+++ Bargeldabschaffung – Licht an Schwedens Horizont? +++

Draghi Bargeld Schweden

Bislang hatte die schwedische Notenbank maßgeblich daran mitgearbeitet, das Bargeld in Schweden abzuschaffen. Unter dem Druck hatten Geschäfte in Schweden kaum noch Bargeld als Zahlungsmittel angenommen, Bankautomaten sind nahezu verschwunden. Nur noch ein Siebtel der Schweden hatte im Jahr 2016 bar bezahlt.

Jetzt will die schwedische Notenbank anscheinend die Seiten wechseln (vgl. hierzu http://bit.ly/2zQ5Te2). Sie drängt jetzt die schwedische Regierung dazu, den Bargeldkreislauf sicherzustellen. Zudem arbeitet die schwedische Zentralbank an einem System, das ausfallsicheres digitales Geld und die Wahrung der Privatsphäre in einer bargeldlosen Gesellschaft sicherstellen soll. Watergate.tv berichtet kontinuierlich über die weltweite Bargeldabschaffung: http://www.watergate.tv/2017/10/12/schlimm-der-erste-test-bargeldabschaffung-ueber-nacht/.

Die Notenbank ist der Ansicht, wenn Bargeld nicht mehr zur Verfügung stehe, können die Macht der Banken gegenüber den Bürgern zu groß werden. Zudem gebe es derzeit keine Ausweichoption, sollten die aktuellen Systeme des elektronischen Zahlungsverkehrs ausfallen. Schwedens Regierung müsse deshalb Banken gesetzlich vorschreiben, für einen funktionierenden Bargeldkreislauf zu sorgen. Denn viele Banken geben bereits gar kein Bargeld mehr heraus und nehmen keins mehr an, was für viele Unternehmen und Selbständige in Schweden ein großes Problem ist. Denn sie müssen oft viele hundert Kilometer fahren, um Bargeld auf einer Bank einzahlen zu können.

Ein von der Zentralbank generiertes elektronisches Geld würde, wie Bargeld, das Geld garantieren. Das elektronische Bankengeld, das von Banken generiert wird, wird nur von Banken garantiert, nicht aber von der Zentralbank. Es stellt die bekannten Bankguthaben dar und ist das bisher herrschende Geld im elektronischen Umlauf. Bei einem Bankencrash jedoch ist das Geld weg – genau wie die Ersparnisse der Bürger. Denn wie die EZB in einem Papier jüngst veröffentlichte, will sie auch die Einlagensicherung von Banken abschaffen. Watergate.tv berichtete darüber: http://www.watergate.tv/2017/11/23/erspartes-ade-ezb-will-jetzt-ihre-einlagensicherung-abschaffen/.

Die schwedische Notenbank denkt dabei an die E-Krone. Als garantiertes Geld wie Bargeld soll die E-Krone ein auf Werten basierendes E-Geld sein. Diese Alternative für Bargeld soll ebenfalls im Besitz und unter der Kontrolle der Eigentümer bleiben. Mittels Bezahlkarten oder elektronischen Geldbörsen könnten Bürger künftig mit E-Geld direkt von der Notenbank bezahlen. Das Geld würde wie beim Bargeld den Besitzer wechseln, ohne dass ein vermittelnder Buchführer eingeschaltet wäre.

Mit dieser Idee müssten sich viele Bargeldfreunde sicherlich erst lange anfreunden. Denn beim Gedanken daran, dass es nur noch elektronisches Geld gibt, beschleicht viele immer noch ein ungutes Gefühl. Das von einer Zentralbank generierte und garantierte E-Geld müsste sich das Vertrauen der Bürger zuerst verdienen. Zu groß ist das Misstrauen vieler Bürger gerade durch die letzte Finanzkrise in elektronisches Geld geworden.

Watergate Redaktion 30.11.2017

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