Cannabis kehrt den Alterungsprozess im Gehirn um

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Wissenschaftler der Universität Bonn haben herausgefunden, dass Cannabis den Alterungsprozess des Gehirns nicht nur stoppen, sondern umkehren kann. Die Forscher zeigten ihre Forschungsergebnisse anhand von Mäusen. Alte Tiere konnten durch eine längere, niedrig dosierte Behandlung mit einem Cannabis-Wirkstoff in den Zustand von zwei Monate jungen Mäusen zurückversetzt werden. Diese Forschungsergebnisse könnten weitreichend sein und zum Beispiel bei Demenzerkrankungen neue Behandlungsmethoden eröffnen.

Mit zunehmendem Alter nimmt die kognitive Leistung des Gehirns ab. Wie jedes andere Organ altert das Gehirn auch. Es fällt schwerer, Neues zu lernen, sich zu konzentrieren oder sich Dinge zu merken. Den Wissenschaftlern aus Bonn ist es mit den Mäuse-Versuchen gelungen, einen Wirkstoff für die Umkehr des Alterungsprozesses des Gehirns zu finden. In der freien Natur haben Mäuse nur eine relativ kurze Lebenszeit und zeigen nach bereits zwölf Monaten starke kognitive Defizite. Die Forscher verabreichten Mäusen im Alter von zwei, zwölf oder 18 Monaten über einen Zeitraum von vier Wochen eine geringe Menge an THC, dem aktiven Wirkstoff der Cannabispflanze (Hanf).

Anschließend testeten sie das Lernvermögen und die Gedächtnisleistung der Mäuse. Mäuse die nur Placebo verabreicht bekamen, zeigten die üblichen altersabhängigen Lern- und Gedächtnisverluste. Die mit THC behandelten Mäuse allerdings gewannen wieder mehr Orientierungsvermögen und konnten Artgenossen wiedererkennen. Das kognitive Verhalten der behandelten zwölf Monate alten Mäuse war identisch mit jungen Mäusen. Der Leistungsverlust der alten Tiere konnte komplett umgekehrt werden, schwärmen die Bonner Forscher.

Diese Behandlungserfolge sind Ergebnis jahrelanger Forschungsarbeiten. Die Forscher fanden heraus, dass THC die Wirkung von körpereigenen Cannabinoiden nachahmt, die wichtige Funktionen des Gehirns erfüllen. Wenn die Aktivität der körpereigenen Cannabinoide abnimmt, altert das Gehirn schneller. Die Forscher untersuchten zudem die Gewebestrukturen der mit THC behandelten Mäusegehirne. Die molekulare Struktur war den Strukturen von den jungen Tieren wieder sehr ähnlich. Die Dosierung war so niedrig gewählt, dass eine berauschende Wirkung ausgeschlossen war. Dennoch war die Wirksamkeit nach bereits vier Wochen enorm. Cannabisprodukte werden bereits als Medikamente eingesetzt, beispielsweise gegen Schmerzbekämpfung.

Im nächsten Schritt wollen die Bonner Forscher herausfinden, ob THC auch beim Menschen Alterungsprozesse des Gehirn umkehren und die kognitive Leistung wieder steigern kann.

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