+++ Brexit: Verliert City of London ihre Finanzmacht? +++

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Die Brexit Verhandlungen mit Brüssel entwickeln sich nicht so, wie erhofft. Noch immer sind die Diskrepanzen zu groß und es gibt kaum Fortschritte zwischen Brüssel und London. Brüssel fordert Zahlungen in Milliardenhöhe, London fordert zunächst Zugeständnisse von Brüssel. Man steckt fest.

In London niedergelassene Großbanken indes wollen nicht mehr lange auf mögliche Ergebnisse der Brexit Verhandlungen warten. Sie wappnen sich jetzt für einen harten Brexit, d. h. einen Ausstieg Großbritanniens aus der EU ohne Zugeständnisse von Brüssel. Brexit-Minister Davis erklärte bereits, man bereite sich auf ein No-Deal Szenario vor.

Vertreter von Finanzkonzernen wie Goldman Sachs oder JP Morgan erklärten dem britischen Wirtschaftsminister Ross, bald sei ein Punkt erreicht, bei dem es kein Zurück mehr gebe. Dann müssten die Geldinstitute ihre Pläne für einen harten Brexit starten und Arbeitsplätze nach Europa oder Nordamerika verlegen. Über 75.000 Arbeitsplätze könnten davon betroffen sein.

So planen die Großbanken nicht erst 2019 umzuziehen, sondern in den nächsten Monaten. Die Vorbereitung für den harten Brexit müssten jetzt getroffen werden – 2019 sei es dafür zu spät. Der Ausstieg aus de EU rückt immer näher. Kaum 17 Monate verbleiben für Verhandlungen. Noch immer gibt es keine Strategie. Goldman Sachs hatte schon angekündigt, die Arbeitsplätze nach Frankfurt zu verlegen.

Die City of London ist derzeit noch das finanzpolitische Machtzentrum der Welt. Sie ist zudem ein autonomer Staat in Großbritannien und nur ihren eigenen Regeln unterworfen. Sie ist mit dem Recht der Selbstverwaltung ausgestattet und steuert die weltweite Finanzpolitik.

Was nur wenige wissen: Sie ist mit die größte Steueroase der Welt. Dort werden Steuergelder vieler Staaten versteckt. Doch ohne den Euro geht nichts. Der Euro ist inzwischen dem Dollar nahezu ebenbürtig geworden und könnte für diesen sogar zu einer Bedrohung werden.

Mit dem Wegzug der Großbanken aus der City of London muss sich das heimliche Finanzmachtzentrum neu formieren. Es bleibt spannend.

Watergate Redaktion 9.11.2017

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