AUFGEDECKT: Kontrolle per ARMBAND – US-Konzern testet vor

Schnüffelei

Amazon hat Armbänder zum Patent angemeldet, mit denen sich jede Bewegung von Mitarbeitern nachvollziehen lässt. Ob und wann das Patent zugelassen wird, steht noch nicht fest. Allerdings sehen Kritiker darin eine Vorstufe zur lückenlosen Überwachung von Mitarbeitern. Zunächst.

„Falsche Bewegungen“ von Lagerarbeitern dokumentiert

Faktisch begründet das Unternehmen die Überwachung damit, so sollten die Bewegungen von Lagerarbeitern kontrolliert werden können, um „falsche“ Handlungsweise gegebenenfalls zu kontrollieren. Wer zum Beispiel ein Gut in die falsche Kiste einsortiert, bekommt in diesem Fall ein Signal von seinem Armband.

Inzwischen ist die Meldung auch in Deutschland angekommen. Die banale Auskunft an die „Bild“-Zeitung: Das Armband am Handgelenk würde es Mitarbeitern ermöglichen, die Hände für ihre eigentliche Tätigkeit nutzen zu können. Sie müssten den Bildschirm nicht mehr beachten. Die Effizienz würde sich demnach erhöhen.

Watergate.TV meint, in diesem Punkt hat Amazon offensichtlich recht: Die Arbeit wird effizienter. Denn die Überwachung stellt natürlich sicher, dass die „richtigen“ Dinge erledigt werden und nicht die falschen. Nur wird die Überwachung in jeder Richtung effizienter: So würden Armbänder die Pausen sowie die Pauseneinhaltung überwachen können. Dies ist offensichtlich ein Eingriff in die Rechte, wie wir sie zumindest in Deutschland als Privatsphäre begreifen. Noch gravierender: Die Armbänder könnten lokalisieren, in welcher Geschwindigkeit die Arbeiten ausgeführt werden.

Dies ermöglicht unmittelbar den Vergleich zwischen Mitarbeitern, ein internes Ranking und würde auch das Kündigungsschutzrecht in Deutschland betreffen. Hier ginge es dann um leistungsbedingte Kündigungen, die sofort möglich und sogar wahrscheinlich wären. In jedem Ranking gibt es 10 % oder 20 % an Mitarbeitern, die relativ zu anderen langsamer sein müssen.

Überwachung der Gesundheit – verbotenerweise?

Wenn die Armbänder schon die Bewegungen messen können, steht zudem zu befürchten, dass noch zahlreiche weitere Informationen erzeugt werden. Pulsmessgeräte, die den Gesundheitszustand heimlich ermitteln, sind vorstellbar. Anzahl und Dauer der Toilettengänge, die wiederum ein Bild über den Gesundheitszustand ergeben. Bewegungsabläufe, die wiederum auf die Kraft der Bewegung und damit dauerhaft auch die Leistungsfähigkeit schließen lassen.

Datensammlungen dieser Art dürften sehr schnell aber auch auf andere Bereiche des Lebens übergreifen können. Was, wenn die Regierung die Krankenkassenbeiträge an die Bewegungshäufigkeit und -form anknüpfen lässt. Wenn Datenlieferanten wie Kühlschränke und die Anzahl der Besuche am Kühlschrank verbunden mit der Uhrzeit an Krankenkassen geliefert werden.

Kritiker befürchten heute schon, dass es bei der Einführung solcher Armbänder ähnlich wie bei der Abschaffung von Bargeld zugehen wird. Die Widerstände werden nach und nach beseitigt. Die Nutzung des Bargelds – in Deutschland – wird erschwert, der Staat nimmt an seinen eigenen Kassen teilweise kein Bargeld mehr an. Teilweise wird Bargeld aus dem Verkehr gezogen. Medien werden eingespannt, um die Vorteile des bargeldlosen Zahlungsverkehrs zu beschreiben.

Armbänder dieser Art wiederum erlauben es der Politik recht einfach, die Bevölkerung zu spalten. Warum sollten die Gesunden und Einsichtigen an den Kosten derjenigen beteiligen, die a) ihre Daten nicht messen lassen wollen oder b) sich ohne Datenmessung „falsch“ verhalten. Warum sollten Bewegungsmelder am Handgelenk das öffentliche Leben nicht verbessern sollen? Staumeldungen würden wesentlich exakter sein. Ampelschaltungen könnten sich daran orientieren, wer sich wo wann aufhält. Zugfahrpläne könnten deutlich flexibler gestaltet werden. Warteschlangen am Flughafen oder in der Arztpraxis würden reduziert werden.

Wer also preisgibt, wann und wo er sich aufhält, beteiligt sich an der besseren Versorgung aller. Das wird das Argument sein.

Amazon ist hier nur ein – weiterer – Wegbereiter. Die Massenmedien schweigen darüber und sprechen lediglich über die „Privatsphäre“ von Angestellten. Der Überwachungsstaat wird schnell wesentlich größer.

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