+++ Polizei soll bald nach genetischer Herkunft ermitteln dürfen +++

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Bayern praktiziert es bereits. Jetzt will die Union die Fahndung mittels genetischem Fingerabdrucks bald in ganz Deutschland einführen. Und dies, obwohl diese Methode umstritten ist und allenfalls aussagt, aus welcher Region der Welt die gesuchte Person stammen könnte.

Bislang waren DNA Spuren am Tatort für die Polizei sehr hilfreich, wenn es darum ging, den Täter eines Gewaltverbrechens zu identifizieren. Das neue bayrische Gesetz geht einen Schritt weiter und erlaubt die Untersuchung von Gen-Material, um äußere Merkmale und die biogeografische Herkunft einer tatverdächtigen Person festzustellen.

Damit soll die Polizei künftig beispielsweise osteuropäische Tatverdächtige von afrikanischen unterscheiden können. Diese Hinweise könnten bereits in der Fahndung ausgeschrieben werden. Experten halten diesen Schritt für wenig sinnvoll, denn man könne die Herkunft anhand des Gen-Materials allenfalls auf einen Kontinent beschränken. Zudem gebe die DNA Untersuchung kaum Aufschluss auf Rückschlüsse für das Aussehen einer Person. Trotz massiver Bedenken von Kritikern will die Union die genetische Herkunftsbestimmung auf ganz Deutschland ausweiten.

Kritiker befürchten zudem ein größeres rassistisches Vorgehen der Polizei gegen Verdächtige. Zudem führe die DNA-Fahndung nach einer Person „bestimmter Herkunft oder Hautfarbe“ zu Pauschalverdächtigungen. Die sogenannte „erweiterte“ DNA-Analyse erlaubt die Bestimmung von Haarfarbe, Augenfarbe, Hautfarbe und Alter. In dieser neuen Gen-Analyse soll vor allem die „Herkunftsregion“ einer Person bestimmt werden. Bislang durfte die Polizei DNA-Analysen hinsichtlich des Geschlechtes einer bestimmten Person feststellen und Abgleiche durchführen.

Nicht nur die Union will die „erweiterte DNA-Analyse“. Auch die Grünen, die SPD und die AfD unterstützen dieses Vorhaben – trotz hoher Kosten und hoher Fehlerquote dieser Analysetechnik. Weitere Befürworter dieser Analyse verweisen auf Erfolge im Ausland. Die erste groß angelegte DNA-Analyse Untersuchung, die in Deutschland massiv schiefgelaufen ist, wird von den Befürwortern allerdings gerne geflissentlich unter den Tisch fallen gelassen.

Kritiker befürchten zudem, dass bald nicht nur verdächtige Personen ihr Genmaterial zur Untersuchung abgeben müssen, sondern bald jeder Bürger seinen „genetischen Fingerabdruck“ abgeben muss. Damit wäre jeder Mensch vollkommen gläsern und überwachbar und könnte keinen Schritt mehr machen, ohne jederzeit und überall identifiziert werden zu können.

 

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