+++ „Größenwahn“: De Maizière will Antisemitismus-Beauftragten in Regierung +++

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Mitte Dezember sagte Bundesinnenminister de Maizière der Presse, er habe vor, in der Bundesregierung einen Antisemitismusbeauftragten einzurichten. Nach den „Vorfällen“, die sich in Deutschland nach der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch US-Präsident Donald Trump ereigneten, halte er diesen Schritt für notwendig. Watergate.tv hatte darüber berichtet:

http://www.watergate.tv/2017/12/18/innenminister-de-maiziere-will-antisemitismus-beauftragten-in-bundesregierung/

Heute wird daher der Bundesrat über die Einsetzung eines Antisemitismusbeauftragten beraten. Zudem wollen die Volksparteien Union, SPD, Grüne und FDP einen Antrag mit Maßnahmen zur Bekämpfung von Antisemitismus einbringen. Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, äußerte sich positiv gegenüber dem Vorhaben der Bundesregierung.

Der deutsch-israelische Historiker und Nahost-Experte Michael Wolffsohn hält die Pläne des Bundesinnenministers jedoch für „größenwahnsinnig“. Es handle sich bei diesem Vorhaben um eine „gut gemeinte, jedoch völlig naive Idee“, sagte er in einem MDR Interview. Denn der Antisemitismus auf der Welt bestehe bereits seit über 3000 Jahren.

Wenn Politiker glaubten, man könne ein so lange bestehendes Phänomen, wie den Antisemitismus, durch die Einsetzung einer Behörde beseitigen, irrten sie. Dies sei nicht nur naiv, sondern größenwahnsinnig, sagte Wolffsohn im Interview. In dem Antrag heißt es, vor dem Hintergrund der Ermordung von sechs Millionen europäischen Juden trage Deutschland eine besondere Verantwortung. Daher müsse jede Form von Antisemitismus verurteilt werden.

Beobachter hingegen machen darauf aufmerksam, wie die Regierung mit solchen Anwürfen umging. In Fernsehinterviews wurde Wolffsohn für seine Aussagen belächelt.

Watergate Redaktion 18.1.2018

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