+++ Glyphosat: In Südtirol zeigte sich das böse Gesicht von Monsanto +++

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Der Bio-Apfelbauer Wellenzohn in dem idyllischen Ort Mals in Südtirol verwendet gar keine chemischen Pestizide für seine Apfelplantagen. Schon seit Jahren engagiert sich der Biobauer für eine komplett pestizidfreie Gemeinde. In einer ARTE Dokumentation erklärte er ausführlich, wie man im Apfelanbau auf Pestizide verzichten kann.

In den vergangenen Wochen engagierte sich Wellenzohn besonders dafür, dass chemische Pestizide nicht mehr in der Gemeinde Mals verwendet werden. In einer Volksabstimmung hat die Gemeinde schließlich beschlossen, zur pestizidfreien Gemeinde zu werden. Rund drei Viertel der wahlberechtigen Bürger stimmten gegen den weiteren Einsatz chemischer Pestizide wie Glyphosat im Apfelanbau ab. Das „pestizidfreie“ Dorf sprach sich schnell unter Umweltschützern und Bio-Anhängern in Europa herum. Die Begeisterung war groß.

Vielleicht zu groß, denn ein heimtückischer Anschlag hat die gesamte Apfelernte des Biobauern Ägidius Wellenzohn zerstört. In einer Nacht und Nebel-Aktion hatten Unbekannte die gesamte Apfelplantage mit dem Pflanzengift Glyphosat zugeschüttet. Denn als er routinemäßig seine Plantagen kontrollierte, verfärbten sich die Blätter der Bäume und fielen schon bei leichter Berührung zu Boden. Wellenzohn ließ daraufhin die Bäume untersuchen. Die Proben ergaben, dass seine Apfelplantage mit Glyphosat vernichtet worden war.

Der Bürgermeister von Mals hatte nach der Volksabstimmung angekündigt, die Gemeinde ab April 2018 pestizidfrei zu machen. Die Anwendung sämtlicher chemischer Pestizide wäre dann verboten. Mals wäre die erste pestizidfreie Gemeinde Europas. Bürgermeister Veith erklärte, nur so gebe es eine Zukunft und als Bürgermeister habe er die Pflicht, seine Bürger zu schützen – auch vor gefährlichen Pestiziden wie Glyphosat.

In Mals hat sich das hässliche und verbrecherische Gesicht von Bauernlobby und Agrarindustrie gezeigt. Ein mutiger Bauer hat sich öffentlich gegen den Einsatz des Pflanzengiftes Glyphosat eingesetzt. Ein Bürgermeister setzt sich für eine pestizidfreie Gemeinde ein. Diesem Beispiel sollten viele weitere Gemeinden folgen. Auch in Deutschland. Gerade jetzt, nachdem Agrarminister Christian Schmidt (CSU) in Brüssel für Deutschland für die Verlängerung von Glyphosat abgestimmt hatte.

Watergate Redaktion 30.11.2017

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