Aufgedeckt: Früherer SPD-Staatssekretär wird Partner einer Unternehmensberatung – und soll den Staat beraten

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Die Politik ist vergleichsweise durchlässig und gibt immer wieder ausgemusterte Exemplare ihrer Gattung an die Wirtschaft weiter. Ob diese Politiker jeweils die besten Arbeitnehmer ihres Fachs sein werden, sei dahingestellt. Gut verdrahtet sind sie allemal. Zumal in die Politik, also in die Zentren der Staatsentscheidungen hinein. So hat sich nun Ernst & Young, ein Beratungsunternehmen, die Dienste eines früheren Schleswig-Holsteiner Politikers gesichert: Thomas Losse-Müller. Der Mann leitete in der Zeit von Torsten Albig als Ministerpräsident im Bundesland Schleswig-Holstein die Staatskanzlei.

Aufträge der öffentlichen Hand

EY, wie das Unternehmen teils auch genannt wird, hält mit dem Zweck der Beschäftigung auch kaum hinter dem Berg. Das Unternehmen möchte mehr Geschäfte mit dem Staat machen. Die Beratungsunternehmen haben den Kuchen bei den Unternehmen insgesamt weitgehend aufgeteilt. Das wirtschaftliche Wachstum soll vor allem von der öffentlichen Hand kommen. Hier gibt es zahlreiche lukrative Zukunftsmöglichkeiten, etwa bei der Digitalisierung oder bei Investitionen in neue Energien.

Die öffentliche Hand hat zudem Schwierigkeiten bei der konventionellen Infrastruktur. Straßenbauprojekte werden privatisiert. Die Bundeswehr vermodert vor sich hin – und es wird viel Vermögen von einer Ebene der öffentlichen Hand auf die andere verschoben. Hier möchte also EY weitere Aufträge und „Steuergelder“ dafür kassieren.

Der Politiker der ohnehin in Schleswig-Holstein abgehalfterten SPD ist dabei sicherlich ein guter, zumindest aber ein dankbarer Griff. Der hat nicht nur Kontakte in die nun nur in der Opposition sitzende Partei hinein, sondern auch zu den Regierungsbehörden. Die Staatskanzlei ist heute von der CDU besetzt, allerdings in Zusammenarbeit etwa mit den Grünen. Die guten Kontakte von Losse-Müller sind also Gold wert. Und wahrscheinlich am Ende viel Geld. Denn Losse-Müller dürfte seinen Beamtenposten nur gegen eine solche Mehrleistung verlassen.

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