+++ Nach „Weinstein-Enthüllungen“ jetzt neue Missbrauchsfälle +++

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Der Vizepräsident der EU-Kommission, der Niederländer Frans Timmermans hat jetzt sein langes Schweigen gebrochen und veröffentlicht, dass er als Kind Opfer sexuellen Missbrauchs geworden ist. Am Sonntag gab er ein Interview bei der italienischen Zeitung „La Stampa“. Er habe jahrelang geschwiegen, weil es nicht einfach sei, darüber zu sprechen.

Er habe jetzt aber beschlossen, öffentlich über seine Erfahrungen zu sprechen, weil sich die Opfer danach freier fühlen könnten. Es sei wichtig, endlich kollektiv über Misshandlungen und Missbrauch zu sprechen – Dazu möchte Timmermans jeden ermutigen. Denn nicht nur Frauen, sondern auch Männer und Kinder seien betroffen.

Er sei als Kind missbraucht worden und dieses Erlebnis lasse ihn bis heute nicht mehr los. Timmermans hält es als Politiker für wichtig, Lehren aus den Missbrauchsskandalen zu ziehen. Es bedürfe einer großen Veränderung in Gesellschaft, Politik und Arbeitswelt. Was bisher nur unter der Decke brodelte, sei jetzt am explodieren. Es sei normal, dass jetzt überall Staub aufgewirbelt und „Schmutz“ sichtbar werde. Doch man müsse „saubermachen“, um die Lage zu klären. Es gebe zwar schon Gesetze, die funktionieren. Doch angesichts der Enthüllungen müssten die Gesetze geändert und verschärft werden.

Timmermans kritisierte die immer noch fehlende Gleichstellung zwischen Frauen und Männern. Frauen verdienten in Europa immer noch rund 16 Prozent weniger als Männer. Frauen würden zudem immer noch häufig sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz erfahren. Durch Publikmachung und Gesetzesänderungen erhoffe sich Timmermans eine Änderung in der Gesellschaft.

Watergate Redaktion 20.11.2017

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