AUFGEDECKT: Syrien – die WAHREN HINTERGRÜNDE ….

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In Syrien geht es nicht um den Sturz eines vermeintlichen Diktators. Großmächte kämpfen um Energie-Ressourcen und die Absicherung der globalen Energie-Versorgung.

Im Konflikt um Syrien verbreiteten die Medien vor und nach den völkerrechtswidrigen Angriffen durch das Trio Trump-Macron-May Nachrichten, die die Naivität der Bevölkerung befeuern sollten und die Ignoranz der ebensolchen deutlich zeigte. Die Weigerung, die Öffentlichkeit über die wahren Hintergründe des Syrien-Konflikts aufzuklären und das Ammenmärchen des bösen Diktators weiterzuverbreiten, mutet beinahe sträflicher Absicht an.

Bei den medialen Darstellungen, allen voran die in Deutschland, scheint sich die Diskussion lediglich darum zu drehen, ob und wie die geschundene syrische Bevölkerung von dem blutrünstigen Diktator Assad befreit werden kann. Vollkommen unter den Tisch fallengelassen wird die Frage, worum es in dem Konflikt tatsächlich geht, denn in Deutschland hat es der Mainstream anscheinend verlernt, in geostrategischen und weltpolitischen Dimensionen zu denken.

Worum geht es wirklich?

Von wem die Syrer regiert werden, ist für die Großmächte im Prinzip uninteressant. Interessant ist aus geostrategischer Perspektive nur, wie man sich die nahezu unerschöpflichen Quellen von Öl- und Gasvorkommen sowie die Versorgung durch diese Energien sichern kann. Denn die Region im Nahen Osten gilt weltpolitisch als entscheidende Region der Erde.

Sowohl die USA als auch Großbritannien sahen sich bislang immer dadurch bedroht, dass Deutschland und Russland eine Allianz bilden könnten, die die Kontrolle über das Zentrum Eurasiens erlangen könnte. Darin bestanden bereits die Kriegsziele von Roosevelt und Churchill im Zweiten Weltkrieg, eine derartige Vorherrschaft Deutschlands und Russland im Herzen Eurasiens mit allen Mitteln zu verhindern.

Unerschöpfliches Reservoir an Rohstoffen

Bereits vor Kriegsende kursierte die Lehre eines Amerikaners, dem Geopolitiker Nicholas Spykman, dass nicht nur das Herz Eurasiens unter Kontrolle gebracht werden müsse, sondern auch dessen Randgebiete. Die zitierten Randgebiete erstreckten sich von Skandinavien über Mittelosteuropa, die Türkei, die arabischen und vorderasiatischen Länder bis nach Indien, Indochina und Nordchina. Dies sei die entscheidende Region der Welt, der gesamte eurasische Kontinent. Wer die Kontrolle über diese Länder und Menschen hätte, verfüge über ein unerschöpfliches Reservoir an Rohstoffen und menschlicher Arbeitskraft.

Die USA haben nach dem Zweiten Weltkrieg begonnen, diese „aktive“ Geopolitik zu betreiben. Die meisten Kriege der Nachkriegszeit vom Vietnamkrieg bis hin zum Irak- und Afghanistan-Krieg spielten sich genau in dieser Zone ab. Die USA haben seitdem immer wieder dort militärisch eingegriffen, wo es ihnen erforderlich schien, um ihre Machtstellung zu stärken. Der Reichtum an fossilen Energien im östlichen Mittelmeer und dem Arabischen Meer hat diese Gebiete zum Hauptaktionsfeld der USA werden lassen.

Zwei geopolitische Machtinteressen prallen aufeinander

Der Syrienkonflikt, der im Grunde zwischen den USA und Russland besteht, ist deshalb so brisant, weil hier zwei völlig unterschiedliche geostrategischen und weltpolitischen Machtinteressen aufeinanderprallen. Die Amerikaner wollen die syrische Regierung stürzen, um ein Regime einzusetzen, das mit den USA kooperiert.

Es stehen seit längerem geplante und für den Westen enorm wichtige Öl- und Gaspipelines auf dem Spiel, die Saudi-Arabien und Katar mit dem östlichen Mittelmeer und der Türkei verbinden und deshalb auch durch syrisches Gebiet führen sollen. Daher auch der Einmarsch der Türkei ins syrische Afrin unter dem Vorwand der rebellischen Kurden in diesem Gebiet und die fehlende Verurteilung des Westens durch diesen Völkerrechtsbruch.

Russland und China stehen auf der Gegenseite der geostrategischen Machtinteressen. So steht auch die russische Militärbasis am Mittelmeer, die im syrischen Hafen Tartus liegt, auf dem Spiel sowie die machtpolitische Stellung Russlands und Chinas im Nahost-Vorderasien-Raum. Befeuert wird der Konflikt von der Feindseligkeit unter den Ländern Israel und Iran. Daher ist es für die drei Großmächte USA, Russland und China unverzichtbar, in Syrien keine Präsenz zu zeigen. Noch ist nicht abzusehen, wie der Konflikt um diese weltpolitisch wichtige Region ausgehen wird.

Das Blatt hat sich gewendet

Den Krieg der USA gegen den Irak und Afghanistan mussten Moskau und Peking noch hinnehmen. Doch das Blatt hat sich inzwischen gewendet: Die Vereinigten Staaten befinden sich heute wirtschaftlich in einer höchst prekären Situation, weshalb die USA ihr militärpolitisches Engagement auch so übertreiben. Durch die aktuelle Schwäche der USA dürfte jedoch ein ernsthaftes militärisches Eingreifen der USA derzeit unwahrscheinlich sein.

Die Trump Administration muss also das dreimalige Veto von Russland und China gegen die UN-Resolution, die die Assad-Regierung gestürzt sehen will, als ernsthafte Warnung verstehen. China und Russland haben ihr deutliches Nein gegen das Eingreifen westlicher Mächte in Syrien mehr als nachdrücklich klar gemacht und kann als Interventionsverbot für die Westmächte in dieser Region verstanden werden.

Washington kann nicht auf strategische Region verzichten

Washington wiederum wird sich einem solchen Verbot kaum unterordnen wollen, denn das würde einem Verzicht auf militärisches Eingreifen in der eurasischen Zentralregion gleichkommen. Schon aus ureigenem Interesse kann Washington diese Region nicht den beiden anderen Weltmächten überlassen.

In Syrien dürfte sich entscheiden, wie die künftige Verteilung der welt- und geopolitischen Mächte aussehen wird. Die Entscheidung darüber ist noch nicht gefallen. Das Ausmaß und die Schärfe des Konflikts dürften also bald an Intensität zunehmen. Denn jeder der drei Weltmächte beansprucht die Entscheidung über die Kräfteverteilung für sich selbst.

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