Brexit als Grund für inszenierten Crash?

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading...
Unbenanntes Design(256)

Großbritannien tritt also auch am 12. April nicht aus der Europäischen Union aus. Vergangene Woche hatte Theresa May in Brüssel um erneuten Aufschub bis zum 30. Juni gebeten. EU-Ratspräsident Donald Tusk schlug sogar vor, den Brexit um ein volles Jahr aufzuschieben. In beiden Fällen müssten die Briten an der EU-Wahl teilnehmen, was den Brexiteers kaum gefallen dürfte. Nach mehr als zwei Jahren des Wartens könnte das den Ärger über den „verpfuschten“ Brexit zum Kochen bringen und die EU-Wahlen negativ – im Sinne der Eurokraten – beeinflussen.

Wie die Medien am Donnerstag bekanntgaben, hat die EU den Briten jetzt einen Aufschub des Brexits sogar bis zum 31. Oktober 2019 gewährt. Sollten die Briten dann noch in der EU sein, müssten sie an den EU-Wahlen teilnehmen. Hauptbedingung der EU ist es, dass die britische Regierung sich verpflichtet, nicht mehr in EU-Entscheidungen einzugreifen oder diese zu blockieren. Dies könnte bei der Ernennung des nächsten EU-Kommissionschefs oder den Verhandlungen über den EU-Finanzrahmen für die kommenden Jahre wichtig sein.

Für den Fall, dass es in Großbritannien aufgrund des inszenierten Brexit-Chaos zu Unruhen kommen sollte, sollen bereits 10.000 Polizisten dafür vorbereitet worden sein, rund um die Uhr einsatzbereit zu sein. Der Autor und Journalist Ernst Wolff ist wie diese Redaktion ebenfalls der Ansicht, dass der Brexit als willkommenes Szenario hergenommen werden könnte, um einen künstlich herbeigeführten Crash zu inszenieren.

Dieser böte den Finanzeliten eine „historische Möglichkeit, um davon zu profitieren und der Öffentlichkeit mit den Brexit-Befürworten einen Sündenbock für die entstehenden Verwerfungen zu präsentieren“, schreibt Ernst Wolff für „Heise online“. Nachdem es im vergangenen Dezember zu massiven Börseneinbrüchen gekommen ist, sind die wichtigsten Zentralbanken wie die Fed und die EZB zu ihrer ultra-lockeren Geldpolitik zurückgekehrt. Dies führte nicht nur zu einer Beruhigung der Märkte, sondern zu einer langanhaltenden Börsenrallye.

Damit wachsen aber die alten Probleme wie die Blasenbildung wieder weiter – Blasen, die zu platzen drohen. Ein zusätzliches Problem sind die jahrelangen Niedrigzinsen, die die Verschuldung noch viel weiter in die Höhe getrieben haben, als noch vor zehn Jahren.  Die Risiken sind heute weitaus größer, als beim Crash 2008. Ein Crash heute hätte wesentlich dramatischere Folgen.

Wolff ist der Ansicht, dass sich die Finanzeliten nichts mehr wünschen, als endlich den Druck wieder aus dem System zu nehmen und um von sich selbst abzulenken. Der Brexit und mögliche Unruhen könnte dafür als historische Chance gesehen werden, so Wolff. Von einem inszenierten Crash würde die Finanzelite profitieren – die Brexit-Befürworter stünden mit den Unruhen als willkommene Sündenböcke da. Großbanken und Hedgefonds müssten nur einen Ausverkauf fingieren, damit die Kurse an den Märkten ins Rutschen kommen. Sie könnten zurvor auf fallende Kurse und ein fallendes Pfund wetten und sich anschließend durch die Gewinne die Taschen voll machen.

Wolff ist der Ansicht, dass ein inszenierter Crash auch für die Eurokraten in Brüssel nicht ungelegen käme: Der Brexit könnte dann für all diejenigen Regionen und Länder, die ebenfalls separatistische Bestrebungen haben, als abschreckendes Beispiel präsentiert werden. Wolff glaubt wie diese Redaktion, dass das Medien-Theater, das sich nur auf die Berichterstattung vom britischen Parlament und dem Zwist zwischen London und Brüssel konzentriert, über die tatsächlichen Hintergründe des Brexit hinwegtäuschen soll. Denn die tatsächliche Entscheidung über den Brexit treffen nicht die Politiker, sondern die Finanzeliten im Hintergrund.

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick

Kommentar hinterlassen zu "Brexit als Grund für inszenierten Crash?"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*