Das Bahn-Desaster: Stuttgart 21 – die neue Dauerlast der Bahn

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Die „Stuttgarter Zeitung“ hat für den Bahnhof und das Projekt „Stuttgart 21“ einen Bericht formuliert, der die Öffentlichkeit alarmieren müsste. Die Politik scheint weitgehend tatenlos einer weiteren Verschuldung der Deutschen Bahn AG durch den Bau dieses Bahnhofs zuzusehen. Die neue Investitionsplanung der immer noch staatseigenen Deutschen Bahn AG ist nach den Angaben der Redaktion so ehrgeizig, dass die Bahn bis 2023 3,3 Milliarden Euro mehr Eigenmittel für den Bahnhof „beschaffen“ muss.

Bahn übernimmt sich möglicherweise

Die vorgelegten Zahlen sind deshalb alarmierend, weil die Bahn damit mehr investieren muss, als sie alleine im vorigen Jahr über alle Bereiche hinweg investiert habe. Der Betrag sei zudem das Vierfache des Jahresüberschusses aus dem Jahr 2017. Die Milliarden gehen nur auf die Investitionen in den Stuttgarter Bahnhof zurück – und dies ist der eigentlich alarmierende Befund, der sich aus dem Zahlenwerk ergibt.

Die Bahn droht sich den vorliegenden Rohzahlen nach damit zu übernehmen. Die „Stuttgarter Zeitung“ wiederum beschreibt, dass die Bahn eine Stellungnahme zu den vorgelegten Finanzdaten ablehnen würde. Schon jetzt seien die Gesamtkosten für das Projekt auf zumindest 8,2 Milliarden Euro angestiegen. Der Bundesrechnungshof ginge, wie „andere Experten“, von einem Gesamtvolumen in Höhe von „eher 10 Milliarden Euro“ aus.

Ein weiteres Problem ergibt sich durch den Umstand, dass es zahlreiche Bauprobleme, Planungsprobleme und Genehmigungsprobleme gebe. Daher würde der Bahnhof frühestens im Jahr 2025 fertiggestellt werden können. Dies sei deutlich später als ursprünglich geplant.

Die Politik hingegen hält sich derzeit mit Erklärungen zu diesem erneut teuren und offenbar auch fehlgeplanten Projekt zurück. Der Berliner Flughafen BER lässt grüßen. Die Kosten sind explodiert, die Fertigstellung verschiebt sich zusehends weiter nach hinten. In Deutschland lassen sich keine Großprojekte mehr herstellen – oder sollte das Problem einfach darin bestehen, dass die Projektrisiken vorab nicht hinreichend kommuniziert werden?

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