+++ Burnout – Trotz Millionen Leidender immer noch Tabu-Thema +++

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Burnout

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Biopsychologen der Dresdner Universität untersuchen jetzt das Millionen-Leiden Burnout. Obwohl es immer wieder heißt, Burnout gebe es gar nicht, sind immer mehr Menschen chronisch müde und erschöpft. Das Wochenende reicht nicht mehr aus, um sich zu regenerieren. Erkältungen treten häufiger auf und sind hartnäckiger.

Den Chef der Forschergruppe, Clemens Kirschbaum, ärgert es, dass Burnout als Modekrankheit abgetan wird. Bislang fehlten lediglich aussagekräftige Forschungsergebnisse. Doch Kirschbaum ist davon überzeugt, dass es sich dabei um tiefe Erschöpfungszustände von Körper und Psyche handelt, ausgelöst durch permanente Überbelastung und Dauerstress.

Der Forscher hat aus seinem Ärger ein großes Projekt gemacht. Die Biopsychologen des Forschungsteams sind der Ansicht, die Abgeschlagenheit sei in Blut und Haaren ablesbar. Erschöpfungspatienten werden daher für die Untersuchungen Haar- und Blutproben entnommen. Insgesamt zehn Jahre lang will das Forschungsteam Proben entnehmen und die Ergebnisse sammeln und auswerten.

8000 Freiwillige haben sich vor über einem Jahr für das Forschungsprojekt gemeldet. Sie haben Fragebögen ausgefüllt und Proben abgegeben. Einige Teilnehmer wurden stundenlang befragt. Die Untersuchung gilt schon jetzt als umfangreichste in der Burnout-Forschung. Denn bislang gibt es keine offizielle klinische Diagnose für Burnout. Psychologen, Psychiater und Ärzte sind sich uneins, ob es sich bei Burnout nicht um eine Depression handelt. Viele sehen ein Burnout als „Risikozustand“ und nicht als Krankheit.

Dies wollen die Biopsychologen durch ihr Forschungsprojekt herausfinden. Sie vermuten unterschiedliche Ursachen hinter der Erschöpfung. So können ihrer Ansicht nach Schlafstörungen, unterschwellige Infekte, Dauerstress, Überbelastung, chronische Entzündungen, Hormonstörungen oder Nährstoffmangel Burnout verursachen. Diese Fragen wollen sie nun durch die sogenannte Erhebung von „Biomarkern“ klären. Die Biomarker geben dann ein Bild des körperlichen Zustandes ab.

Die Studie macht Hoffnung, denn das Thema Burnout ist immer noch ein Tabu, obwohl immer mehr Menschen unter der tiefen Erschöpfung leiden. Vielleicht trägt sie dazu bei, dass künftig offensiv, mit Verständnis und Lösungsansätzen an das Thema herangegangen wird. Denn zum einen verursacht Burnout nicht nur Massenausfälle in Firmen. Auch die Kosten für die Krankenkassen steigen. Das Problem liegt in der Gesellschaft und in der Arbeitswelt. Nur wenn sich diese positiv verändert, kann das Phänomen Burnout wieder verschwinden.

Watergate Redaktion 14.3.2018

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