschaeft-in-deutschland/). So ist Deutschland „Weltmeister bei Hüft-OPs“. Zudem wird in Deutschland so viel operiert wie sonst nirgends in Europa – bezogen auf die einzelnen Personen.

Viele dieser Operationen sind „medizinisch“, wir geschrieben haben, „zudem vollkommen sinnlos“. Vor allem irritiert, dass an den „Hüft- und Rücken-OPs“, wie wir geschrieben haben, das meiste Geld verdient wird. Ein Beispiel: Rückenoperationen kosten durchschnittlich 10.000 Euro, hieß es im betreffenden Artikel, die Operation an einer Bandscheibe ungefähr 3.500 Euro. Konservative Behandlungsmethoden bringen dem Arzt etwa 1 % von diesen Summen.

Die daraus resultierenden Eingriffe sind zu 80 % (!) unnötig.

Watergate.TV meint: Neben der Rente ist die „Gesundheit“ in Deutschland das wohl größte Problem – über das kaum jemand spricht.

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