4 Millionen Menschen in Deutschland „prekär beschäftigt“

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Vier Millionen Menschen in Deutschland gehören zu denjenigen, die prekär beschäftigt sind. Das bedeutet, sie haben weder einen sicheren Arbeitsplatz, noch ein sorgenfreies Leben. Sie haben zwar Arbeit, müssen aber täglich darum bangen, diese zu behalten. Sie kommen eher schlecht als recht über die Runden. Von Zukunftsplanung ganz zu schweigen. Immer mehr Leih- und Werksarbeiter sowie befristet Angestellte geraten zusehends ins Prekariat. Das sind mehr als zwölf Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland.

Dazu kommen mehrere Millionen, die noch weiter abrutschen: Hartz-IV-Empfänger, arme Rentner, arme Kinder und Millionen Arbeitslose. Rund 25 Millionen Menschen in Deutschland sind am Rande des Prekariats oder befinden sich bereits darin.

Jetzt sieht sich auch der Spiegel genötigt, über die bereits lang existierenden und unübersehbaren Missstände in Deutschland zu berichten. Die Zahlen seien beunruhigend, heißt es in dem Bericht. Zu diesem Ergebnis sei ein Forscherteam des Wissenschaftszentrums Berlin und der Universität Nürnberg-Erlangen gekommen. Dabei haben die Forscher Langzeitdaten von knapp zehntausend Menschen ausgewertet. Zudem wurden Arbeits- und Lebensumstände beobachtet und wie sich diese über zehn Jahre hinweg verändert haben – oder nicht.

Die Forscher teilten die Messungen in zwei Kategorien auf: In prekäre Arbeit und prekäre Lebensbedingungen. Nur wenn beides gleichzeitig zutraf, zählten sie die Person zum Prekariat. Denn beispielsweise könne eine Minijobberin, die mit einem Chefarzt verheiratet sei, zur „Sonnenseite“ des Lebens gehören. Auf der anderen Seite können Menschen, die Vollzeit arbeiten, zum Prekariat gehören, wenn sie Alleinverdiener mit Frau und vier Kindern in einer Großstadt sind.

Zudem wurden Lebens- und Arbeitsumstände nach ihrer Dauer bewertet, also wie lange jemand bereits ein prekäres Leben führt und ob dies zum Dauerzustand geworden ist. Die Studie kommt lediglich zu dem Schluss, dass die Zahl der im Prekariat Lebenden mit 4 Millionen hoch sei. Das ist vollkommen richtig, doch lässt der Spiegel in seiner Analyse außer Acht, was die Ursachen für die heutige soziale Schieflage in Deutschland sind.

Kein Wort über die Agenda 2010, die die soziale Krise in Deutschland wesentlich herbeigeführt hat. Keine Forderung, das Hartz-IV Repressionsregime wieder abzuschaffen. Sichere Arbeitsplätze, wie es der Spiegel beschreibt, gibt es schon lange nicht mehr. Trotz der Aufnahme des Themas und der längst bekannten Entwicklung über die Prekarisierung dieser Gesellschaft, fehlt die entscheidende Kritik an der Politik, die von einem „Qualitätsmedium“ zu erwarten wäre.

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3 Kommentare zu "4 Millionen Menschen in Deutschland „prekär beschäftigt“"

  1. Realistisch gesehen, könnte ein Deutscher drei Tage in der Woche arbeiten und hätte ein Haus. Dänemark ist ein Vorbild mit der 30 Stundenwoche!
    Wenn sich ein Abfall in eine gesunde Wirtschaft integrieren möchte, dann bitte unter den gleichen Bedingungen, wie es der Österreicher „Jörg Haider“ sagte….wofür er sterben musste. Tja, ist eben nicht der Plan!!!

  2. Wenn erst die Verfassunggebende Versammlung eine neue Regierung etabliert hat, werden wir mit einem auskömmlichen Grundeinkommen diese verkommenen Zustände weit hinter uns lassen. Diese prekären Arbeitsverhältnisse wurden meines Wissens durch unseren Exkanzler Schröder eingeführt und danach weiter
    und weiter ausgebaut zum Wohle der Unternehmer, die den Hals nicht vollkriegen konnen und auf Kosten der hart arbeitenden Bevölkerung. Meiner Meinung nach ist das sozialer Sprengstoff nicht geahnten Ausmasses. Wie sollen denn diese Menschen ihr Alter finanzieren? Nein es muß was einschneidendes passieren, so kann und darf es nicht weitergehen.

  3. Prekäre Arbeitsverhältnisse für das Prekariat. Diese Menschenmasse wächst womöglich stärker als die Moslems. Gibt es da einen Zusammenhang? Zumindest müssen die am Rande der Ausbeutung Lebenden sich immer mehr mit den Eindringlingen um die letzten Brosamen streiten.
    Wir sind ein reiches Land. Wie oft haben wir alle das schon gehört. Es ist richtig, Regierungen, die nicht die Vernichtung des deutschen Volkes auf ihre Fahnen geschrieben haben, und das sind gleich mehrere unter verschiedenen Kanzlern, hätten uns eine kaum noch vorstellbaren Wohlstand erlauben können. Niemand wäre ausgegrenzt worden, es würden heute so etwa 65 bis 70 Millionen Menschen in Deutschland leben. Und von einem solchen Wohlstandsland wäre nie wieder ein Krieg ausgegangen, so wenig wie von der Schweiz.
    Doch es gab andere Pläne. Und ich stehe im weiten Bekanntenkreis ziemlich allein mit dieser Meinung. Meinung? Nein, es ist eine Tatsache!

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