+++ Spahns Pflegepläne taugen für die Mülltonne +++

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Egal was Spahn sagt, es hagelt Kritik. Seine neuste Idee als neuer Gesundheitsminister bestand darin, verstärkt ausländische Pflegekräfte für Alten- und Pflegeheime zu rekrutieren. Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, kritisierte Spahns Vorhaben aufs Schärfste. Als langjähriger Gesundheitsexperte müsse Spahn eigentlich wissen, dass bislang alle Programme zur Anwerbung ausländischer Pflegekräfte gescheitert sind.

Spahn wecke nur falsche Hoffnungen und mache unhaltbare Versprechen, wenn er sage, man könne den Pflegenotstand auf diese Weise lösen. Denn für ausländische Fachkräfte sei es nicht interessant, in Deutschland als Pfleger zu arbeiten. Die Bezahlung sei schlecht, es mangele an medizinisch-pflegerischer Kompetenz und der Arbeitsdruck sei in Deutschland zu hoch. Ausländische Pflegekräfte gingen lieber nach Großbritannien, in die Schweiz oder nach Skandinavien, wo die Bedingungen wesentlich besser sind. In Deutschland würden sich deshalb jährlich weniger als tausend Menschen als Pfleger bewerben, so Brysch.

Außerdem tun sich deutsche Arbeitgeber schwer, ausländische Pfleger einzustellen. Denn der Aufwand sei sehr hoch. Gerade im medizinischen oder pflegerischen Bereich sei eine gute Verständigung besonders essentiell. Besonders die Altenpflege erfordere sehr gute Sprachkenntnisse. Daher müssten den ausländischen Pflegekräften zusätzlich Sprachkurse bezahlt werden.

In Deutschland sind die Arbeitsbedingungen in der Altenpflege besonders schlecht. Es gibt immer mehr Altenheime und Pflegebedürftige. Schlechte Arbeitsbedingungen, hohe Arbeitslast und miese Bezahlung machen den Beruf so unattraktiv. Dabei werden Fachkräfte dringend benötigt. Die Folge der Merkel-Politik ist, dass gut ausgebildete deutsche Pflegekräfte sogar ins Ausland abwandern. Anstatt den Hebel hier anzusetzen, fällt Spahn nichts Besseres ein, als Pläne aus dem Hut zu zaubern, die bislang immer wieder scheiterten.

Wären die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung in Pflegeheimen und Krankenhäusern sowie die Ausbildung für Fachpflegekräfte besser, wäre ein sicherlich ein weit größerer Anreiz für viele gegeben, sich für einen Pflegeberuf zu entscheiden. Denn Arbeitsplätze gibt es genug und die Gefahr, den Job zu verlieren ist aufgrund der steigenden Patientenzahlen verschwindend gering.

Der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Instituts für Pflegeforschung, Michael Isfort, kritisierte Spahns Vorschlag ebenfalls. Die deutsche Pflege sei international nicht konkurrenzfähig, meint Isfort. Zum einen sei die Anwerbung ausländischer Pflegekräfte aufwendig und teuer. Vor allem die Integration und diese langfristig zu halten, sei schwierig. Die Bezahlung und das Sozialprestige in Deutschland seien wesentlich niedriger als in anderen europäischen Ländern: Zu hohe Arbeitsbelastung, zu wenig Personal, zu wenig Kompetenz und zu wenig Karrierechancen.

Ein Ausweg aus dem Pflegenotstand könne nur gefunden werden, wenn die „Hausaufgaben“ hier in Deutschland gemacht werden: Arbeitsbedingungen, Ausbildung und Bezahlung müssten deutlich verbessert werden. Erst dann würden sich junge Menschen für den Pflegeberuf entscheiden. Berufsaussteiger, Pausierer oder Rückkehrer sowie diejenigen, die wieder aufstocken wollen, würden sich ebenfalls vermehrt für den Pflegeberuf entscheiden. Erst wenn diese Voraussetzungen geschaffen seien, sei der Pflegeberuf in Deutschland für ausländische Fachkräfte attraktiv.

Watergate Redaktion 05.04.2018

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