Bilderberger Treffen in Turin – Teilnehmerliste und Agenda veröffentlicht

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Bilderberg ist ein Treffen von sogenannten Eliten aus Wirtschaft, Politik, Gesellschaft, Finanzen, Militär und Medien, die sich regelmäßig seit 1954 treffen. Die Existenz dieses Treffens wurde lange geleugnet. Doch seit wenigen Jahren gibt es sogar eine offizielle Internetseite der „Bilderberger“ http://www.bilderbergmeetings.org/. Wenige Tagen vor den Treffen wird die Konferenz angekündigt und die Teilnehmerliste sowie die Agenda als eine Art Presseerklärung publiziert wird.

Aufschlussreiche Agenda-Punkte

Ganz oben auf der Agenda steht „Populismus in Europa“. Das ist offensichtlich, da die „populistischen“ Parteien in Zentral-Europa immer mehr an Zuwachs gewinnen: In den Niederlanden, in Österreich, Deutschland, Frankreich und jüngst in Italien.

Drei weitere Themen können als ein zusammengehöriger Block gesehen werden: „Die Zukunft von Arbeit“, „Künstliche Intelligenz“ sowie „Quantentechnologie“. Die Themen werfen die Frage auf, inwieweit Technologie menschliche Arbeit ersetzen kann.

Das Thema „Weltmacht USA“ steht ebenfalls auf der Agenda, was die Frage aufwirft, ob die USA überhaupt noch Weltmacht sind und ob sie diese Stellung noch halten können. Sowohl militärisch als auch wirtschaftlich werden die USA aktuell sehr von Russland und China herausgefordert. „Russland“ ist auch als einzelner Punkt auf der Agenda zu finden.

Angriffskrieg auf den Iran?

Weitere Themen der Agenda sind „Saudi Arabien und der Iran“, vermutlich in Bezug auf Israel. Die beiden genannten Länder spielen in der Vorherrschaft um die Region des Nahen Ostens eine wichtige Rolle. Möglicherweise könnte ei Angriffskrieg gegen den Iran besprochen werden, der von Saudi Arabien und Israel ausgeführt werden wird. Natürlich unter Falscher Flagge.

Besonders interessant ist auch der Agenda-Punkt „The post-truth world“, was so viel heißt wie die Welt nach der Wahrheit. Fraglich ist auch worum es hier geht. Sind damit Fake News gemeint oder geht es die Enthüllung von „Wahrheiten“, die bislang unterdrückt wurden?

Deutsche Teilnehmer

130 Teilnehmer wurden eingeladen und der Blick auf die deutschen Teilnehmer ist ebenfalls interessant: Paul Achleitner, Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank AG kommt aus den Kreisen von Goldman Sachs und ist seit 2015 dauerhaft bei der Bilderberg Gruppe dabei. Achleitner hat ebenfalls Aufsichtsratsmandate bei der Bayer AG, bei der Daimler AG und bei RWE.

Ein weiterer Stammgast bei der Bilderberg Gruppe ist Thomas Enders. Enders ist seit 2009 regelmäßig bei den Treffen dabei. Von 2005 bis 2009 war er Vorsitzender der Atlantik Brücke. Aktuell ist Enders Vorstandsvorsitzender von Airbus. Seit 2014 ist jedes Jahr Mathias Döpfner dabei, Vorstandsvorsitzender des Axel Springer Verlags, das Medienmonopol in Deutschland.

Nach einigen Jahren Pause ist dieses Mal wieder Wolfgang Ischinger dabei, Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz. Ursula von der Leyen, die 2015 und 2016 bei den Treffen dabei war, ist nach einer Pause dieses Jahr wieder dabei.

Neues Mitglied sticht ins Auge

Neu bei den Bilderberg Treffen ist Renate Köscher. Sie ist Demoskopin, also Meinungsforscherin und Geschäftsführerin des Instituts für Meinungsforschung in Allensbach. Das Institut beschäftigt sich mit also mit Wahlumfragen oder anderen Umfragen in der Bevölkerung. 1992 und 1996 ist das Institut bei Landtagswahlen in Baden-Württemberg aufgefallen. In Wikipedia steht darüber:

Für öffentliche Kritik sorgten Umfragen zu den Landtagswahlen in Baden-Württemberg 1992 und 1996, bei denen das Institut die Werte der Partei „Die Republikaner“ viel zu niedrig ansetzte. Allensbach prognostizierte 4,5 bzw. 4 Prozent Stimmenanteil. Die tatsächlichen Wahlergebnisse der Republikaner lagen jedoch bei 10,9 und 9,1 Prozent.

In einem Interview zu den Vorfällen sagte Renate Köcher sinngemäß, sie habe aufgrund steigender Werte in den Umfragen ein höheres Ergebnis erwartet. Man habe aber zu dem Zeitpunkt nicht sicher wissen können, ob dieser Trend verlässlich sei und sich deshalb entschlossen, nur mit den Rohdaten (4,5 Prozent) an die Öffentlichkeit zu gehen.

Ein anderes Vorgehen wäre im Nachhinein als Versuch ausgelegt worden, die Republikaner hochzureden. Dieses Vorgehen stieß in der Publizistik und Wissenschaft auf Kritik. In einem Interview mit dem SWF entgegnete Köcher: „Wir wollten nicht durch die Veröffentlichung der Umfragedaten vor der Wahl eine Sensation schaffen in dem Sinne, dass dann jeder nur noch über die Republikaner gesprochen hätte.“

Vatikan zum ersten Mal vertreten

Besonders ins Auge fallen weitere Gäste der Bilderberg Treffen: Kardinal und Staatssekretär des Vatikans, Pietro Parolin. Soweit bekannt, ist das der erste Auftritt des Vatikans überhaupt bei den Bilderberg Treffen. Es wird sich zeigen, was das zu bedeuten hat. Bislang konzentrierte sich die Bilderberg Gruppe mehr auf Politik, Wissenschaft und Forschung, anstatt auf religiöse Themen.

Ein weiterer Stammgast ist Henry Kissinger. Er ist ehemaliger Außenminister der USA und bis heute Berater von Leuten in hohen Positionen in den USA, vor allem wenn es um Verteidigungs- und Auslandspolitik geht. Weiterer Stammgast ist der König von Holland, Willem Alexander und dieses Jahr sticht zudem der Nato Generalsekretär Jens Stoltenberg als Gast ins Auge.

Weltpolitische Veränderungen nach den Treffen

Seit Jahrzehnten fällt auf, dass es nach den Bilderberg Treffen immer sehr spürbare Veränderungen in der Politik gegeben hat, z. B. die „Flüchtlingskrise“ oder die Lehmann-Pleite, die Euro-Einführung und die Ukraine-Krise.

Seit 1954 treffen sich die Bilderberger zu ihrer abgeschotteten Konferenz an jährlich wechselnden Orten jeweils in einem komplett gemieteten Hotel. Über viele Jahrzehnte war die Gruppe der Öffentlichkeit nahezu unbekannt. Die Teilnehmerlisten, die erst seit weniger Jahren von der Gruppe selbst veröffentlicht werden, zeigen, dass hier Akteure zusammenkommen, die sehr gut vernetzt sind und über weitreichende Kontakte verfügen.

Bilderberger untergraben Demokratie

Aus demokratischer Sicht sind die Treffen als problematisch zu sehen. Die Spaltung zwischen Bürgern und einem Teil der sogenannten Eliten wird hier sichtbar. Die versammelten Persönlichkeiten sind daran interessiert, die Weltgeschicke nach ihrer Sicht der Dinge zu lenken. Anhand dieser Treffen kann sehr gut abgelesen werden, dass es außerhalb demokratischer Strukturen „Schattenstrukturen“ gibt, innerhalb derer sich die Weichensteller von Politik und Wirtschaft bewegen.

 

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