+++ Jamaika: Arbeitszeiten zugunsten von Unternehmen verändern +++

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Wirtschaftsberater der Bundesregierung fordern eine Änderung der Arbeitszeiten und die Lockerung des Arbeitszeitgesetzes. Flexiblere Arbeitszeiten seien förderlich für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Vor allem Firmen, die in der digitalen Branche arbeiten, bräuchten flexiblere Arbeitnehmer. Die Vorstellung eines „Nine-to-Five-Jobs“ sei veraltet.

Unternehmen bräuchten mehr gesetzliche Sicherheit, wenn ein Mitarbeiter beispielsweise noch am Abend an einer Telefonkonferenz teilnimmt. Zudem würden flexible Arbeitszeiten auch Mitarbeitern entgegenkommen. Zudem sollen die Ruhezeiten von elf auf neun Stunden verkürzt werden.

Arbeitgeber fordern schon länger, Arbeitszeiten nicht auf tägliche, sondern Wochenarbeitszeiten festzulegen. Gewerkschaften wehren sich allerdings gegen diese Pläne. Sie befürchten, dass Arbeitgeber die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter ausweiten, anstatt reduzieren.

Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Reiner Hoffmann, hält die neuen Forderungen für „Realitätsverweigerung“. Das aktuelle Arbeitszeitgesetz und die Tarifverträge böten schon lange vielfältige Möglichkeiten der flexiblen Arbeitszeitgestaltung. Anstatt die Arbeitszeiten zugunsten der Arbeitgeber zu verändern, sei es notwendig, Arbeitszeiten von Arbeitnehmern zu erfassen und zu entlohnen, um Ausbeutung vorzubeugen.

Die Arbeitszeitreform ist aktuell Thema bei den Jamaika Sondierungsgesprächen. Die Vorschläge sehen de facto Verschlechterungen für Arbeitnehmer vor. Die Arbeitsmarktsituation ist ohnehin prekär.

Tatsächlich haben andere Wirtschaftsexperten schon lange belegt, dass Arbeitnehmer nicht mehr als sechs Stunden täglich zu arbeiten brauchen, um die selben Ergebnisse wie beim 8-Stunden-Tag zu erzielen. Denn rund zwei Stunden des Tages seien Arbeitnehmer ohnehin nicht mehr produktiv.

Ein 6-Stunden-Arbeitstag sei also vollkommen ausreichend um wettbewerbsfähig zu bleiben. Ganz im Gegenteil sind Arbeitnehmer, die nur sechs Stunden arbeiten müssen, ausgeruhter, motivierter und produktiver. Arbeitszeiten sollten flexibel gehalten werden, jedoch im Sinne der Arbeitnehmer. Denn manche sind morgens produktiver und manche Abends. Dem müsse Rechnung getragen werden, bei gleichem Gehalt wie beim 8-Stunden-Tag.

Watergate Redaktion 12.11.2017

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