+++ BANKENTEST der EZB: Eine Katastrophe – wankt der EURO erneut? +++

Watergate Redaktion 10.10.2017

Der letzte Stresstest der Europäischen Zentralbank hat besorgniserregende Ergebnisse geliefert. Mit dem Test wollte die EZB prüfen, wie gut die Banken in der Eurozone auf eine Erhöhung des Leitzinses vorbereitet sind. Viele Banken sind nicht oder unzureichend auf eine Zinserhöhung vorbereitet und haben sich weiter auf riskante Geschäfte eingelassen. 25 der 130 untersuchten Banken sind durchgefallen. Deutsche Banken sollen sich als vergleichsweise stabil erwiesen haben – viele italienische Banken sind beim Test schlecht weggekommen. Aber auch griechische Banken, französische, österreichische, irische und portugiesische Banken sind beim Test durchgefallen.

Laut Bericht der EZB würde eine Zinserhöhung auch den Banken zu Gute kommen. Sie können die Zinsen über Kredite weiterreichen oder mit attraktiven Renditen Kunden anwerben. Das Nettozinsergebnis der Banken würde steigen. Gemäß Berechnungen der EZB würde eine Anhebung des Leitzinses um zwei Prozent die Zinseinnahmen der Banken um rund elf Prozent steigern.

Der negative Effekt, vor dem die EZB warnt, ist die Verminderung der Aktienwerte, die die Banken halten. Denn diese wurden gekauft, als die Zinsen niedriger waren. Die Wertpapierkurse sinken bei einem Zinsanstieg, Renditen werden unattraktiver. Bei einer Zinsanhebung von zwei Prozent würde demnach der Wert des Anlagebuchs der Banken um 2,7 % sinken.

Vielen Banken sollen eine Zinserhöhung gut verkraften können, so EZB-Generaldirektor Ibel. Doch eben nicht alle. Einige stützen ihre Planung zu sehr auf die Niedrigzinsen und berücksichtigen für künftige Entwicklungen die Erhöhung des Leitzinses gar nicht oder zu wenig.

Manche Banken schließen sogar Wetten auf die Zinsentwicklung ab. Sie benutzten dafür Finanzinstrumente wie Derivate. Derivate sollten laut EZB aber nicht für Spekulationen eingesetzt werden, sondern nur, um Zinsrisiken abzusichern. Das große Endergebnis soll aber gezeigt haben, dass die Kreditinstitute ihre Bilanzen unterm Strich verbessert haben.

Die durchgefallenen Banken müssen innerhalb von zehn Monaten ihre Kapitallücken schließen. Wie sie dies bewerkstelligen wollen, müssen sie in zwei Wochen der EZB mitteilen. Eine Möglichkeit wäre die Abstoßung von Krediten und Wertpapieren. Neue Investoren könnten frisches Kapital in die Banken bringen. Die Deutsche Bank hatte Anfang des Jahres mit über 8 Milliarden Kapitalerhöhung frisches Geld in die Bestände geholt.

Hintergrund des umfassenden Stresstests ist der Startschuss für die Bankenunion. Die EZB übernimmt am 4. November die zentrale Aufsicht für über 120 führende Banken in der Eurozone.

 

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