Die Medienlüge: Arbeitsmarkt nicht „gut“, sondern im schlechtesten Zustand aller Zeiten

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading...
Unbenanntes Design(396)

Im Juni schrieb die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, Deutschland nähere sich der Vollbeschäftigung. Der Ökonom Heinz-Josef Bontrup hat zum Thema Vollbeschäftigung jedoch eine andere Meinung. Seiner Ansicht nach sind die Arbeitslosenzahlen geschönt. Zudem sieht er als Folge der Digitalisierung Massenarbeitslosigkeit auf die Deutschen zukommen. „Nur Demagogen und Populisten sprechen von einer fast erreichten Vollbeschäftigung. Mit der Realität hat das nichts zu tun. Wir haben weiter Massenarbeitslosigkeit im Land und ich gehe noch weiter: Die Arbeitsmärkte waren in Deutschland, zählt man das gesamte Prekariat der Teilzeit- und geringfügig Beschäftigten, die befristet Beschäftigten, die Praktikantenverträge und die Leiharbeiter dazu, noch nie in einem so schlechten Zustand“, sagt Bontrup in einem Interview mit „Heise-Online“.

Die Bundesagentur für Arbeit „definiere die Arbeitslosigkeit weg“. Zwar seien die registrierten Arbeitslosenzahlen zurückgegangen. Doch die Zahl der Arbeitslosen liege noch immer bei über 2 Millionen Menschen. Die Zahlen würden schlicht geschönt werden, z. B. durch krankgemeldete Arbeitslose, durch Arbeitslose in Weiterbildungsmaßnahmen, oder durch 1-Euro-Jobber. Diese würden in der Arbeitslosenstatistik einfach nicht aufgenommen. Seit den 1980er Jahren gehe es in der Politik nur noch um „Schönrechnerei“, um die Arbeitslosen künstlich kleinzurechnen, so Bontrup.

Mit der sogenannten digitalen Revolution sei eine massive Arbeitsplatzvernichtung zu erwarten. Auch andere Ökonomen oder Konzernchefs rechnen mit Massenarbeitslosigkeit. Sie halten das bedingungslose Grundeinkommen daher als unerlässliche Maßnahme, um einer Massenarmut entgegenzuwirken. Die digitale Revolution ist Segen und Fluch zugleich. Automatisierung und künstliche Intelligenz werden vielen Erwerbstätigen den Job wegnehmen. Über die durch die Digitalisierung und Automatisierung zu erwartenden Gewinne und Produktivitätssteigerungen schweigt sich die Politik bislang aber aus. Wenn diese dann nur bei den Kapitaleignern, anstatt bei der Bevölkerung landen, dürften die gesellschaftlichen Folgen verheerend sein. Kommt es aber zu einer Verteilung der Gewinne zwischen Kapital und Arbeit, könnten die Vorteile von Digitalisierung und Automatisierung überwiegen, so Bontrup.

Dass es einen Fachkräftemangel in Deutschland geben soll, bestreitet der Ökonom Bontrup. Das von der Bundesregierung erlassene Gesetz zur Fachkräfteeinwanderung, das das Abwerben von Fachkräften aus dem Ausland vorsieht, führe zu weiteren Problemen in Deutschland, wenn diese die hiesigen Fachkräfte verdrängen. Zudem würden Fachkräfte in ihren Herkunftsländern zum Aufbau gebraucht, so Bontrup. Wenn Deutschland diese hierherlocke, sei das besonders verwerflich und ökonomisch kontraproduktiv.

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick

Kommentar hinterlassen zu "Die Medienlüge: Arbeitsmarkt nicht „gut“, sondern im schlechtesten Zustand aller Zeiten"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*