+++ Politikwissenschaftler: Kanzlerdämmerung – Merkels Tage sind gezählt +++

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Der Politikwissenschaftler Werner Patzelt hat in einem Interview mit dem Tagesspiegel gesagt, dass Merkel schwer angeschlagen ist (vgl. dazu http://bit.ly/2BSMVVf ). Nach der dramatischen Wahlschlappe der Union, dem Erstarken der AfD, die sich rechts der CDU positioniert und der Unfähigkeit, eine Regierung zu bilden, sei sie Ende 2017 de facto am Ende.

Es gehöre zum politischen Stil, gerade in Krisenzeiten den Eindruck zu erwecken, dass man noch Macht habe. Daher tue Merkel so, als sei nichts gewesen, ignoriere das Wahldesaster. Ihre letzte Hoffnung sei es jetzt, dass eine Koalition mit der ungeliebten SPD zustande komme, meint Patzelt. Trotz allem müsse auch ihr klar sein, dass ihre „Abenddämmerung“ eingesetzt habe. Das offensichtliche „Ignorieren“ einer Schlappe gehöre zu der Rolle als Kanzlerin.

Sie sei jetzt in der Hand der SPD. Denn auf die komme es an, ob sie als Kanzlerin nochmal antreten kann. Und die SPD nutze diese Position für sich und stelle immer mehr Forderungen. Zwar hatte sich Merkel öffentlich noch nicht dazu bereit erklärt, auch mit einer Minderheit zu regieren. Parteiintern ließ sie aber bereits durchblicken, dass sie auch für diese Option wieder bereitstünde.

FDP und SPD zielen auf die Absetzung der Kanzlerin. Auch der Union sei klar, dass nach zwölf Jahren ihre Zeit gekommen sei. Sehr viele innerhalb der Union trauten sich schlicht noch nicht, öffentlich Flagge gegen Merkel zu zeigen, da sie immer noch sehr mächtig sei. Die Union sei nur noch gegenüber der Öffentlichkeit geschlossen hinter Merkel. Das Bild trüge jedoch. Sobald eine GroKo zustande gekommen sei, werde die Kritik in der Union stark zunehmen, glaubt Patzelt.

Watergate.TV hatte bereits vielfach darüber berichtet, wer sich hinter den Kulissen bereits warmläuft für die nächste Kanzlerschaft.

Watergate Redaktion 26.12.2017

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