+++ Bekommt Monsanto Konkurrenz? Italienische Firma entwickelt Bio-Pflanzenschutz +++

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Bio-Pestizid

Für die Hersteller von Pflanzenpestiziden wie Glyphosat könnte es bald eng werden. Die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit, Efsa, musste jetzt schließlich doch einräumen, dass Pestizide Bienen und Insekten töten (vgl. Watergate.tv: http://www.watergate.tv/2018/03/02/eu-behoerden-bestaetigen-jetzt-pestizide-toeten-bienen/). Anscheinend ist der Druck doch zu groß geworden. So wurde enthüllt, dass die ersten, verharmlosenden Bewertungen von Glyphosat, die der Efsa vorlagen, von Monsanto selbst geschrieben wurden. Zudem verweigerten EU-Parlamentsabgeordnete Monsanto-Lobbyisten den Zutritt zum EU-Parlament (vgl. Watergate.tv http://www.watergate.tv/2017/09/29/erster-erfolg-gegen-monsanto-der-gift-konzern-verliert-zutritt-zum-eu-parlament/).

Anscheinend der richtige Zeitpunkt für eine italienische Firma, um auf ihre Erfindung aufmerksam zu machen. Die italienische Firma Novamont stellt Biokunststoffe und Biochemikalien her. Sie hat jetzt ein natürliches Pflanzenschutzmittel aus Disteln entwickelt. Das Unternehmen hat vor, Glyphosat von den Äckern Europas zu verdrängen. Dabei entstand das Pestizid aus Disteln rein zufällig und als Nebenprodukt bei der Produktion von Distelöl. Die Säure, die bei der Herstellung von Distelöl entsteht, hat sich als ein natürliches Pflanzenschutzmittel herausgestellt. Der Firma Novamont gelang es, daraus ein Herbizid für den Einsatz auf Feldern und Ackerfächen zu entwickeln.

Die Vorteile des Bio-Pestizids sind vielfältig. So trocknet es lediglich die Blätter von Unkräutern aus, wird von der Pflanze aber nicht aufgenommen. Außerdem hat das natürliche Unkrautmittel keinerlei negative Effekte auf die Umwelt. Es ist zudem vollkommen biologisch abbaubar und hinterlässt keine Rückstände in Pflanzen und Boden. Die Pflanze, die bei Gartenfreunden einen schlechten Ruf hat, hat somit einen sehr nützlichen Zweck gefunden.

Die italienisch Firma Novamont machte schon Schlagzeilen mit ihren Bio-Kunststoffen, die aus Maisstärke hergestellt werden. Sie finden bereits Verwendung in Einkaufstüten, Kaffeekapseln, Folien und anderen Produkten. Die Firma hat seit 1989 schon mehr als 1000 Patente angemeldet. Italien hat bereits 2012 im Kampf gegen Plastikmüll Plastiktüten verboten. Neuerdings müssen Einkaufstüten von Obst- und Gemüseständen sowie Supermärkten kompostierbar sein.

Mit der Erfindung des Bio-Herbizids könnte die Firma vor dem ganz großen Durchbruch stehen. Da unsere Politiker noch immer für die Industrie-Lobby arbeiten, ist daher aus Berlin und Brüssel wenig zu erwarten.  Die Veränderung kann nur aus der Bevölkerung kommen. Einige Firmen in Deutschland hatten schon damit begonnen, Glyphosat und genmanipulierte Lebensmittel aus ihrer Produktion zu verbannen. Wenn konventionelle Landwirte ebenfalls eigenständig auf das Bio-Herbizid umstellten, wäre der Lobby-Politik aus Berlin bald das Wasser abgegraben.

Bisher hat die Firma Novamont nur wenige Genehmigungen für den Einsatz des neuen Bio-Herbizids erhalten. Die Genehmigungen aus Brüssel dauern sehr lange und sind schwierig, beklagt die Firma. Schwierig sei es für die Firma zudem, weil Brüssel jetzt erst Glyphosat für weitere fünf Jahre zugelassen hat: „Solange Europa sich keine verlässlichen Regeln für den Umgang mit Glyphosat gibt, fallen Investitionen sehr schwer“, sagte die Unternehmenschefin Bastioli der Süddeutschen Zeitung in einem Interview (vgl. dazu http://bit.ly/2FjseU2). Doch die Zeit arbeite für sie. Spätestens wenn die Zulassung für Glyphosat auslaufe, sei das Produkt marktreif und EU-weit einsatzbereit.

Watergate Redaktion 7.3.2018

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