+++ Arbeitsmarkt zunehmend arbeitnehmerfeindlich +++

Watergate Redaktion 7.9.2017

Obwohl die Wirtschaft boomt und viele Firmen dringend nach Fachpersonal suchen, wird inzwischen fast die Hälfte aller Mitarbeiter nur noch mit befristeten Arbeitsverträgen eingestellt. Der Anteil der befristeten Arbeitsverträge ist seit 2016 drastisch gestiegen. Betroffen sind vor allem junge Arbeitnehmer zwischen 30 und 39. Doch immer mehr Ältere sind auch von den Befristungen betroffen.

Obwohl ein enormer Fachkräftemangel herrscht, ist der Anteil der Befristungen bei Neueinstellungen auf 45 % angestiegen. Unternehmen ist es jetzt erlaubt, befristete Verträge ohne Angabe von Sachgründen abzuschließen. Auch viele Berufseinsteiger sind von Befristungen betroffen und erhalten so wenig Sicherheit.

SPD, Grüne und Linke haben im Wahlkampf angekündigt, sachgrundlose Befristungen abzuschaffen. CDU und FDP lehnen dies ab, denn Arbeitgeber bräuchten die nötige Flexibilität, um auf wechselnde Wirtschafts- und Geschäftslagen zu reagieren. Ohne Befristungen müssten Firmen vermehrt auf Leiharbeit zurückgreifen, so die Begründung von CDU und FDP.

Grüne Politiker nannten die hohe Anzahl von befristeten Jobs bei jungen Arbeitsnehmern als „fatal“. So wäre keine Familienplanung möglich. Wenn die Wirtschaft nur an Profit und Flexibilität interessiert sei, könne man keine Fachkräfte aufbauen.

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